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Der Juli fing direkt mit einem richtigen Highlight an. Am Donnerstag nach der Arbeit sind wir zum hestarferð, einer besonderen Reittour, aufgebrochen. Am Tag vorher hatten die Kinder mit ihren Eltern und noch einigen anderen die Pferde schon ca. 20 km auf eine Weide bei einem Verwandten gebracht. Wir sind dann mit meiner Gastfamilie, der Familie der Schwester meiner Gastmutter, der Schwester meines Gastvaters, zwei Stallmitarbeiterinnen und einer Einstellerin im Stall zu der Weide gefahren. In der Herde waren ungefähr 30 Pferde. Ziel war es, diese Pferde wieder zurück zum Bauernhof zu bringen.  Wir haben den Heimweg dann in vier Etappen zurückgelegt. In jeder Etappe sind circa acht Leute geritten und die anderen sind auf drei Autos verteilt mitgefahren. Der Rest der Herde ist ohne Reiter frei mitgelaufen, auch das ist ein gutes Training für die Pferde. Die Leute in den Autos sind teilweise vorgefahren und haben den Weg so abgesperrt, dass die Pferde den richtigen Weg nehmen. Dafür haben wir Bänder gespannt oder uns mit dem Auto in die Einfahrten gestellt, um die zu blockieren. Viele Wege in Island haben auch Tore, die man für genau solche Situationen schließen kann. Ich durfte auch eine Etappe reiten. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so vielen Leuten und Tieren unterwegs zu sein. Dadurch, dass wir diese Etappen hatten, gab es auch regelmäßig etwas zu essen und zu trinken für alle. Wir waren dann abends gegen zehn Uhr wieder auf dem Hof. Ich war dann sehr müde, aber auch glücklich.

Am Freitag ist meine Gastfamilie dann nachmittags nach Reykjavík gefahren, und ich hatte zwei Nächte sturmfrei. Freitagabend habe ich noch einen Spaziergang mit Mía zum Wasserfall gemacht. Es war sehr schön und das Licht hat alles noch magischer aussehen lassen, aber leider wurde ich auch von Mücken verfolgt.

Am Samstag habe ich mit dem anderen Aupair einen Ausflug gemacht. Wir sind als erstes zum Háifoss gefahren, dort wollte ich im Januar schon mal hin, aber da war die Straße gesperrt. Von da aus sind wir weiter zu einem historischen Bauernhof gefahren. Von dort aus sind wir weiter zur Gjáin gefahren. Auf dem Weg bin ich das erste Mal mit dem Auto so offroad unterwegs gewesen, dass ich durch ein kleines Bächlein gefahren bin. Dort angekommen sind wir dann da durch die sehr schöne Landschaft geklettert. Als letztes waren wir dann noch beim Hjálparfoss, dort war ich im Januar tatsächlich schon mal.

Am Sonntag war ich dann das erste Mal mit den Kindern bei unserem „Haus-Wasserfall“, dem Arbæjarfoss. Wir sind durch das Wasser auf die kleine Insel vor dem Wasserfall gelaufen und dann dort mit den Füßen ins Wasser gegangen. Außerdem sind wir noch ein bisschen rumgeklettert. Dann haben wir gesehen, dass die krækjuber, die schwarze Krähenbeeren, die zu den Heidekrautgewächsen zählen, schon reif sind, und haben angefangen die Beeren zu sammeln und zu essen. Ich habe mich bei der ganzen Sache ein bisschen wie Heidi gefühlt, weil wir da barfuß hin und her gerannt sind.

Dann habe ich mich darum gekümmert, dass ich jetzt zum Wintersemester an der Uni anfangen kann. Und dann war auch schon der letzte Kindergartentag da. Der Kindergarten hat 6 Wochen Sommerferien gemacht. In der Zeit habe ich dann wieder, wie am Anfang den ganzen Tag mit dem Kleinsten verbracht. Gearbeitet habe ich dann meistens von 10-16 Uhr. Die beiden Großen haben eine ganzen Woche bei den Großeltern in Vík verbracht, und wir sind am Freitag auch losgefahren um uns die Abschlussvorstellung vom Ferienkurs der Kids anzuschauen.

