Springe zum Inhalt

Mai 2025

Am ersten Mai hatten die Kinder wieder eine Show. Aus dem Reitverband haben die ganzen verschiedenen Reitgruppen gezeigt, was sie im Unterricht gelernt haben. Da sind die beiden großen jeweils in ihren Reitgruppen aufgetreten. Der kleinste durfte auch mitmachen. Er durfte reiten und wurde von seiner Mutter, und seinen beiden Geschwistern geführt. Ich habe erst als so genannter Turnier Trottel den Kinder geholfen ihre Pferde fertig zu machen. Ab der Pause habe ich den Kleinen erst im Kinderwagen schlafen gelegt und dann seinen Schlaf bewacht. Er war dann pünktlich zur Siegerehrung wieder wach. Weil der Kleine ja auch mitgewirkt hat, wurde ich dann noch etwas unvorbereitet mit ihm auf dem Arm hinterher geschickt. Und so stand ich plötzlich in der Mitte der Reithalle mit 120 Kindern, die für ihre Leistung gefeiert wurden.

Abends bin ich dann mit den beiden großen Kindern noch das erste Mal im Schafstall gewesen. Die Lämmersaison hatte begonnen. Die beiden haben mir dann alles gezeigt und verschiedene Lämmer gestreichelt. Ich glaube aber, dass gerade die Schafmütter das nicht lustig fanden. Viele haben sich versucht vor ihre Kinder zu stellen. Und haben währenddessen drohend mit ihren Huf auf den Boden gehauen.

Am folgenden Wochenendende bin ich mit einer anderen AuPair und ihrem Freund, der gerade zu Besuch war auf die Westmännerinseln gefahren. Dort fand zeitgleich ein Trail-Lauf statt. Es war also deutlich mehr los, als vor einem halben Jahr, als ich das letzte mal da war. Wir sind zur Küste gelaufen um zu schauen, ob wir Papageientaucher sehen können. Wir haben leider keine entdeckt, aber die Küste war trotzdem sehr schön. Anschließend sind wir noch zu einem alten Flugzeugwrack am Strand gewandert. Der Weg ist pro Richtung ca. 3,5km lang. An dem Tag bin ich insgesamt also sehr viel gelaufen und habe mich am nächsten Tag einfach nur noch ausgeruht. Außerdem hatte ich mich vergessen einzucremen und habe mir so einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

Die nächsten Tage kam die Schwester der Oma aus den Niederlanden zu besuch. Sie hat Niederländisch gesprochen und die Kinder isländisch, aber irgendwie haben sie sich einigermaßen verstanden. Außerdem ist der Frühling weiter eingezogen. Die Bäume haben neue Blätter bekommen und die Wiesen wurden langsam grün. An einem Tag habe ich dann nochmal einen Spaziergang in Selfoss mit einer AuPair, die jetzt in den Norden gezogen ist, gemacht.

Während in Deutschland schöne Frühlingstage waren, hatten wir in Island in vergleich eine richtige Hitzewelle. Wir hatte über eine Woche mit Temperaturen um die 20°C. Gefühlt war das sehr, sehr warm. Ich habe es bereut keine kurze oder wenigstens eine luftige Hose dabei zu haben. Auch dünnere Schuhe habe ich vermisst. Gefühlt bin ich fast geschmolzen bei diesen unglaublichen Temperaturen ;). Außerdem hat die Eurovision-Woche begonnen. In Island schauen 97% der Bevölkerung den ESC und gerade auch für die Kinder ist es ein riesen Happening. Vor dem ersten Halbfinale habe ich dann noch einen Spaziergang gemacht, um das schöne Wetter zu genießen. Dabei habe ich kurz geholfen, Schafe, die außerhalb ihrer Weide waren, wieder ich ihre Weide zu treiben. Dann gab es Eurovision-Party und das Island in Finale gekommen ist, war der krönenden Abschluss des Tages.

