Am Samstag, den 2. August war ich wieder mit dem anderen Aupair unterwegs. Wir sind erst nach Eyrabakki an die Küste gefahren. Es war sehr windig und irgendwie hat uns die Küste dort Nordsee-Vibes gegeben. Danach sind wir noch ins Lava-Center in Hvölsvöllur gefahren. Da können wir kostenlos rein, weil wir aus der Umgebung kommen und somit als Einheimische betrachtet wurden. Und dann sind wir auch noch zum Gluggafoss gefahren
Am Montag war in Island wieder Feiertag: Der Feiertag der Verkäufer*innen. In Island haben die meisten Läden auch an Sonn- und Feiertagen auf, deshalb wurde ein Feiertag eingeführt, an dem alle, die sonst arbeiten müssen, auch frei haben. Ich habe mit Mía einen Spaziergang zum Wasserfall gemacht und die ersten Blaubeeren gefunden. Abends kam dann mein Gastvater mit den Kindern und den Großeltern aus Vík zurück. Die Großeltern waren die ganze Woche zur Unterstützung da, weil meine Gastmutter ja in der Schweiz war.
Es gab mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Dem Kleinen hat man mit der Zeit immer mehr angemerkt, dass er die Mama vermisst und sich nicht sicher ist, ob sie wirklich wieder kommt. Er wurde etwas anhänglicher und kam zu mir ins Bett, um zu kuscheln. Das Wetter war regnerisch und ging auf max. 13°C, aber wir sind trotzdem jeden Tag nach draußen gegangen. Die Oma hat währenddessen das Haus einmal umgekrempelt und aufgeräumt und aussortiert, was das Zeug hält. Ich habe an einem Nachmittag dann nochmal die Chance genutzt und habe einen Ausritt gemacht.
Am Wochenende habe ich die letzten Souvenirs gekauft und mich danach mit etwas zu essen an den Wasserfall gesetzt und versucht, ihn abzumalen. Am Sonntag war ich nochmal mit dem anderen Aupair im Schwimmbad und danach hat sie mir das Flugzeugwrack gezeigt, das ihr Gastgroßvater vor wenigen Wochen gekauft hat. Abends habe ich dann noch etwas mit der Tochter gehandwerkt. Wir haben Europaletten aneinander genagelt. Daraus haben wir im Laufe der nächsten Tage dann einen Art Außengehege gebaut, wo man mit den Hunden drin üben kann.
Am Montag kam dann meine Gastmutter wieder. Die Kinder haben sich wahnsinnig gefreut. Die Woche ging erstmal gewöhnlich los. Am Mittwoch war ich aber mit auf einer Geburtstagsfeier. Primär hatte ich Lust auf Kuchen, aber ich habe auch wieder neue Verwandtschaft kennengelernt. Am Donnerstag war unser kleines Bauprojekt dann fertig. Und der Kleinste hatte seinen ersten Kindergartentag nach den Sommerferien.
Und dann ging das Töðugjöld los. Das ist ein mehrtägiges Fest in Hella und þikkvibær. Der Auftakt war ein Kartoffelfest in þikkvibær. Es gab kostenlos Kartoffelsuppe und Brot für alle, Live-Musik, Hüpfburgen und eine Dorfrundfahrt in Wagen, die von einem Quad gezogen wurden. Am Freitagabend bin ich mit meiner Gastfamilie wieder zum Fest nach Hella gefahren. Als Teil dieses Festes bekommen die verschiedenen Straßenzüge eine Farbe zugeordnet, in der sie die Häuser und die Straße schmücken. Jedes Jahr richtet dann ein anderes Viertel an einem Abend die Festivitäten aus. Es gab verschiedenen Stände, an denen man umsonst Essen und Trinken bekommen hat. Ganz Hella war in dem Viertel unterwegs, und man hat sich getroffen, geplaudert und gegessen bis spät in die Nacht.