Am nächsten Montag war es dann unglaublich heiß. Wir hatten 26°C im Schatten. Die Kinder haben den halben Tag im Schlamm gespielt und dann mit dem Wasserschlauch versucht, sich wieder sauber zu machen. Nachmittags sind wir dann noch gemeinsam mit drei Freund*innen der Kinder zum Wasserfall gefahren, um uns dort richtig abzukühlen.

Am Dienstag kamen dann Verwandte, um die Fenster in den Kinderzimmern auszutauschen. Außerdem ist mein Gastvater mit den beiden Großen in den Norden zu einer Voltigier-Ferienwoche gefahren.

Am Donnerstag hatte ich dann Geburtstag. Mein Gastmutter ist schon morgens um 6:15 Uhr nach Reykjavík zu einem Turnier gefahren. Ich hatte den Morgen also erstmal für mich alleine. Ich habe Geschenke, die meine Eltern hiergelassen hatten, geöffnet und etwas von dem Kuchen, den ich mir am Vortag gebacken hatte, gegessen. Ich habe den Kleinen dann um 9 Uhr bei der Oma abgeholt. Die Oma hat mir gratuliert und ich habe ein kleines Geschenk bekommen. Der Kleine wollte gerne draußen bleiben. Da haben wir die Stallmitarbeiterin getroffen, die für mich „happy birthday“ gesungen hat. Der Kleine hat dann ganz niedlich seine Schubkarre genommen und beim Ausmisten geholfen. Dann haben wir einen Spaziergang mit Mía gemacht, weil der Kleine das gerne wollte. Als nächstes durften wir noch helfen, die Pferde zu treiben und dafür beim Opa im Auto mitfahren. Der Kleine hat eine große Begeisterung für alle Fahrzeuge entwickelt und findet solche Aktionen dementsprechend super. Nachmittags kamen die anderen dann vom Turnier wieder und wir haben eine Geburtstagskaffeestunde mit allen gemacht. Eine Freundin von meiner Gastmutter hat dann sogar noch als Abendessen Spinatlasagne für mich gemacht. Für mich war es ein wirklich schöner Geburtstag und ich habe mich sehr geliebt gefühlt

Am nächsten Tag bin ich mit dem Kleinen mit aufs Turnier gefahren und habe ihn dort beschäftigt. Das Turnier war relativ wichtig in Island und die ganze professionelle Infrastruktur hat mich schon beeindruckt.

Am Wochenende habe ich mich mit zwei Aupairs getroffen. Wir sind ins Sógar Museum gegangen und waren bei den Wasserfällen Kvernufoss und Skógafoss. Und mit einer war ich dann auch noch bei der Seljavallalaug. Das ist ein Schwimmbecken mitten in der Natur und ist mit natürlich warmem Wasser gefüllt.

Die Woche war wieder weitestgehend normal. Die Kinder haben aber ein neues Spielzeug bekommen: Ein elektrisches Buggy Auto, das ich auch per Fernsteuerung lenken kann.

Am Mittwoch nach meiner Arbeit war ein Leichtathletik-Wettkampf in Hella. Ich bin mitgegangen, weil die Kinder da auch teilgenommen haben und ich zuschauen wollte. Irgendwie bin ich dann dazu gekommen, beim Kugelstoßen die Weiten zu messen. Ich habe eine Warnweste bekommen und sah offiziell aus, hatte aber eigentlich keine Ahnung von nichts. Später habe ich dann auch noch beim Weitsprung geharkt.

Man hat außerdem gemerkt, dass es wieder deutlich dunkler wird. Das hier war um 23:40 Uhr.

Samstag habe ich mit meinem Gastvater und dem Opa und den beiden Großen ein paar Schafe wieder eingefangen. Was man halt so macht auf dem Bauernhof.

