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Am 1. Juni waren die beiden großen Kids mal wieder auf einem Turnier. Dieses Mal war es outdoor. Dabei konnten alle Zuschauer*innen im Auto sitzen bleiben und die Moderation lief auf einer bestimmten Frequenz, sodass wir über das Autoradio zuhören konnten.

Sonst gab es erstmal nicht viele besondere Vorkommnisse. Ich habe Fohlen, Lämmer und Zicklein besucht, die Helligkeit genossen und bin so richtig im Sommer angekommen.

Ich war auf dem Geburtstag der Uroma und habe dort isländische Pfannkuchen gegessen. Sie sind sehr dünn, werden mit Zucker bestreut und dann gerollt.

Wir haben final das Stadium erreicht, in dem es gar nicht mehr dunkel wird und man keine Sonnenuntergänge mehr sehen kann. Das Bild habe ich um 1 Uhr nachts aufgenommen.

Dann sind wir mal wieder nach Vík gefahren. Ich habe einen Ausflug zur Halbinsel Dýrhólaey gemacht. Sie ist bekannt, weil dort viele Vögel leben, unter anderem auch Papageientaucher. Die wollten sich leider nicht so richtig blicken lassen, aber ich habe trotzdem versucht, sie zu fotografieren. Auf dem Rückweg habe ich noch kurz bei einer Höhle gehalten. Der Anstieg war steiler als er aussah, aber irgendwie habe ich es heile hoch und wieder runter geschafft.

Ich habe in Vorbereitung auf den Besuch meiner Eltern einmal alle meine Sachen durchgeschaut und schon mal einiges „aussortiert“, um es meinen Eltern vorab mit nach Hause zu geben.

Am Wochenende bin ich mit dem anderen Aupair ins Wandergebiet von Reykjadalur gefahren. Dort wollten wir in einem Fluss baden, der warmes Wasser hat. Ich hatte mich im Vorhinein auf Google Maps über den Fußweg, den wir zurücklegen mussten, informiert - und wurde leider etwas verarscht. Was sich wie ein größtenteils flacher Spaziergang las, war eine Wanderung über zwei Berge. Im Fluss war es dann aber sehr angenehm, auch wenn man ein bisschen hin und her rutschen musste, bis man trotz der Steine bequem saß. Die Umkleiden waren auch nur Holzwände, die wie ein Kreuz aufgestellt sind, aber das reicht schon. Auf dem Weg konnte man noch mehr kochende Quellen, aus dem Boden aufsteigenden Dampf und kochenden Schlamm sehen.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Urriðafoss gemacht. Und über die schlechteste Straße, die ich bisher in Island gefunden habe, haben wir uns dann auch noch den Ægissíðufoss angeschaut. Dort am Ufer gab es auch nochmal sehr hübsche Lupinen.

Dann gab es wieder viel Bauernhofleben mit Tiere Kuscheln, Kinder Bespaßen, Haushalt Machen und schönen Aussichten. Die Kinder waren einige Wochen in der Ferienbetreuung der Grundschule; dort habe ich sie dann manchmal um 12 Uhr abgeholt und den Nachmittag mit mindestens 3 Kindern (regelmäßig auch mit mehr, wenn irgendwelche Freund*innen da waren) verbracht. Außerdem ist die Schwester meiner Gastmutter mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus Schweden gekommen. Sie haben bei den Großeltern im Haus geschlafen, aber alle Kinder habe einfach überall miteinander gespielt.

Und dann sind auch schon meine Eltern angekommen. Sie sind vom Flughafen direkt erstmal zu mir gekommen. Sie haben Geschenke und noch ein paar Klamotten für mich ausgepackt, und ich habe in Gegenzug den Koffer mit dem Kram, den ich nicht mehr brauche, wieder vollgemacht.

Am nächsten Tag konnten sie dann meine Gastfamilie nochmal richtig kennen lernen und auch ihre Geschenke überreichen. Dann sind wir alle gemeinsam zu den Ziegen in den Stall gegangen und konnten nochmal die Zicklein streicheln. Dann habe ich ihnen unseren "Hauswasserfall", den Árbæjarfoss, gezeigt. Dann sind wir zum Skógafoss gefahren und haben dort in einem Restaurant Abendbrot gegessen. Auf der Rückfahrt habe ich mich dann auch mal etwas mit dem Mietwagen bekannt gemacht. Das war ein Schaltwagen und ich hatte seit der Fahrschule nur noch Automatik-Autos gefahren.