Am Samstagmorgen ging es dann weiter mit Frühstück und Handwerksmarkt in der Turnhalle. Dann ging es raus auf den Sportplatz, dort hat ein Gesangswettbewerb für Kinder stattgefunden, an dem die beiden Großen teilgenommen haben. Sie haben leider nicht gewonnen, aber nichtsdestotrotz einen super Auftritt hingelegt. Sonst gab es noch Essenstände, Hüpfburgen, Ponyreiten und solche Dinge. Ich bin dann wieder nach Hause, habe mich etwas ausgeruht und das andere Aupair fürs Abendprogramm angeholt. Am Abend gab es draußen verschiedenen Musikacts. Den Auftakt hat Væb, der isländische ESC-Act von diesem Jahr, gemacht. Das war schon eindrucksvoll, wie diese isländischen Stars auf so ein niederschwelliges, kostenloses Fest kommen. Nach ihrem Auftritt mussten sie dann noch vor einer Horde isländischer Kinder über den ganzen Sportplatz laufen, um wieder wegfahren zu können. Das andere Aupair und ich haben dann noch einen Spaziergang gemacht, um uns ein paar mehr Dekorationen anzuschauen. Zum Abschluss gab es eine sehr beeindruckende und lange Feuerwerksshow. Danach bin ich mit der Aupair, ihrer Gastmutter und einer Freundin der Gastmutter noch auf den sveitaball gegangen. Das war von der Art her eher eine After-Show-Party mit Live-Musik. Auch das war ganz lustig und war das erste von all den Angeboten, das Geld gekostet hat. Ich bin gegen zwei Uhr nachts nach Hause gefahren. Sonntag habe ich dann ganz entspannt angehen lassen.
Meine letzte Woche hier hat am Montag hoch produktiv begonnen. Ich schreibe ganz fleißig, das will ich nämlich nicht noch mit nach Deutschland nehmen. Sonst habe ich eine Liste mit Dingen, die ich noch machen muss/will und bin gut vorbereitet. Ich lebe allerdings so im Moment, dass ich mir darüber noch nicht viele Gedanken mache. Am Donnerstag will ich anfangen zu packen und ich denke, dann werde ich das auch nochmal mehr realisieren, aber bis dahin ist ja noch Zeit.
Um schonmal ein kleines Resümee zu fassen: Das Jahr hier war das Beste, was mir passieren konnte und lief besser als ich es mir je erträumt hätte. Ich habe so viele neue Erfahrungen gemacht und so viel gelernt. Ich spreche einfach eine weitere Sprache. Island hat sich so absolut einen Platz in meinem Herzen gesichert, das ich auf jeden Fall wieder kommen muss. Es war der perfekte Kontrast zu meinem Leben in Deutschland, auch wenn ich mich darauf jetzt wieder freue.
Der Juli fing direkt mit einem richtigen Highlight an. Am Donnerstag nach der Arbeit sind wir zum hestarferð, einer besonderen Reittour, aufgebrochen. Am Tag vorher hatten die Kinder mit ihren Eltern und noch einigen anderen die Pferde schon ca. 20 km auf eine Weide bei einem Verwandten gebracht. Wir sind dann mit meiner Gastfamilie, der Familie der Schwester meiner Gastmutter, der Schwester meines Gastvaters, zwei Stallmitarbeiterinnen und einer Einstellerin im Stall zu der Weide gefahren. In der Herde waren ungefähr 30 Pferde. Ziel war es, diese Pferde wieder zurück zum Bauernhof zu bringen. Wir haben den Heimweg dann in vier Etappen zurückgelegt. In jeder Etappe sind circa acht Leute geritten und die anderen sind auf drei Autos verteilt mitgefahren. Der Rest der Herde ist ohne Reiter frei mitgelaufen, auch das ist ein gutes Training für die Pferde. Die Leute in den Autos sind teilweise vorgefahren und haben den Weg so abgesperrt, dass die Pferde den richtigen Weg nehmen. Dafür haben wir Bänder gespannt oder uns mit dem Auto in die Einfahrten gestellt, um die zu blockieren. Viele Wege in Island haben auch Tore, die man für genau solche Situationen schließen kann. Ich durfte auch eine Etappe reiten. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so vielen Leuten und Tieren unterwegs zu sein. Dadurch, dass wir diese Etappen hatten, gab es auch regelmäßig etwas zu essen und zu trinken für alle. Wir waren dann abends gegen zehn Uhr wieder auf dem Hof. Ich war dann sehr müde, aber auch glücklich.