Später sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Ich bin erst mit den großen Kindern ein bisschen raus gegangen und wir haben am Strand gespielt. Meine Gasteltern sind dann auf eine Hochzeitsfeier gegangen und ich habe alle drei Kids in Vík ins Bett gebracht. Erst hat der Kleine anderthalb Stunden nicht schlafen wollen, bis dann der Opa übernommen hat. Mit den beiden Großen haben ich dann noch eine Gassirunde mit Mía gemacht. Und dann habe ich die beiden ins Bett gebracht, was auch nicht ganz einfach war. Die Tochter wollte eigentlich wach bleiben, bis ihre Eltern wieder da sind. Aber irgendwie habe ich es auch geschafft, dass die beiden irgendwann geschlafen haben. Am nächsten Tag war das Wetter mal wieder wunderschön und ich habe erst einen Spaziergang durch Vík gemacht und später auch noch einen zum Wasserfall.

In der nächsten Woche ist meine Gastmutter mittwochs zu den Weltmeisterschaften der Islandpferde in die Schweiz gereist. Sonst war aber alles wie gewohnt. Und dann hat auch schon mein letzter Monat in Island angefangen.

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Am 1. Juni waren die beiden großen Kids mal wieder auf einem Turnier. Dieses Mal war es outdoor. Dabei konnten alle Zuschauer*innen im Auto sitzen bleiben und die Moderation lief auf einer bestimmten Frequenz, sodass wir über das Autoradio zuhören konnten.

Sonst gab es erstmal nicht viele besondere Vorkommnisse. Ich habe Fohlen, Lämmer und Zicklein besucht, die Helligkeit genossen und bin so richtig im Sommer angekommen.

Ich war auf dem Geburtstag der Uroma und habe dort isländische Pfannkuchen gegessen. Sie sind sehr dünn, werden mit Zucker bestreut und dann gerollt.

Wir haben final das Stadium erreicht, in dem es gar nicht mehr dunkel wird und man keine Sonnenuntergänge mehr sehen kann. Das Bild habe ich um 1 Uhr nachts aufgenommen.

Dann sind wir mal wieder nach Vík gefahren. Ich habe einen Ausflug zur Halbinsel Dýrhólaey gemacht. Sie ist bekannt, weil dort viele Vögel leben, unter anderem auch Papageientaucher. Die wollten sich leider nicht so richtig blicken lassen, aber ich habe trotzdem versucht, sie zu fotografieren. Auf dem Rückweg habe ich noch kurz bei einer Höhle gehalten. Der Anstieg war steiler als er aussah, aber irgendwie habe ich es heile hoch und wieder runter geschafft.

Ich habe in Vorbereitung auf den Besuch meiner Eltern einmal alle meine Sachen durchgeschaut und schon mal einiges „aussortiert“, um es meinen Eltern vorab mit nach Hause zu geben.

Am Wochenende bin ich mit dem anderen Aupair ins Wandergebiet von Reykjadalur gefahren. Dort wollten wir in einem Fluss baden, der warmes Wasser hat. Ich hatte mich im Vorhinein auf Google Maps über den Fußweg, den wir zurücklegen mussten, informiert - und wurde leider etwas verarscht. Was sich wie ein größtenteils flacher Spaziergang las, war eine Wanderung über zwei Berge. Im Fluss war es dann aber sehr angenehm, auch wenn man ein bisschen hin und her rutschen musste, bis man trotz der Steine bequem saß. Die Umkleiden waren auch nur Holzwände, die wie ein Kreuz aufgestellt sind, aber das reicht schon. Auf dem Weg konnte man noch mehr kochende Quellen, aus dem Boden aufsteigenden Dampf und kochenden Schlamm sehen.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Urriðafoss gemacht. Und über die schlechteste Straße, die ich bisher in Island gefunden habe, haben wir uns dann auch noch den Ægissíðufoss angeschaut. Dort am Ufer gab es auch nochmal sehr hübsche Lupinen.