Freitag haben wir dann nach der Schule den Kindergebrutstag des Großen gefeiert. Wir haben ihn und alle seine Freundinnen und Freunde von der Schule abgeholt und sind dann auf einen Spielplatz in Hella gegangen. Dort konnten die Kinder frei miteinander Spielen. Es gab Hotdogs vom Grill und einen Geburtstagskuchen. Die Kinder habe sich im großen und ganzen gut verstanden, auch wenn es immer wieder kleinere Streitigkeiten gab. Zum Abschluss durften sie dann auch noch mit den Füßen in den Fluss, es war schließlich immer noch sehr warm und ich bin in meiner langen Jeans und meinen gefütterten Schuhen ein bisschen eingegangen. Außerdem wurden immer wieder verschiedene Eurovisionlieder gegrölt und es wurde debattiert wer wohl gewinnen würde und welches Lied besser/schlechter als ein anders sei. Als wir wieder zurück waren, konnten wir noch nicht in unser Haus, weil dort noch geputzt wurde. Denn am nächsten Tag stand dann die Feier mit den Verwandten an. Ich habe dann noch meine Gastvater geholfen Essen für den nächsten Tag vorzubereiten und dabei neune Gerichte kennengelernt. Gefeiert wurde dann wie bei den beiden anderen Kindern mit einem großen Kuchenbuffet.

Abends war dann das Eurovision Finale. Wir saßen gemeinsam mit den Großeltern vor dem Fernseher. Der kleinste ist nach dem isländischen Auftritt (weit am Anfang) ins Bett gegangen. Die Oma hatte Nudeln und Fleischbällchen in einer Erdnusssoße gemacht, ein absolutes Lieblingsessen der Familie. Wir haben uns dann das ganze Spektakel angeschaut und es wurde viel gelacht, gesungen und getanzt. Gerade die Kinder haben mit verkleiden und allem drum und dran mitgemacht. Die Punktevergabe war dann aber für die beiden großen schon etwas schwieriger auszuhalten. Island hat nämlich keinen einzigen Punkt von keiner einzigen Jury erhalten. Aber immerhin gab es 33 Punkte vom Publikum und so wurde Island schlussendlich Vorletzter. Zum Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages gab es dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang. Ich hatte vorher nicht wirklich einen Bezug zu Eurovision, aber in diesem Jahr hat es mir richtig gut gefallen. Dadurch, dass die Schweiz Gastgeber war hat sich das alles für mich wie die Symbiose der Kulturen, in denen ich gerade lebe, angefühlt.

Am Sonntag bin ich dann mal wieder mit der Familie nach Vík gefahren. Dort habe ich mich mit einem anderen AuPair getroffen. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen und haben uns einfach ausgetauscht. Bei uns war das Wetter immer noch ganz fantastisch, aber in Vík hing Nebel. Vík liegt zwischen zwei Bergen zwischen denen sich der Nebel ausgebreitet hatte. Sobald man über den Berg kam hatte man wieder schönsten Sonnenschein. Abends bin ich dann noch mal in den Schafstall gegangen. Das eine Lamm war sogar sehr zutraulich, obwohl die in der Regel sehr ängstlich sind.

So war die Stimmung um 23 Uhr. Einfach richtig schön, dass es schon so lange hell war.

In der folgenden Arbeitswoche habe ich viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht.

Sonst konnte man zusehen wie der Sommer in der Natur ankommt. Man sieht immer mehr Blüten und außerdem hat die Fohlen-Saison begonnen. Auch die Lupinen haben angefangen zu blühen. Und die Helligkeit hat auch schon wieder neue Dimensionen angenommen. Das 3. Bild ist um 2 Uhr Nachts entstanden.

Ich bin mit dem Fahrrad zum Wasserfall gefahren. Mein Gastvater hat auch sein Fahrrad wieder fit gemacht. Der Große hatte zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen und die beiden Kids sind darauf hin dem Fahrradfieber verfallen. Der Fahrradsattel meines Gastvater ist leider so unbequem, dass ich die fahrt nicht genießen konnte. Am Wasserfall war es aber schön.