Am Montag habe ich nochmal normal gearbeitet und meine Eltern sind alleine in Richtung des Golden Circle aufgebrochen. Am Nachmittag war es dann Zeit, die Ziegen auf ihre Sommerweide zu fahren. Dafür sind wir alle (sogar beide Großelternpaaren waren dabei) zu einem verwandten Bauern gefahren. Dort haben wir die Ziegen von unserem Anhänger in einen anderen umgeladen, der hoch genug ist, um vom Trecker durch den Fluss gefahren zu werden. Die Sommerweide der Ziegen ist nämlich eine kleine Insel in einem Fluss. Danach waren wir noch mit allen im Restaurant, wo dann auch meine Eltern zu uns gestoßen sind.

Am Dienstag (17. Juni) war Nationalfeiertag in Island und ich hatte frei. Ich bin mit meinen Eltern nach Sólheimar gefahren. Das ist ein Ort, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen  leben und arbeiten. Es gibt Flächen zum Gemüseanbau, ein Café, einen kleinen Laden, in dem Handwerksprodukte verkauft werden und sogar eine eigene Kirche. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Kerið gemacht.

Am Mittwoch sind wird dann in Richtung Osten aufgebrochen. Dabei war unser erster Stopp bei den Großeltern in Vík. Wir wurden da sehr nett mit Pfannkuchen empfangen und sind dann zu einer kleinen Tour durch Vík aufgebrochen. Als erstes hat die Oma uns den See Heiðarvatn gezeigt. Dann sind wir auch nach Dýrhólaey gefahren und haben einige Papageientaucher sogar sehr aus der Nähe gesehen. Anschließend sind wir weiter zum Strand Reynisfjara und abschließend noch mal auf den Berg zur Kirche. Das Wetter war leider die ganze Zeit etwas regnerisch verhangen, aber letztendlich hatten wir doch Glück und sind nicht nass geworden. Wir sind dann weitergefahren in Richtung des Skaftafell, wo ich mit Papa eine kleine Wanderung zum Svartifoss gemacht habe. Anschließend waren wir noch in der Jökulsárlón. Das ist eine Gletscherlagune, wo man richtig sieht, wie die Eisbrocken abbrechen und dann an den Strand getrieben werden. Unser Tagesziel war Höfn, wo wir dann eine Nacht geschlafen haben.

Am nächsten Tag sind wir weiter in Richtung Osten gefahren. Direkt morgens haben wir einen Zwischenstopp an einem schönen Aussichtspunkt gemacht. Dann sind wir von der Ringstraße abgefahren und 20 km über eine Schotterstraße serpentinenmäßig hoch- und runtergefahren. Das war sehr fordernd für mich als Fahrerin. Dann haben wir Mittagspause in Egilsstaðir an einer Tankstelle gemacht. Von dort aus haben wir noch den Abstecher nach Seydísfjörður gemacht. Dort besichtigten wir die Bláa Kirkja, die Blaue Kirche, zu der ein als Regenbogen gestalteter Weg führt. Und dann wollte auch Papa mal wieder fahren, denn langsam wurde er neidisch auf die vielen Serpentinen. Auf dem Weg nach Bakkafjörður haben wir noch an diesen auffälligen Steinen angehalten, die Mama an die Nanas erinnerten. In der Nacht haben wir in einer alten Schule geschlafen. Abends haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht.

Am nächsten Tag sind wir dann nicht zurück zur Ringstraße, sondern haben und für den Arctic Coast Way entschieden. Auf dem Weg nach Akureyri haben wir dann den Arctic Henge besucht, der ein wenig an Stonehenge erinnert. Dann sind wir in unserer Ferienwohnung in Akureyri angekommen und sind erstmal eingezogen. Abends habe ich mit Papa dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht.

Am nächsten Tag war Mittsommer. Da gibt es in Island keine besonderen Traditionen, aber wir sind Whale Watching gefahren. Das Wetter war richtig gut, aber die Wale waren leider relativ träge. Wir haben nur einmal eine Schwanzflosse gesehen, und sonst konnten wir das Auf- und Abtauchen beobachten. Wir sind dann noch ein bisschen weitergefahren und haben ein paar kleine Dörfer und den Mígandifoss gesehen.