Dann gab es wieder viel Bauernhofleben mit Tiere Kuscheln, Kinder Bespaßen, Haushalt Machen und schönen Aussichten. Die Kinder waren einige Wochen in der Ferienbetreuung der Grundschule; dort habe ich sie dann manchmal um 12 Uhr abgeholt und den Nachmittag mit mindestens 3 Kindern (regelmäßig auch mit mehr, wenn irgendwelche Freund*innen da waren) verbracht. Außerdem ist die Schwester meiner Gastmutter mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus Schweden gekommen. Sie haben bei den Großeltern im Haus geschlafen, aber alle Kinder habe einfach überall miteinander gespielt.

Und dann sind auch schon meine Eltern angekommen. Sie sind vom Flughafen direkt erstmal zu mir gekommen. Sie haben Geschenke und noch ein paar Klamotten für mich ausgepackt, und ich habe in Gegenzug den Koffer mit dem Kram, den ich nicht mehr brauche, wieder vollgemacht.

Am nächsten Tag konnten sie dann meine Gastfamilie nochmal richtig kennen lernen und auch ihre Geschenke überreichen. Dann sind wir alle gemeinsam zu den Ziegen in den Stall gegangen und konnten nochmal die Zicklein streicheln. Dann habe ich ihnen unseren "Hauswasserfall", den Árbæjarfoss, gezeigt. Dann sind wir zum Skógafoss gefahren und haben dort in einem Restaurant Abendbrot gegessen. Auf der Rückfahrt habe ich mich dann auch mal etwas mit dem Mietwagen bekannt gemacht. Das war ein Schaltwagen und ich hatte seit der Fahrschule nur noch Automatik-Autos gefahren.

Am Montag habe ich nochmal normal gearbeitet und meine Eltern sind alleine in Richtung des Golden Circle aufgebrochen. Am Nachmittag war es dann Zeit, die Ziegen auf ihre Sommerweide zu fahren. Dafür sind wir alle (sogar beide Großelternpaaren waren dabei) zu einem verwandten Bauern gefahren. Dort haben wir die Ziegen von unserem Anhänger in einen anderen umgeladen, der hoch genug ist, um vom Trecker durch den Fluss gefahren zu werden. Die Sommerweide der Ziegen ist nämlich eine kleine Insel in einem Fluss. Danach waren wir noch mit allen im Restaurant, wo dann auch meine Eltern zu uns gestoßen sind.

Am Dienstag (17. Juni) war Nationalfeiertag in Island und ich hatte frei. Ich bin mit meinen Eltern nach Sólheimar gefahren. Das ist ein Ort, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen  leben und arbeiten. Es gibt Flächen zum Gemüseanbau, ein Café, einen kleinen Laden, in dem Handwerksprodukte verkauft werden und sogar eine eigene Kirche. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Kerið gemacht.

Am Mittwoch sind wird dann in Richtung Osten aufgebrochen. Dabei war unser erster Stopp bei den Großeltern in Vík. Wir wurden da sehr nett mit Pfannkuchen empfangen und sind dann zu einer kleinen Tour durch Vík aufgebrochen. Als erstes hat die Oma uns den See Heiðarvatn gezeigt. Dann sind wir auch nach Dýrhólaey gefahren und haben einige Papageientaucher sogar sehr aus der Nähe gesehen. Anschließend sind wir weiter zum Strand Reynisfjara und abschließend noch mal auf den Berg zur Kirche. Das Wetter war leider die ganze Zeit etwas regnerisch verhangen, aber letztendlich hatten wir doch Glück und sind nicht nass geworden. Wir sind dann weitergefahren in Richtung des Skaftafell, wo ich mit Papa eine kleine Wanderung zum Svartifoss gemacht habe. Anschließend waren wir noch in der Jökulsárlón. Das ist eine Gletscherlagune, wo man richtig sieht, wie die Eisbrocken abbrechen und dann an den Strand getrieben werden. Unser Tagesziel war Höfn, wo wir dann eine Nacht geschlafen haben.