Am Freitag ist meine Gastfamilie dann nachmittags nach Reykjavík gefahren, und ich hatte zwei Nächte sturmfrei. Freitagabend habe ich noch einen Spaziergang mit Mía zum Wasserfall gemacht. Es war sehr schön und das Licht hat alles noch magischer aussehen lassen, aber leider wurde ich auch von Mücken verfolgt.
Am Samstag habe ich mit dem anderen Aupair einen Ausflug gemacht. Wir sind als erstes zum Háifoss gefahren, dort wollte ich im Januar schon mal hin, aber da war die Straße gesperrt. Von da aus sind wir weiter zu einem historischen Bauernhof gefahren. Von dort aus sind wir weiter zur Gjáin gefahren. Auf dem Weg bin ich das erste Mal mit dem Auto so offroad unterwegs gewesen, dass ich durch ein kleines Bächlein gefahren bin. Dort angekommen sind wir dann da durch die sehr schöne Landschaft geklettert. Als letztes waren wir dann noch beim Hjálparfoss, dort war ich im Januar tatsächlich schon mal.
Am Sonntag war ich dann das erste Mal mit den Kindern bei unserem „Haus-Wasserfall“, dem Arbæjarfoss. Wir sind durch das Wasser auf die kleine Insel vor dem Wasserfall gelaufen und dann dort mit den Füßen ins Wasser gegangen. Außerdem sind wir noch ein bisschen rumgeklettert. Dann haben wir gesehen, dass die krækjuber, die schwarze Krähenbeeren, die zu den Heidekrautgewächsen zählen, schon reif sind, und haben angefangen die Beeren zu sammeln und zu essen. Ich habe mich bei der ganzen Sache ein bisschen wie Heidi gefühlt, weil wir da barfuß hin und her gerannt sind.
Dann habe ich mich darum gekümmert, dass ich jetzt zum Wintersemester an der Uni anfangen kann. Und dann war auch schon der letzte Kindergartentag da. Der Kindergarten hat 6 Wochen Sommerferien gemacht. In der Zeit habe ich dann wieder, wie am Anfang den ganzen Tag mit dem Kleinsten verbracht. Gearbeitet habe ich dann meistens von 10-16 Uhr. Die beiden Großen haben eine ganzen Woche bei den Großeltern in Vík verbracht, und wir sind am Freitag auch losgefahren um uns die Abschlussvorstellung vom Ferienkurs der Kids anzuschauen.
Am nächsten Montag war es dann unglaublich heiß. Wir hatten 26°C im Schatten. Die Kinder haben den halben Tag im Schlamm gespielt und dann mit dem Wasserschlauch versucht, sich wieder sauber zu machen. Nachmittags sind wir dann noch gemeinsam mit drei Freund*innen der Kinder zum Wasserfall gefahren, um uns dort richtig abzukühlen.
Am Dienstag kamen dann Verwandte, um die Fenster in den Kinderzimmern auszutauschen. Außerdem ist mein Gastvater mit den beiden Großen in den Norden zu einer Voltigier-Ferienwoche gefahren.
Am Donnerstag hatte ich dann Geburtstag. Mein Gastmutter ist schon morgens um 6:15 Uhr nach Reykjavík zu einem Turnier gefahren. Ich hatte den Morgen also erstmal für mich alleine. Ich habe Geschenke, die meine Eltern hiergelassen hatten, geöffnet und etwas von dem Kuchen, den ich mir am Vortag gebacken hatte, gegessen. Ich habe den Kleinen dann um 9 Uhr bei der Oma abgeholt. Die Oma hat mir gratuliert und ich habe ein kleines Geschenk bekommen. Der Kleine wollte gerne draußen bleiben. Da haben wir die Stallmitarbeiterin getroffen, die für mich „happy birthday“ gesungen hat. Der Kleine hat dann ganz niedlich seine Schubkarre genommen und beim Ausmisten geholfen. Dann haben wir einen Spaziergang mit Mía gemacht, weil der Kleine das gerne wollte. Als nächstes durften wir noch helfen, die Pferde zu treiben und dafür beim Opa im Auto mitfahren. Der Kleine hat eine große Begeisterung für alle Fahrzeuge entwickelt und findet solche Aktionen dementsprechend super. Nachmittags kamen die anderen dann vom Turnier wieder und wir haben eine Geburtstagskaffeestunde mit allen gemacht. Eine Freundin von meiner Gastmutter hat dann sogar noch als Abendessen Spinatlasagne für mich gemacht. Für mich war es ein wirklich schöner Geburtstag und ich habe mich sehr geliebt gefühlt
Am nächsten Tag bin ich mit dem Kleinen mit aufs Turnier gefahren und habe ihn dort beschäftigt. Das Turnier war relativ wichtig in Island und die ganze professionelle Infrastruktur hat mich schon beeindruckt.