Am nächsten Tag haben wir einen längeren Ausflug gemacht. Unser erster Stopp war der Goðdafoss. Von da aus sind wir weiter an den See Mývatn, den Mückensee, gefahren. Von da aus sind wir zu den Schwefelfeldern Hverir gefahren. Bisher hatte mir der Schwefel noch nichts ausgemacht, aber dort habe ich es wirklich nicht so lange ausgehalten. Die vielen verschiedenen Farben waren dennoch sehr beeindruckend. Anschließend sind wir dann noch zum Dettifoss und zum Selfoss. Der letzte Stopp des Tages war dann ein Wasserfall ganz in der Nähe von Akureyri, das Wasser dort ist lau warm, und wäre ich nicht schon so müde von dem ganzen Tag gewesen, hätte ich mich da auch gerne ins Wasser begeben.

Wir sind dann weiter in Richtung Hvammstangi gefahren, wo wir unsere nächste Unterkunft hatten. Unser erster Stopp war ein Museum über die typischen isländischen Torfhäuser und eine Kirche mit Friedhof. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zu einem Schwimmbad gemacht. Es gab zwei Naturbecken mit natürlichem warmem Wasser direkt am Meer. Der Ort Hvammstangi ist für die vielen Robben, die dort in der Gegend leben sollen, bekannt. Wir haben aber leider keine gesehen. Wir sind da etwas durch den Ort gelaufen. Und ich habe eine Runde Schach gegen Papa verloren. Und trotzdem hatte ich eindeutig mehr Spaß an der Partie.

Am folgenden Tag sind wir dann weiter nach Grundafrörður gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir beim Wasserfall Glanni und der dortigen Umgebung Halt gemacht und sind mal wieder ein bisschen durch die Natur gelaufen. In Borganes waren wir noch in einem Museum zur Besiedelung Islands und der Egils Saga, eine der vielen isländischen Sagas. Am Abend habe ich dann noch mit meinen Eltern gespielt. In der Unterkunft gab es aber vor allem Kinderspiele. Es war trotzdem sehr lustig.

Den nächsten Tag haben wir dann eine Rundtour über die Reykjanes Peninsula gemacht. Begonnen haben wir am goldenen Strand. Einer der wenigen nicht schwarzen Strände in Island. Unser nächster Halt war der Leuchtturm Öndverdarnesviti. Dann haben wir in einem sehr netten Café an der Küste etwas gegessen. Wir haben noch ein paar andere eindrucksvolle Orte an der Küste besucht. Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch auf einen Berg gefahren und dann in die Singhöhle Sönghellir gekraxelt. Von unserer Unterkunft aus konnten man den Kírkjufell sehen, einen der am meisten fotografierten Berge in Island. Am Abend bin ich dann nochmal dahin gelaufen und wurde dabei von Vögeln attackiert.

Unsere Reise war dann auch schon fast zu Ende. Wir sind nach Reykjavík gefahren. Auf dem Weg waren wir noch bei einem Leuchtturm in Akranes und sind dann nicht durch den Tunnel gefahren, sondern haben den Weg und den Fjord genommen. Unsere Ferienwohnung war Mitten in Downtown Reykjavík. Wir sind dann als erstes Hoch auf den Kirchturm und auch in die Hallgrímskírkja rein. Dann sind wir durch die Straßen geschlendert und haben uns etwas zu essen gekauft.

Am nächsten Tag habe ich dann noch einige Souvenirs gekauft. Wir sind zum Konzerthaus gelaufen. Und mit Papa bin ich noch ein bisschen mehr durch Reykjavík gelaufen und haben noch zwei Kirchen und das Rathaus gesehen. Dabei bin ich ganz zufällig auch an gefühlt schicksten Leichenwagen vorbeigelaufen. Meine Eltern haben mich dann noch wieder nach Hella zu meiner Gastfamilie zurückgebracht. Wir haben die letzten Sachen noch zusammengepackt. Ich habe unsere übrigen Lebensmittel von der Reise bei uns verräumt. Dann bin ich nochmal mit meinen Eltern zu der Kirche hier bei uns, zur Árbæjarkirkja. Dann haben wir uns voneinander verabschiedet und meine Eltern sind zum Flughafen aufgebrochen.

Es war gut, dass ich dann noch ein Wochenende hatte, um das alles zu verarbeiten und mich noch vom Urlaub zu erholen.

In der nächsten Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet. Der Kleinste war zwar auch kurz verwirrt, dass ich jetzt wieder da war. Hat aber nicht lange gebraucht, bis er wieder warm mit mir wurde. Die Schwester meiner Gastmutter mit ihren Kindern war tatsächlich immer noch da. Und dann war es auch schon Juli.