Am nächsten Tag sind wir weiter in Richtung Osten gefahren. Direkt morgens haben wir einen Zwischenstopp an einem schönen Aussichtspunkt gemacht. Dann sind wir von der Ringstraße abgefahren und 20 km über eine Schotterstraße serpentinenmäßig hoch- und runtergefahren. Das war sehr fordernd für mich als Fahrerin. Dann haben wir Mittagspause in Egilsstaðir an einer Tankstelle gemacht. Von dort aus haben wir noch den Abstecher nach Seydísfjörður gemacht. Dort besichtigten wir die Bláa Kirkja, die Blaue Kirche, zu der ein als Regenbogen gestalteter Weg führt. Und dann wollte auch Papa mal wieder fahren, denn langsam wurde er neidisch auf die vielen Serpentinen. Auf dem Weg nach Bakkafjörður haben wir noch an diesen auffälligen Steinen angehalten, die Mama an die Nanas erinnerten. In der Nacht haben wir in einer alten Schule geschlafen. Abends haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht.

Am nächsten Tag sind wir dann nicht zurück zur Ringstraße, sondern haben und für den Arctic Coast Way entschieden. Auf dem Weg nach Akureyri haben wir dann den Arctic Henge besucht, der ein wenig an Stonehenge erinnert. Dann sind wir in unserer Ferienwohnung in Akureyri angekommen und sind erstmal eingezogen. Abends habe ich mit Papa dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht.

Am nächsten Tag war Mittsommer. Da gibt es in Island keine besonderen Traditionen, aber wir sind Whale Watching gefahren. Das Wetter war richtig gut, aber die Wale waren leider relativ träge. Wir haben nur einmal eine Schwanzflosse gesehen, und sonst konnten wir das Auf- und Abtauchen beobachten. Wir sind dann noch ein bisschen weitergefahren und haben ein paar kleine Dörfer und den Mígandifoss gesehen.

Am nächsten Tag haben wir einen längeren Ausflug gemacht. Unser erster Stopp war der Goðdafoss. Von da aus sind wir weiter an den See Mývatn, den Mückensee, gefahren. Von da aus sind wir zu den Schwefelfeldern Hverir gefahren. Bisher hatte mir der Schwefel noch nichts ausgemacht, aber dort habe ich es wirklich nicht so lange ausgehalten. Die vielen verschiedenen Farben waren dennoch sehr beeindruckend. Anschließend sind wir dann noch zum Dettifoss und zum Selfoss. Der letzte Stopp des Tages war dann ein Wasserfall ganz in der Nähe von Akureyri, das Wasser dort ist lau warm, und wäre ich nicht schon so müde von dem ganzen Tag gewesen, hätte ich mich da auch gerne ins Wasser begeben.

Wir sind dann weiter in Richtung Hvammstangi gefahren, wo wir unsere nächste Unterkunft hatten. Unser erster Stopp war ein Museum über die typischen isländischen Torfhäuser und eine Kirche mit Friedhof. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zu einem Schwimmbad gemacht. Es gab zwei Naturbecken mit natürlichem warmem Wasser direkt am Meer. Der Ort Hvammstangi ist für die vielen Robben, die dort in der Gegend leben sollen, bekannt. Wir haben aber leider keine gesehen. Wir sind da etwas durch den Ort gelaufen. Und ich habe eine Runde Schach gegen Papa verloren. Und trotzdem hatte ich eindeutig mehr Spaß an der Partie.

Am folgenden Tag sind wir dann weiter nach Grundafrörður gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir beim Wasserfall Glanni und der dortigen Umgebung Halt gemacht und sind mal wieder ein bisschen durch die Natur gelaufen. In Borganes waren wir noch in einem Museum zur Besiedelung Islands und der Egils Saga, eine der vielen isländischen Sagas. Am Abend habe ich dann noch mit meinen Eltern gespielt. In der Unterkunft gab es aber vor allem Kinderspiele. Es war trotzdem sehr lustig.

Den nächsten Tag haben wir dann eine Rundtour über die Reykjanes Peninsula gemacht. Begonnen haben wir am goldenen Strand. Einer der wenigen nicht schwarzen Strände in Island. Unser nächster Halt war der Leuchtturm Öndverdarnesviti. Dann haben wir in einem sehr netten Café an der Küste etwas gegessen. Wir haben noch ein paar andere eindrucksvolle Orte an der Küste besucht. Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch auf einen Berg gefahren und dann in die Singhöhle Sönghellir gekraxelt. Von unserer Unterkunft aus konnten man den Kírkjufell sehen, einen der am meisten fotografierten Berge in Island. Am Abend bin ich dann nochmal dahin gelaufen und wurde dabei von Vögeln attackiert.