Am 30. Mai haben hier dann die Sommerferien angefangen. Die beiden Großen haben jetzt 3 Monate Schulfrei. Ich habe also oft mehr Kinder als sonst zu hüten. Die beiden haben oft Spielbesuch oder gehen zu ihren Freundinnen und Freunden. Es gibt aber auch verschiedenen Ferienbetreuungsangebote an denen sie Teilnehmen und dann mal mehr mal weniger zu Hause sind. Solange der Kleinste noch im Kindergarten war (die Ferien da haben erst ca. 6 Wochen später angefangen), war mein Arbeitstag dann häufig von 11 oder 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Wobei ich den Kleinsten weiterhin um 14 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt habe. Der Unterschied war halt, das ich auch vorher nicht mehr wirklich meine Ruhe hatte um mich um den Haushalt zu kümmern. Ich habe auch mit den beiden Großen und ihren Freund*innen mehr gespielt. Zum Beispiel bin ich oft mit ihnen aufs Trampolin gegangen oder spiel Verstecken oder Fangen oder was ihnen sonst so einfällt.

Am 31. Mai sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Dort war ein Lauf organisiert, an dem mein Gastvater teilgenommen hatte. Der Große und ich sind auch mitgefahren. Ich war in dem Glauben, dass wir vor allem zum anfeuern da waren. Als mich die Oma also fragte ob ich mit zum "skemtun skokki" komme, dachte ich, dass das anfeuern heißt und habe ganz enthusiastisch ja gesagt. Naja, damit kommen wir zum meinem bisher folgenschwersten Missverständnis. Wir sind also los zur Turnhalle, wo es die Startnummern, etwas Verpflegung und so etwas gab. Und als mir dann auch eine Starnummer in die Hand gedrückt wurde, schwante mir so langsam, dass ich vielleicht nicht nur zum anfeuern da war. Ich habe mir dann noch eine Kappe gekauft, schließlich habe ich keine aus Deutschland mitgebracht und bekomme doch mehr Sonne ab, als ich erwartet hatte. Dann haben wir uns als Unterstützung für diejenigen, die beim 10km oder 21 km Lauf gestartet sind, mit zum Start begeben und von dort aus angefeuert. Dann konnten wir denn Lauf erst so und dann über eine LED Wand mitverfolgen. Der Weg ging über den Strand, den Berg hoch, nach vorne Richtung Meer und dann wieder zurück ins Tal für die 10km und noch einen zweiten Berg hoch für die 21 km. Eine halbe Stunde später stand ich dann an des Starlinie des 3 km Spaßlauf. Zusammen mit dem großen und der Oma. Und ich habe gemerkt, dass ich wirklich die mit Abstand unvorbereitetste Person zwischen den Kindern, Eltern und Großeltern war. Nicht nur hatte ich ein Jeans an, nein ich war auch in meinen "guten" Schuhen da. In Deutschland trage ich die im Winter, wenn es nicht geschneit hat. Sie sind mit Fake Fell gefüttert und außen aus Leder. Also die besten Voraussetzungen um 3 km am Strand zu Laufen. Naja, da war es halt schon zu spät. Wir sind dann also losgelaufen und mein einziges Ziel war es, nicht nach der Oma ins Ziel zu kommen. Das habe ich auch geschafft. Leider sind mir die Kinder so davon gezogen, dass ich dann mehr oder weniger alleine Laufen musste. Völlig unterschätz habe ich aber, was das mit einem macht, wenn da auch nur 2 Hanseln stehen um einen anzufeuern. Ich war nur so unsicher, bei dem ganzen, dass ich dann nicht durchs Zeil gelaufen bin, sondern 10 Meter vorher schon zur Seite bin. Doch dann konnte ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen nehmen und habe mich doch noch getraut, im Zielbereich nach einer Goodiebag zu fragen, die mir auf Grund dessen erst entgangen war. Danach habe ich mich noch kostenlos ein bisschen durchfuttern können. Und wir haben die Läufer der beiden anderen Läufe im Ziel begrüßt. Danach sind wir dann zurück gefahren und waren alle ordentlich K.O.

So habe ich also den sehr schönen und ereignisreichen Mai beendet. Das schreiben hat jetzt ach schon wieder so lange gedauert, dass ich bestimmt ganz viele Details schon wieder vergessen habe. Der Juni ging auf jeden Fall nicht weniger aufregend weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert