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Der Juli fing direkt mit einem richtigen Highlight an. Am Donnerstag nach der Arbeit sind wir zum hestarferð, einer besonderen Reittour, aufgebrochen. Am Tag vorher hatten die Kinder mit ihren Eltern und noch einigen anderen die Pferde schon ca. 20 km auf eine Weide bei einem Verwandten gebracht. Wir sind dann mit meiner Gastfamilie, der Familie der Schwester meiner Gastmutter, der Schwester meines Gastvaters, zwei Stallmitarbeiterinnen und einer Einstellerin im Stall zu der Weide gefahren. In der Herde waren ungefähr 30 Pferde. Ziel war es, diese Pferde wieder zurück zum Bauernhof zu bringen.  Wir haben den Heimweg dann in vier Etappen zurückgelegt. In jeder Etappe sind circa acht Leute geritten und die anderen sind auf drei Autos verteilt mitgefahren. Der Rest der Herde ist ohne Reiter frei mitgelaufen, auch das ist ein gutes Training für die Pferde. Die Leute in den Autos sind teilweise vorgefahren und haben den Weg so abgesperrt, dass die Pferde den richtigen Weg nehmen. Dafür haben wir Bänder gespannt oder uns mit dem Auto in die Einfahrten gestellt, um die zu blockieren. Viele Wege in Island haben auch Tore, die man für genau solche Situationen schließen kann. Ich durfte auch eine Etappe reiten. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so vielen Leuten und Tieren unterwegs zu sein. Dadurch, dass wir diese Etappen hatten, gab es auch regelmäßig etwas zu essen und zu trinken für alle. Wir waren dann abends gegen zehn Uhr wieder auf dem Hof. Ich war dann sehr müde, aber auch glücklich.

Am Freitag ist meine Gastfamilie dann nachmittags nach Reykjavík gefahren, und ich hatte zwei Nächte sturmfrei. Freitagabend habe ich noch einen Spaziergang mit Mía zum Wasserfall gemacht. Es war sehr schön und das Licht hat alles noch magischer aussehen lassen, aber leider wurde ich auch von Mücken verfolgt.

Am Samstag habe ich mit dem anderen Aupair einen Ausflug gemacht. Wir sind als erstes zum Háifoss gefahren, dort wollte ich im Januar schon mal hin, aber da war die Straße gesperrt. Von da aus sind wir weiter zu einem historischen Bauernhof gefahren. Von dort aus sind wir weiter zur Gjáin gefahren. Auf dem Weg bin ich das erste Mal mit dem Auto so offroad unterwegs gewesen, dass ich durch ein kleines Bächlein gefahren bin. Dort angekommen sind wir dann da durch die sehr schöne Landschaft geklettert. Als letztes waren wir dann noch beim Hjálparfoss, dort war ich im Januar tatsächlich schon mal.

Am Sonntag war ich dann das erste Mal mit den Kindern bei unserem „Haus-Wasserfall“, dem Arbæjarfoss. Wir sind durch das Wasser auf die kleine Insel vor dem Wasserfall gelaufen und dann dort mit den Füßen ins Wasser gegangen. Außerdem sind wir noch ein bisschen rumgeklettert. Dann haben wir gesehen, dass die krækjuber, die schwarze Krähenbeeren, die zu den Heidekrautgewächsen zählen, schon reif sind, und haben angefangen die Beeren zu sammeln und zu essen. Ich habe mich bei der ganzen Sache ein bisschen wie Heidi gefühlt, weil wir da barfuß hin und her gerannt sind.

Dann habe ich mich darum gekümmert, dass ich jetzt zum Wintersemester an der Uni anfangen kann. Und dann war auch schon der letzte Kindergartentag da. Der Kindergarten hat 6 Wochen Sommerferien gemacht. In der Zeit habe ich dann wieder, wie am Anfang den ganzen Tag mit dem Kleinsten verbracht. Gearbeitet habe ich dann meistens von 10-16 Uhr. Die beiden Großen haben eine ganzen Woche bei den Großeltern in Vík verbracht, und wir sind am Freitag auch losgefahren um uns die Abschlussvorstellung vom Ferienkurs der Kids anzuschauen.

Am nächsten Montag war es dann unglaublich heiß. Wir hatten 26°C im Schatten. Die Kinder haben den halben Tag im Schlamm gespielt und dann mit dem Wasserschlauch versucht, sich wieder sauber zu machen. Nachmittags sind wir dann noch gemeinsam mit drei Freund*innen der Kinder zum Wasserfall gefahren, um uns dort richtig abzukühlen.

Am Dienstag kamen dann Verwandte, um die Fenster in den Kinderzimmern auszutauschen. Außerdem ist mein Gastvater mit den beiden Großen in den Norden zu einer Voltigier-Ferienwoche gefahren.

Am Donnerstag hatte ich dann Geburtstag. Mein Gastmutter ist schon morgens um 6:15 Uhr nach Reykjavík zu einem Turnier gefahren. Ich hatte den Morgen also erstmal für mich alleine. Ich habe Geschenke, die meine Eltern hiergelassen hatten, geöffnet und etwas von dem Kuchen, den ich mir am Vortag gebacken hatte, gegessen. Ich habe den Kleinen dann um 9 Uhr bei der Oma abgeholt. Die Oma hat mir gratuliert und ich habe ein kleines Geschenk bekommen. Der Kleine wollte gerne draußen bleiben. Da haben wir die Stallmitarbeiterin getroffen, die für mich „happy birthday“ gesungen hat. Der Kleine hat dann ganz niedlich seine Schubkarre genommen und beim Ausmisten geholfen. Dann haben wir einen Spaziergang mit Mía gemacht, weil der Kleine das gerne wollte. Als nächstes durften wir noch helfen, die Pferde zu treiben und dafür beim Opa im Auto mitfahren. Der Kleine hat eine große Begeisterung für alle Fahrzeuge entwickelt und findet solche Aktionen dementsprechend super. Nachmittags kamen die anderen dann vom Turnier wieder und wir haben eine Geburtstagskaffeestunde mit allen gemacht. Eine Freundin von meiner Gastmutter hat dann sogar noch als Abendessen Spinatlasagne für mich gemacht. Für mich war es ein wirklich schöner Geburtstag und ich habe mich sehr geliebt gefühlt

Am nächsten Tag bin ich mit dem Kleinen mit aufs Turnier gefahren und habe ihn dort beschäftigt. Das Turnier war relativ wichtig in Island und die ganze professionelle Infrastruktur hat mich schon beeindruckt.

Am Wochenende habe ich mich mit zwei Aupairs getroffen. Wir sind ins Sógar Museum gegangen und waren bei den Wasserfällen Kvernufoss und Skógafoss. Und mit einer war ich dann auch noch bei der Seljavallalaug. Das ist ein Schwimmbecken mitten in der Natur und ist mit natürlich warmem Wasser gefüllt.

Die Woche war wieder weitestgehend normal. Die Kinder haben aber ein neues Spielzeug bekommen: Ein elektrisches Buggy Auto, das ich auch per Fernsteuerung lenken kann.

Am Mittwoch nach meiner Arbeit war ein Leichtathletik-Wettkampf in Hella. Ich bin mitgegangen, weil die Kinder da auch teilgenommen haben und ich zuschauen wollte. Irgendwie bin ich dann dazu gekommen, beim Kugelstoßen die Weiten zu messen. Ich habe eine Warnweste bekommen und sah offiziell aus, hatte aber eigentlich keine Ahnung von nichts. Später habe ich dann auch noch beim Weitsprung geharkt.

Man hat außerdem gemerkt, dass es wieder deutlich dunkler wird. Das hier war um 23:40 Uhr.

Samstag habe ich mit meinem Gastvater und dem Opa und den beiden Großen ein paar Schafe wieder eingefangen. Was man halt so macht auf dem Bauernhof.

Später sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Ich bin erst mit den großen Kindern ein bisschen raus gegangen und wir haben am Strand gespielt. Meine Gasteltern sind dann auf eine Hochzeitsfeier gegangen und ich habe alle drei Kids in Vík ins Bett gebracht. Erst hat der Kleine anderthalb Stunden nicht schlafen wollen, bis dann der Opa übernommen hat. Mit den beiden Großen haben ich dann noch eine Gassirunde mit Mía gemacht. Und dann habe ich die beiden ins Bett gebracht, was auch nicht ganz einfach war. Die Tochter wollte eigentlich wach bleiben, bis ihre Eltern wieder da sind. Aber irgendwie habe ich es auch geschafft, dass die beiden irgendwann geschlafen haben. Am nächsten Tag war das Wetter mal wieder wunderschön und ich habe erst einen Spaziergang durch Vík gemacht und später auch noch einen zum Wasserfall.

In der nächsten Woche ist meine Gastmutter mittwochs zu den Weltmeisterschaften der Islandpferde in die Schweiz gereist. Sonst war aber alles wie gewohnt. Und dann hat auch schon mein letzter Monat in Island angefangen.

Am ersten Mai hatten die Kinder wieder eine Show. Aus dem Reitverband haben die ganzen verschiedenen Reitgruppen gezeigt, was sie im Unterricht gelernt haben. Da sind die beiden großen jeweils in ihren Reitgruppen aufgetreten. Der kleinste durfte auch mitmachen. Er durfte reiten und wurde von seiner Mutter, und seinen beiden Geschwistern geführt. Ich habe erst als so genannter Turnier Trottel den Kinder geholfen ihre Pferde fertig zu machen. Ab der Pause habe ich den Kleinen erst im Kinderwagen schlafen gelegt und dann seinen Schlaf bewacht. Er war dann pünktlich zur Siegerehrung wieder wach. Weil der Kleine ja auch mitgewirkt hat, wurde ich dann noch etwas unvorbereitet mit ihm auf dem Arm hinterher geschickt. Und so stand ich plötzlich in der Mitte der Reithalle mit 120 Kindern, die für ihre Leistung gefeiert wurden.

Abends bin ich dann mit den beiden großen Kindern noch das erste Mal im Schafstall gewesen. Die Lämmersaison hatte begonnen. Die beiden haben mir dann alles gezeigt und verschiedene Lämmer gestreichelt. Ich glaube aber, dass gerade die Schafmütter das nicht lustig fanden. Viele haben sich versucht vor ihre Kinder zu stellen. Und haben währenddessen drohend mit ihren Huf auf den Boden gehauen.

Am folgenden Wochenendende bin ich mit einer anderen AuPair und ihrem Freund, der gerade zu Besuch war auf die Westmännerinseln gefahren. Dort fand zeitgleich ein Trail-Lauf statt. Es war also deutlich mehr los, als vor einem halben Jahr, als ich das letzte mal da war. Wir sind zur Küste gelaufen um zu schauen, ob wir Papageientaucher sehen können. Wir haben leider keine entdeckt, aber die Küste war trotzdem sehr schön. Anschließend sind wir noch zu einem alten Flugzeugwrack am Strand gewandert. Der Weg ist pro Richtung ca. 3,5km lang. An dem Tag bin ich insgesamt also sehr viel gelaufen und habe mich am nächsten Tag einfach nur noch ausgeruht. Außerdem hatte ich mich vergessen einzucremen und habe mir so einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

Die nächsten Tage kam die Schwester der Oma aus den Niederlanden zu besuch. Sie hat Niederländisch gesprochen und die Kinder isländisch, aber irgendwie haben sie sich einigermaßen verstanden. Außerdem ist der Frühling weiter eingezogen. Die Bäume haben neue Blätter bekommen und die Wiesen wurden langsam grün. An einem Tag habe ich dann nochmal einen Spaziergang in Selfoss mit einer AuPair, die jetzt in den Norden gezogen ist, gemacht.

Während in Deutschland schöne Frühlingstage waren, hatten wir in Island in vergleich eine richtige Hitzewelle. Wir hatte über eine Woche mit Temperaturen um die 20°C. Gefühlt war das sehr, sehr warm. Ich habe es bereut keine kurze oder wenigstens eine luftige Hose dabei zu haben. Auch dünnere Schuhe habe ich vermisst. Gefühlt bin ich fast geschmolzen bei diesen unglaublichen Temperaturen ;). Außerdem hat die Eurovision-Woche begonnen. In Island schauen 97% der Bevölkerung den ESC und gerade auch für die Kinder ist es ein riesen Happening. Vor dem ersten Halbfinale habe ich dann noch einen Spaziergang gemacht, um das schöne Wetter zu genießen. Dabei habe ich kurz geholfen, Schafe, die außerhalb ihrer Weide waren, wieder ich ihre Weide zu treiben. Dann gab es Eurovision-Party und das Island in Finale gekommen ist, war der krönenden Abschluss des Tages.

Freitag haben wir dann nach der Schule den Kindergebrutstag des Großen gefeiert. Wir haben ihn und alle seine Freundinnen und Freunde von der Schule abgeholt und sind dann auf einen Spielplatz in Hella gegangen. Dort konnten die Kinder frei miteinander Spielen. Es gab Hotdogs vom Grill und einen Geburtstagskuchen. Die Kinder habe sich im großen und ganzen gut verstanden, auch wenn es immer wieder kleinere Streitigkeiten gab. Zum Abschluss durften sie dann auch noch mit den Füßen in den Fluss, es war schließlich immer noch sehr warm und ich bin in meiner langen Jeans und meinen gefütterten Schuhen ein bisschen eingegangen. Außerdem wurden immer wieder verschiedene Eurovisionlieder gegrölt und es wurde debattiert wer wohl gewinnen würde und welches Lied besser/schlechter als ein anders sei. Als wir wieder zurück waren, konnten wir noch nicht in unser Haus, weil dort noch geputzt wurde. Denn am nächsten Tag stand dann die Feier mit den Verwandten an. Ich habe dann noch meine Gastvater geholfen Essen für den nächsten Tag vorzubereiten und dabei neune Gerichte kennengelernt. Gefeiert wurde dann wie bei den beiden anderen Kindern mit einem großen Kuchenbuffet.

Abends war dann das Eurovision Finale. Wir saßen gemeinsam mit den Großeltern vor dem Fernseher. Der kleinste ist nach dem isländischen Auftritt (weit am Anfang) ins Bett gegangen. Die Oma hatte Nudeln und Fleischbällchen in einer Erdnusssoße gemacht, ein absolutes Lieblingsessen der Familie. Wir haben uns dann das ganze Spektakel angeschaut und es wurde viel gelacht, gesungen und getanzt. Gerade die Kinder haben mit verkleiden und allem drum und dran mitgemacht. Die Punktevergabe war dann aber für die beiden großen schon etwas schwieriger auszuhalten. Island hat nämlich keinen einzigen Punkt von keiner einzigen Jury erhalten. Aber immerhin gab es 33 Punkte vom Publikum und so wurde Island schlussendlich Vorletzter. Zum Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages gab es dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang. Ich hatte vorher nicht wirklich einen Bezug zu Eurovision, aber in diesem Jahr hat es mir richtig gut gefallen. Dadurch, dass die Schweiz Gastgeber war hat sich das alles für mich wie die Symbiose der Kulturen, in denen ich gerade lebe, angefühlt.

Am Sonntag bin ich dann mal wieder mit der Familie nach Vík gefahren. Dort habe ich mich mit einem anderen AuPair getroffen. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen und haben uns einfach ausgetauscht. Bei uns war das Wetter immer noch ganz fantastisch, aber in Vík hing Nebel. Vík liegt zwischen zwei Bergen zwischen denen sich der Nebel ausgebreitet hatte. Sobald man über den Berg kam hatte man wieder schönsten Sonnenschein. Abends bin ich dann noch mal in den Schafstall gegangen. Das eine Lamm war sogar sehr zutraulich, obwohl die in der Regel sehr ängstlich sind.

So war die Stimmung um 23 Uhr. Einfach richtig schön, dass es schon so lange hell war.

In der folgenden Arbeitswoche habe ich viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht.

Sonst konnte man zusehen wie der Sommer in der Natur ankommt. Man sieht immer mehr Blüten und außerdem hat die Fohlen-Saison begonnen. Auch die Lupinen haben angefangen zu blühen. Und die Helligkeit hat auch schon wieder neue Dimensionen angenommen. Das 3. Bild ist um 2 Uhr Nachts entstanden.

Ich bin mit dem Fahrrad zum Wasserfall gefahren. Mein Gastvater hat auch sein Fahrrad wieder fit gemacht. Der Große hatte zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen und die beiden Kids sind darauf hin dem Fahrradfieber verfallen. Der Fahrradsattel meines Gastvater ist leider so unbequem, dass ich die fahrt nicht genießen konnte. Am Wasserfall war es aber schön.