Unsere Reise war dann auch schon fast zu Ende. Wir sind nach Reykjavík gefahren. Auf dem Weg waren wir noch bei einem Leuchtturm in Akranes und sind dann nicht durch den Tunnel gefahren, sondern haben den Weg und den Fjord genommen. Unsere Ferienwohnung war Mitten in Downtown Reykjavík. Wir sind dann als erstes Hoch auf den Kirchturm und auch in die Hallgrímskírkja rein. Dann sind wir durch die Straßen geschlendert und haben uns etwas zu essen gekauft.

Am nächsten Tag habe ich dann noch einige Souvenirs gekauft. Wir sind zum Konzerthaus gelaufen. Und mit Papa bin ich noch ein bisschen mehr durch Reykjavík gelaufen und haben noch zwei Kirchen und das Rathaus gesehen. Dabei bin ich ganz zufällig auch an gefühlt schicksten Leichenwagen vorbeigelaufen. Meine Eltern haben mich dann noch wieder nach Hella zu meiner Gastfamilie zurückgebracht. Wir haben die letzten Sachen noch zusammengepackt. Ich habe unsere übrigen Lebensmittel von der Reise bei uns verräumt. Dann bin ich nochmal mit meinen Eltern zu der Kirche hier bei uns, zur Árbæjarkirkja. Dann haben wir uns voneinander verabschiedet und meine Eltern sind zum Flughafen aufgebrochen.

Es war gut, dass ich dann noch ein Wochenende hatte, um das alles zu verarbeiten und mich noch vom Urlaub zu erholen.

In der nächsten Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet. Der Kleinste war zwar auch kurz verwirrt, dass ich jetzt wieder da war. Hat aber nicht lange gebraucht, bis er wieder warm mit mir wurde. Die Schwester meiner Gastmutter mit ihren Kindern war tatsächlich immer noch da. Und dann war es auch schon Juli.

Am ersten Mai hatten die Kinder wieder eine Show. Aus dem Reitverband haben die ganzen verschiedenen Reitgruppen gezeigt, was sie im Unterricht gelernt haben. Da sind die beiden großen jeweils in ihren Reitgruppen aufgetreten. Der kleinste durfte auch mitmachen. Er durfte reiten und wurde von seiner Mutter, und seinen beiden Geschwistern geführt. Ich habe erst als so genannter Turnier Trottel den Kinder geholfen ihre Pferde fertig zu machen. Ab der Pause habe ich den Kleinen erst im Kinderwagen schlafen gelegt und dann seinen Schlaf bewacht. Er war dann pünktlich zur Siegerehrung wieder wach. Weil der Kleine ja auch mitgewirkt hat, wurde ich dann noch etwas unvorbereitet mit ihm auf dem Arm hinterher geschickt. Und so stand ich plötzlich in der Mitte der Reithalle mit 120 Kindern, die für ihre Leistung gefeiert wurden.

Abends bin ich dann mit den beiden großen Kindern noch das erste Mal im Schafstall gewesen. Die Lämmersaison hatte begonnen. Die beiden haben mir dann alles gezeigt und verschiedene Lämmer gestreichelt. Ich glaube aber, dass gerade die Schafmütter das nicht lustig fanden. Viele haben sich versucht vor ihre Kinder zu stellen. Und haben währenddessen drohend mit ihren Huf auf den Boden gehauen.