Am Wochenende habe ich mich mit zwei Aupairs getroffen. Wir sind ins Sógar Museum gegangen und waren bei den Wasserfällen Kvernufoss und Skógafoss. Und mit einer war ich dann auch noch bei der Seljavallalaug. Das ist ein Schwimmbecken mitten in der Natur und ist mit natürlich warmem Wasser gefüllt.
Die Woche war wieder weitestgehend normal. Die Kinder haben aber ein neues Spielzeug bekommen: Ein elektrisches Buggy Auto, das ich auch per Fernsteuerung lenken kann.
Am Mittwoch nach meiner Arbeit war ein Leichtathletik-Wettkampf in Hella. Ich bin mitgegangen, weil die Kinder da auch teilgenommen haben und ich zuschauen wollte. Irgendwie bin ich dann dazu gekommen, beim Kugelstoßen die Weiten zu messen. Ich habe eine Warnweste bekommen und sah offiziell aus, hatte aber eigentlich keine Ahnung von nichts. Später habe ich dann auch noch beim Weitsprung geharkt.
Man hat außerdem gemerkt, dass es wieder deutlich dunkler wird. Das hier war um 23:40 Uhr.
Samstag habe ich mit meinem Gastvater und dem Opa und den beiden Großen ein paar Schafe wieder eingefangen. Was man halt so macht auf dem Bauernhof.
Später sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Ich bin erst mit den großen Kindern ein bisschen raus gegangen und wir haben am Strand gespielt. Meine Gasteltern sind dann auf eine Hochzeitsfeier gegangen und ich habe alle drei Kids in Vík ins Bett gebracht. Erst hat der Kleine anderthalb Stunden nicht schlafen wollen, bis dann der Opa übernommen hat. Mit den beiden Großen haben ich dann noch eine Gassirunde mit Mía gemacht. Und dann habe ich die beiden ins Bett gebracht, was auch nicht ganz einfach war. Die Tochter wollte eigentlich wach bleiben, bis ihre Eltern wieder da sind. Aber irgendwie habe ich es auch geschafft, dass die beiden irgendwann geschlafen haben. Am nächsten Tag war das Wetter mal wieder wunderschön und ich habe erst einen Spaziergang durch Vík gemacht und später auch noch einen zum Wasserfall.
In der nächsten Woche ist meine Gastmutter mittwochs zu den Weltmeisterschaften der Islandpferde in die Schweiz gereist. Sonst war aber alles wie gewohnt. Und dann hat auch schon mein letzter Monat in Island angefangen.
Am 1. Juni waren die beiden großen Kids mal wieder auf einem Turnier. Dieses Mal war es outdoor. Dabei konnten alle Zuschauer*innen im Auto sitzen bleiben und die Moderation lief auf einer bestimmten Frequenz, sodass wir über das Autoradio zuhören konnten.
Sonst gab es erstmal nicht viele besondere Vorkommnisse. Ich habe Fohlen, Lämmer und Zicklein besucht, die Helligkeit genossen und bin so richtig im Sommer angekommen.
Ich war auf dem Geburtstag der Uroma und habe dort isländische Pfannkuchen gegessen. Sie sind sehr dünn, werden mit Zucker bestreut und dann gerollt.
Wir haben final das Stadium erreicht, in dem es gar nicht mehr dunkel wird und man keine Sonnenuntergänge mehr sehen kann. Das Bild habe ich um 1 Uhr nachts aufgenommen.