Am 30. Mai haben hier dann die Sommerferien angefangen. Die beiden Großen haben jetzt 3 Monate Schulfrei. Ich habe also oft mehr Kinder als sonst zu hüten. Die beiden haben oft Spielbesuch oder gehen zu ihren Freundinnen und Freunden. Es gibt aber auch verschiedenen Ferienbetreuungsangebote an denen sie Teilnehmen und dann mal mehr mal weniger zu Hause sind. Solange der Kleinste noch im Kindergarten war (die Ferien da haben erst ca. 6 Wochen später angefangen), war mein Arbeitstag dann häufig von 11 oder 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Wobei ich den Kleinsten weiterhin um 14 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt habe. Der Unterschied war halt, das ich auch vorher nicht mehr wirklich meine Ruhe hatte um mich um den Haushalt zu kümmern. Ich habe auch mit den beiden Großen und ihren Freund*innen mehr gespielt. Zum Beispiel bin ich oft mit ihnen aufs Trampolin gegangen oder spiel Verstecken oder Fangen oder was ihnen sonst so einfällt.

Am 31. Mai sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Dort war ein Lauf organisiert, an dem mein Gastvater teilgenommen hatte. Der Große und ich sind auch mitgefahren. Ich war in dem Glauben, dass wir vor allem zum anfeuern da waren. Als mich die Oma also fragte ob ich mit zum "skemtun skokki" komme, dachte ich, dass das anfeuern heißt und habe ganz enthusiastisch ja gesagt. Naja, damit kommen wir zum meinem bisher folgenschwersten Missverständnis. Wir sind also los zur Turnhalle, wo es die Startnummern, etwas Verpflegung und so etwas gab. Und als mir dann auch eine Starnummer in die Hand gedrückt wurde, schwante mir so langsam, dass ich vielleicht nicht nur zum anfeuern da war. Ich habe mir dann noch eine Kappe gekauft, schließlich habe ich keine aus Deutschland mitgebracht und bekomme doch mehr Sonne ab, als ich erwartet hatte. Dann haben wir uns als Unterstützung für diejenigen, die beim 10km oder 21 km Lauf gestartet sind, mit zum Start begeben und von dort aus angefeuert. Dann konnten wir denn Lauf erst so und dann über eine LED Wand mitverfolgen. Der Weg ging über den Strand, den Berg hoch, nach vorne Richtung Meer und dann wieder zurück ins Tal für die 10km und noch einen zweiten Berg hoch für die 21 km. Eine halbe Stunde später stand ich dann an des Starlinie des 3 km Spaßlauf. Zusammen mit dem großen und der Oma. Und ich habe gemerkt, dass ich wirklich die mit Abstand unvorbereitetste Person zwischen den Kindern, Eltern und Großeltern war. Nicht nur hatte ich ein Jeans an, nein ich war auch in meinen "guten" Schuhen da. In Deutschland trage ich die im Winter, wenn es nicht geschneit hat. Sie sind mit Fake Fell gefüttert und außen aus Leder. Also die besten Voraussetzungen um 3 km am Strand zu Laufen. Naja, da war es halt schon zu spät. Wir sind dann also losgelaufen und mein einziges Ziel war es, nicht nach der Oma ins Ziel zu kommen. Das habe ich auch geschafft. Leider sind mir die Kinder so davon gezogen, dass ich dann mehr oder weniger alleine Laufen musste. Völlig unterschätz habe ich aber, was das mit einem macht, wenn da auch nur 2 Hanseln stehen um einen anzufeuern. Ich war nur so unsicher, bei dem ganzen, dass ich dann nicht durchs Zeil gelaufen bin, sondern 10 Meter vorher schon zur Seite bin. Doch dann konnte ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen nehmen und habe mich doch noch getraut, im Zielbereich nach einer Goodiebag zu fragen, die mir auf Grund dessen erst entgangen war. Danach habe ich mich noch kostenlos ein bisschen durchfuttern können. Und wir haben die Läufer der beiden anderen Läufe im Ziel begrüßt. Danach sind wir dann zurück gefahren und waren alle ordentlich K.O.

So habe ich also den sehr schönen und ereignisreichen Mai beendet. Das schreiben hat jetzt ach schon wieder so lange gedauert, dass ich bestimmt ganz viele Details schon wieder vergessen habe. Der Juni ging auf jeden Fall nicht weniger aufregend weiter.

Der November find gut an. Es wurde immer kälter und schon bald gab es immer wieder Frost. Seit Mitte November ist es hier nicht mehr über 0 Grad gewesen. Die ersten Tage war auch die Straße richtig eisig, weil es vorher geregnet hatte. Ich habe mich weiterhin jeden Tag um den Kleinen gekümmert. Wir haben angefangen den Rhythmus so umzustellen, dass er nur noch ein Schläfchen am Tag hält anstatt zwei. An den ersten beiden Wochenenden habe ich auch nicht besonders viel gemacht. Ich habe viel mit Freund*innen in Deutschland telefoniert und mich einmal mit mit dem Aupair in meiner Nähe zum Spielenachmittag getroffen. Ich war auch ein paar mal reiten.

Außerdem hatte der Kleine Geburtstag. Er ist jetzt offiziell ein Jahr alt. Die Geburtstagsfeier fand am Wochenende drauf statt. Es wurde im leinen Rahmen, das hieß in diesem Fall mit ca. 30 Leuten gefeiert. Es gab Gulaschsuppe (für mich eine vegetarische) und ganz viel Kuchen. Das Essen war super und ich habe mich auch ein bisschen unters Volk gemischt. Für mich war es aber vor allem überfordernd und reizüberflutend.

Die Kinder haben bei einem Weihnachtskonzert mitgesungen. Bei dem Konzert sind verschiedene Chöre aufgetreten und haben isländische Weihnachtslieder gesungen. Es gibt viele Weihnachtslieder-Klassiker die einfach ins isländische übersetzt wurden. Ich finde es sehr schön, die bekannten Melodien zu hören auch wenn ich den Text dann nicht kenne/verstehe. Auf der Rückfahrt hat Island dann seinen ganzen Zauber gezeigt. Es war ganz dunkel vor uns war der Mond, sehr orange und riesig groß. Hinter uns sah man das rote lodern des Vulkanausbruchs. Und neben uns waren Polarlichter am Himmel. Sehr Magisch. Der Vulkanausbruch ist übrigens ca. 1,5h Autofahrt von mir entfernt es besteht also keine Gefahr für mich. Das ich im dunkeln trotzdem das rote lodern sehen kann, hat mich selber überrascht. Es spricht einfach dafür, wie viel Energie bei so einer Eruption freigesetzt wird.

An einem weitern Wochenende bin ich mit der Mutter und den beiden großen Kindern nach Reykjavík gefahren. Die Tochter hat an einem Leichtathletik Wettkampf teilgenommen. In der Sporthalle habe verschiedenen Wettbewerbe in verschiedenen Altersklassen stattgefunden. Bei den älteren gab es ganz klassische Disziplinen wie Sprit oder Hochsprung. Die Kinder haben sich an verschiedenen Stationen mit Aufgaben die an verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik angelehnt sind ausgepowert. es gab einen mini Hürdenlauf, eine Staffellauf, eine Station mit einer Art Speerwerfen, Springen aus dem Stand, Kugelstoßen und einen Hindernislauf. Am Ende haben alle Kinder eine Medaille bekommen. Diese wurde ihnen von einem ehemaligen, isländischen Olympiateilnehmer überreicht.

Im Anschluss sind wir noch auf den Weihnachtsmarkt in Hafnarfjördur gewesen. Der war wie ein kleiner, deutscher Weihnachtsmarkt aufgebaut. Es gab eine Bühne und es lief Weihnachtsmusik. In kleinen Buden verkaufen Leute verschiedenen vor allem selbstgemachte Dinge. Es gab aber auf dem ganzen Weihnachtsmarkt keinen Glühwein und nichts vergleichbares. Es gab auch noch eine Schlittschuhbahn mit Plastikoberfläche. Da sind die Kinder dann Schlittschuh gefahren. Währenddessen hat die deutsche Schule, die direkt daneben war. Ihren Martinsumzug veranstaltet. Es kamen Kinder mit Laternen, es gab ein paar Ansagen und dann sind sie losgezogen. Ich habe mich sehr gefreut, doch ein ganz bisschen Sakt Martin in diesem Jahr gehabt zu haben.