Am folgenden Wochenendende bin ich mit einer anderen AuPair und ihrem Freund, der gerade zu Besuch war auf die Westmännerinseln gefahren. Dort fand zeitgleich ein Trail-Lauf statt. Es war also deutlich mehr los, als vor einem halben Jahr, als ich das letzte mal da war. Wir sind zur Küste gelaufen um zu schauen, ob wir Papageientaucher sehen können. Wir haben leider keine entdeckt, aber die Küste war trotzdem sehr schön. Anschließend sind wir noch zu einem alten Flugzeugwrack am Strand gewandert. Der Weg ist pro Richtung ca. 3,5km lang. An dem Tag bin ich insgesamt also sehr viel gelaufen und habe mich am nächsten Tag einfach nur noch ausgeruht. Außerdem hatte ich mich vergessen einzucremen und habe mir so einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

Die nächsten Tage kam die Schwester der Oma aus den Niederlanden zu besuch. Sie hat Niederländisch gesprochen und die Kinder isländisch, aber irgendwie haben sie sich einigermaßen verstanden. Außerdem ist der Frühling weiter eingezogen. Die Bäume haben neue Blätter bekommen und die Wiesen wurden langsam grün. An einem Tag habe ich dann nochmal einen Spaziergang in Selfoss mit einer AuPair, die jetzt in den Norden gezogen ist, gemacht.

Während in Deutschland schöne Frühlingstage waren, hatten wir in Island in vergleich eine richtige Hitzewelle. Wir hatte über eine Woche mit Temperaturen um die 20°C. Gefühlt war das sehr, sehr warm. Ich habe es bereut keine kurze oder wenigstens eine luftige Hose dabei zu haben. Auch dünnere Schuhe habe ich vermisst. Gefühlt bin ich fast geschmolzen bei diesen unglaublichen Temperaturen ;). Außerdem hat die Eurovision-Woche begonnen. In Island schauen 97% der Bevölkerung den ESC und gerade auch für die Kinder ist es ein riesen Happening. Vor dem ersten Halbfinale habe ich dann noch einen Spaziergang gemacht, um das schöne Wetter zu genießen. Dabei habe ich kurz geholfen, Schafe, die außerhalb ihrer Weide waren, wieder ich ihre Weide zu treiben. Dann gab es Eurovision-Party und das Island in Finale gekommen ist, war der krönenden Abschluss des Tages.

Freitag haben wir dann nach der Schule den Kindergebrutstag des Großen gefeiert. Wir haben ihn und alle seine Freundinnen und Freunde von der Schule abgeholt und sind dann auf einen Spielplatz in Hella gegangen. Dort konnten die Kinder frei miteinander Spielen. Es gab Hotdogs vom Grill und einen Geburtstagskuchen. Die Kinder habe sich im großen und ganzen gut verstanden, auch wenn es immer wieder kleinere Streitigkeiten gab. Zum Abschluss durften sie dann auch noch mit den Füßen in den Fluss, es war schließlich immer noch sehr warm und ich bin in meiner langen Jeans und meinen gefütterten Schuhen ein bisschen eingegangen. Außerdem wurden immer wieder verschiedene Eurovisionlieder gegrölt und es wurde debattiert wer wohl gewinnen würde und welches Lied besser/schlechter als ein anders sei. Als wir wieder zurück waren, konnten wir noch nicht in unser Haus, weil dort noch geputzt wurde. Denn am nächsten Tag stand dann die Feier mit den Verwandten an. Ich habe dann noch meine Gastvater geholfen Essen für den nächsten Tag vorzubereiten und dabei neune Gerichte kennengelernt. Gefeiert wurde dann wie bei den beiden anderen Kindern mit einem großen Kuchenbuffet.

Abends war dann das Eurovision Finale. Wir saßen gemeinsam mit den Großeltern vor dem Fernseher. Der kleinste ist nach dem isländischen Auftritt (weit am Anfang) ins Bett gegangen. Die Oma hatte Nudeln und Fleischbällchen in einer Erdnusssoße gemacht, ein absolutes Lieblingsessen der Familie. Wir haben uns dann das ganze Spektakel angeschaut und es wurde viel gelacht, gesungen und getanzt. Gerade die Kinder haben mit verkleiden und allem drum und dran mitgemacht. Die Punktevergabe war dann aber für die beiden großen schon etwas schwieriger auszuhalten. Island hat nämlich keinen einzigen Punkt von keiner einzigen Jury erhalten. Aber immerhin gab es 33 Punkte vom Publikum und so wurde Island schlussendlich Vorletzter. Zum Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages gab es dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang. Ich hatte vorher nicht wirklich einen Bezug zu Eurovision, aber in diesem Jahr hat es mir richtig gut gefallen. Dadurch, dass die Schweiz Gastgeber war hat sich das alles für mich wie die Symbiose der Kulturen, in denen ich gerade lebe, angefühlt.