Dann sind wir mal wieder nach Vík gefahren. Ich habe einen Ausflug zur Halbinsel Dýrhólaey gemacht. Sie ist bekannt, weil dort viele Vögel leben, unter anderem auch Papageientaucher. Die wollten sich leider nicht so richtig blicken lassen, aber ich habe trotzdem versucht, sie zu fotografieren. Auf dem Rückweg habe ich noch kurz bei einer Höhle gehalten. Der Anstieg war steiler als er aussah, aber irgendwie habe ich es heile hoch und wieder runter geschafft.
Ich habe in Vorbereitung auf den Besuch meiner Eltern einmal alle meine Sachen durchgeschaut und schon mal einiges „aussortiert“, um es meinen Eltern vorab mit nach Hause zu geben.
Am Wochenende bin ich mit dem anderen Aupair ins Wandergebiet von Reykjadalur gefahren. Dort wollten wir in einem Fluss baden, der warmes Wasser hat. Ich hatte mich im Vorhinein auf Google Maps über den Fußweg, den wir zurücklegen mussten, informiert - und wurde leider etwas verarscht. Was sich wie ein größtenteils flacher Spaziergang las, war eine Wanderung über zwei Berge. Im Fluss war es dann aber sehr angenehm, auch wenn man ein bisschen hin und her rutschen musste, bis man trotz der Steine bequem saß. Die Umkleiden waren auch nur Holzwände, die wie ein Kreuz aufgestellt sind, aber das reicht schon. Auf dem Weg konnte man noch mehr kochende Quellen, aus dem Boden aufsteigenden Dampf und kochenden Schlamm sehen.
Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Urriðafoss gemacht. Und über die schlechteste Straße, die ich bisher in Island gefunden habe, haben wir uns dann auch noch den Ægissíðufoss angeschaut. Dort am Ufer gab es auch nochmal sehr hübsche Lupinen.
Dann gab es wieder viel Bauernhofleben mit Tiere Kuscheln, Kinder Bespaßen, Haushalt Machen und schönen Aussichten. Die Kinder waren einige Wochen in der Ferienbetreuung der Grundschule; dort habe ich sie dann manchmal um 12 Uhr abgeholt und den Nachmittag mit mindestens 3 Kindern (regelmäßig auch mit mehr, wenn irgendwelche Freund*innen da waren) verbracht. Außerdem ist die Schwester meiner Gastmutter mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus Schweden gekommen. Sie haben bei den Großeltern im Haus geschlafen, aber alle Kinder habe einfach überall miteinander gespielt.
Und dann sind auch schon meine Eltern angekommen. Sie sind vom Flughafen direkt erstmal zu mir gekommen. Sie haben Geschenke und noch ein paar Klamotten für mich ausgepackt, und ich habe in Gegenzug den Koffer mit dem Kram, den ich nicht mehr brauche, wieder vollgemacht.
Am nächsten Tag konnten sie dann meine Gastfamilie nochmal richtig kennen lernen und auch ihre Geschenke überreichen. Dann sind wir alle gemeinsam zu den Ziegen in den Stall gegangen und konnten nochmal die Zicklein streicheln. Dann habe ich ihnen unseren "Hauswasserfall", den Árbæjarfoss, gezeigt. Dann sind wir zum Skógafoss gefahren und haben dort in einem Restaurant Abendbrot gegessen. Auf der Rückfahrt habe ich mich dann auch mal etwas mit dem Mietwagen bekannt gemacht. Das war ein Schaltwagen und ich hatte seit der Fahrschule nur noch Automatik-Autos gefahren.
Am Montag habe ich nochmal normal gearbeitet und meine Eltern sind alleine in Richtung des Golden Circle aufgebrochen. Am Nachmittag war es dann Zeit, die Ziegen auf ihre Sommerweide zu fahren. Dafür sind wir alle (sogar beide Großelternpaaren waren dabei) zu einem verwandten Bauern gefahren. Dort haben wir die Ziegen von unserem Anhänger in einen anderen umgeladen, der hoch genug ist, um vom Trecker durch den Fluss gefahren zu werden. Die Sommerweide der Ziegen ist nämlich eine kleine Insel in einem Fluss. Danach waren wir noch mit allen im Restaurant, wo dann auch meine Eltern zu uns gestoßen sind.
Am Dienstag (17. Juni) war Nationalfeiertag in Island und ich hatte frei. Ich bin mit meinen Eltern nach Sólheimar gefahren. Das ist ein Ort, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen leben und arbeiten. Es gibt Flächen zum Gemüseanbau, ein Café, einen kleinen Laden, in dem Handwerksprodukte verkauft werden und sogar eine eigene Kirche. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Kerið gemacht.
Am Mittwoch sind wird dann in Richtung Osten aufgebrochen. Dabei war unser erster Stopp bei den Großeltern in Vík. Wir wurden da sehr nett mit Pfannkuchen empfangen und sind dann zu einer kleinen Tour durch Vík aufgebrochen. Als erstes hat die Oma uns den See Heiðarvatn gezeigt. Dann sind wir auch nach Dýrhólaey gefahren und haben einige Papageientaucher sogar sehr aus der Nähe gesehen. Anschließend sind wir weiter zum Strand Reynisfjara und abschließend noch mal auf den Berg zur Kirche. Das Wetter war leider die ganze Zeit etwas regnerisch verhangen, aber letztendlich hatten wir doch Glück und sind nicht nass geworden. Wir sind dann weitergefahren in Richtung des Skaftafell, wo ich mit Papa eine kleine Wanderung zum Svartifoss gemacht habe. Anschließend waren wir noch in der Jökulsárlón. Das ist eine Gletscherlagune, wo man richtig sieht, wie die Eisbrocken abbrechen und dann an den Strand getrieben werden. Unser Tagesziel war Höfn, wo wir dann eine Nacht geschlafen haben.
Am nächsten Tag sind wir weiter in Richtung Osten gefahren. Direkt morgens haben wir einen Zwischenstopp an einem schönen Aussichtspunkt gemacht. Dann sind wir von der Ringstraße abgefahren und 20 km über eine Schotterstraße serpentinenmäßig hoch- und runtergefahren. Das war sehr fordernd für mich als Fahrerin. Dann haben wir Mittagspause in Egilsstaðir an einer Tankstelle gemacht. Von dort aus haben wir noch den Abstecher nach Seydísfjörður gemacht. Dort besichtigten wir die Bláa Kirkja, die Blaue Kirche, zu der ein als Regenbogen gestalteter Weg führt. Und dann wollte auch Papa mal wieder fahren, denn langsam wurde er neidisch auf die vielen Serpentinen. Auf dem Weg nach Bakkafjörður haben wir noch an diesen auffälligen Steinen angehalten, die Mama an die Nanas erinnerten. In der Nacht haben wir in einer alten Schule geschlafen. Abends haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht.
Am nächsten Tag sind wir dann nicht zurück zur Ringstraße, sondern haben und für den Arctic Coast Way entschieden. Auf dem Weg nach Akureyri haben wir dann den Arctic Henge besucht, der ein wenig an Stonehenge erinnert. Dann sind wir in unserer Ferienwohnung in Akureyri angekommen und sind erstmal eingezogen. Abends habe ich mit Papa dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht.
Am nächsten Tag war Mittsommer. Da gibt es in Island keine besonderen Traditionen, aber wir sind Whale Watching gefahren. Das Wetter war richtig gut, aber die Wale waren leider relativ träge. Wir haben nur einmal eine Schwanzflosse gesehen, und sonst konnten wir das Auf- und Abtauchen beobachten. Wir sind dann noch ein bisschen weitergefahren und haben ein paar kleine Dörfer und den Mígandifoss gesehen.
Am nächsten Tag haben wir einen längeren Ausflug gemacht. Unser erster Stopp war der Goðdafoss. Von da aus sind wir weiter an den See Mývatn, den Mückensee, gefahren. Von da aus sind wir zu den Schwefelfeldern Hverir gefahren. Bisher hatte mir der Schwefel noch nichts ausgemacht, aber dort habe ich es wirklich nicht so lange ausgehalten. Die vielen verschiedenen Farben waren dennoch sehr beeindruckend. Anschließend sind wir dann noch zum Dettifoss und zum Selfoss. Der letzte Stopp des Tages war dann ein Wasserfall ganz in der Nähe von Akureyri, das Wasser dort ist lau warm, und wäre ich nicht schon so müde von dem ganzen Tag gewesen, hätte ich mich da auch gerne ins Wasser begeben.
Wir sind dann weiter in Richtung Hvammstangi gefahren, wo wir unsere nächste Unterkunft hatten. Unser erster Stopp war ein Museum über die typischen isländischen Torfhäuser und eine Kirche mit Friedhof. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zu einem Schwimmbad gemacht. Es gab zwei Naturbecken mit natürlichem warmem Wasser direkt am Meer. Der Ort Hvammstangi ist für die vielen Robben, die dort in der Gegend leben sollen, bekannt. Wir haben aber leider keine gesehen. Wir sind da etwas durch den Ort gelaufen. Und ich habe eine Runde Schach gegen Papa verloren. Und trotzdem hatte ich eindeutig mehr Spaß an der Partie.
Am folgenden Tag sind wir dann weiter nach Grundafrörður gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir beim Wasserfall Glanni und der dortigen Umgebung Halt gemacht und sind mal wieder ein bisschen durch die Natur gelaufen. In Borganes waren wir noch in einem Museum zur Besiedelung Islands und der Egils Saga, eine der vielen isländischen Sagas. Am Abend habe ich dann noch mit meinen Eltern gespielt. In der Unterkunft gab es aber vor allem Kinderspiele. Es war trotzdem sehr lustig.
Den nächsten Tag haben wir dann eine Rundtour über die Reykjanes Peninsula gemacht. Begonnen haben wir am goldenen Strand. Einer der wenigen nicht schwarzen Strände in Island. Unser nächster Halt war der Leuchtturm Öndverdarnesviti. Dann haben wir in einem sehr netten Café an der Küste etwas gegessen. Wir haben noch ein paar andere eindrucksvolle Orte an der Küste besucht. Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch auf einen Berg gefahren und dann in die Singhöhle Sönghellir gekraxelt. Von unserer Unterkunft aus konnten man den Kírkjufell sehen, einen der am meisten fotografierten Berge in Island. Am Abend bin ich dann nochmal dahin gelaufen und wurde dabei von Vögeln attackiert.
Unsere Reise war dann auch schon fast zu Ende. Wir sind nach Reykjavík gefahren. Auf dem Weg waren wir noch bei einem Leuchtturm in Akranes und sind dann nicht durch den Tunnel gefahren, sondern haben den Weg und den Fjord genommen. Unsere Ferienwohnung war Mitten in Downtown Reykjavík. Wir sind dann als erstes Hoch auf den Kirchturm und auch in die Hallgrímskírkja rein. Dann sind wir durch die Straßen geschlendert und haben uns etwas zu essen gekauft.
Am nächsten Tag habe ich dann noch einige Souvenirs gekauft. Wir sind zum Konzerthaus gelaufen. Und mit Papa bin ich noch ein bisschen mehr durch Reykjavík gelaufen und haben noch zwei Kirchen und das Rathaus gesehen. Dabei bin ich ganz zufällig auch an gefühlt schicksten Leichenwagen vorbeigelaufen. Meine Eltern haben mich dann noch wieder nach Hella zu meiner Gastfamilie zurückgebracht. Wir haben die letzten Sachen noch zusammengepackt. Ich habe unsere übrigen Lebensmittel von der Reise bei uns verräumt. Dann bin ich nochmal mit meinen Eltern zu der Kirche hier bei uns, zur Árbæjarkirkja. Dann haben wir uns voneinander verabschiedet und meine Eltern sind zum Flughafen aufgebrochen.
Es war gut, dass ich dann noch ein Wochenende hatte, um das alles zu verarbeiten und mich noch vom Urlaub zu erholen.
In der nächsten Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet. Der Kleinste war zwar auch kurz verwirrt, dass ich jetzt wieder da war. Hat aber nicht lange gebraucht, bis er wieder warm mit mir wurde. Die Schwester meiner Gastmutter mit ihren Kindern war tatsächlich immer noch da. Und dann war es auch schon Juli.