Am Sonntag bin ich dann mal wieder mit der Familie nach Vík gefahren. Dort habe ich mich mit einem anderen AuPair getroffen. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen und haben uns einfach ausgetauscht. Bei uns war das Wetter immer noch ganz fantastisch, aber in Vík hing Nebel. Vík liegt zwischen zwei Bergen zwischen denen sich der Nebel ausgebreitet hatte. Sobald man über den Berg kam hatte man wieder schönsten Sonnenschein. Abends bin ich dann noch mal in den Schafstall gegangen. Das eine Lamm war sogar sehr zutraulich, obwohl die in der Regel sehr ängstlich sind.

So war die Stimmung um 23 Uhr. Einfach richtig schön, dass es schon so lange hell war.

In der folgenden Arbeitswoche habe ich viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht.

Sonst konnte man zusehen wie der Sommer in der Natur ankommt. Man sieht immer mehr Blüten und außerdem hat die Fohlen-Saison begonnen. Auch die Lupinen haben angefangen zu blühen. Und die Helligkeit hat auch schon wieder neue Dimensionen angenommen. Das 3. Bild ist um 2 Uhr Nachts entstanden.

Ich bin mit dem Fahrrad zum Wasserfall gefahren. Mein Gastvater hat auch sein Fahrrad wieder fit gemacht. Der Große hatte zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen und die beiden Kids sind darauf hin dem Fahrradfieber verfallen. Der Fahrradsattel meines Gastvater ist leider so unbequem, dass ich die fahrt nicht genießen konnte. Am Wasserfall war es aber schön.

Am 30. Mai haben hier dann die Sommerferien angefangen. Die beiden Großen haben jetzt 3 Monate Schulfrei. Ich habe also oft mehr Kinder als sonst zu hüten. Die beiden haben oft Spielbesuch oder gehen zu ihren Freundinnen und Freunden. Es gibt aber auch verschiedenen Ferienbetreuungsangebote an denen sie Teilnehmen und dann mal mehr mal weniger zu Hause sind. Solange der Kleinste noch im Kindergarten war (die Ferien da haben erst ca. 6 Wochen später angefangen), war mein Arbeitstag dann häufig von 11 oder 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Wobei ich den Kleinsten weiterhin um 14 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt habe. Der Unterschied war halt, das ich auch vorher nicht mehr wirklich meine Ruhe hatte um mich um den Haushalt zu kümmern. Ich habe auch mit den beiden Großen und ihren Freund*innen mehr gespielt. Zum Beispiel bin ich oft mit ihnen aufs Trampolin gegangen oder spiel Verstecken oder Fangen oder was ihnen sonst so einfällt.

Am 31. Mai sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Dort war ein Lauf organisiert, an dem mein Gastvater teilgenommen hatte. Der Große und ich sind auch mitgefahren. Ich war in dem Glauben, dass wir vor allem zum anfeuern da waren. Als mich die Oma also fragte ob ich mit zum "skemtun skokki" komme, dachte ich, dass das anfeuern heißt und habe ganz enthusiastisch ja gesagt. Naja, damit kommen wir zum meinem bisher folgenschwersten Missverständnis. Wir sind also los zur Turnhalle, wo es die Startnummern, etwas Verpflegung und so etwas gab. Und als mir dann auch eine Starnummer in die Hand gedrückt wurde, schwante mir so langsam, dass ich vielleicht nicht nur zum anfeuern da war. Ich habe mir dann noch eine Kappe gekauft, schließlich habe ich keine aus Deutschland mitgebracht und bekomme doch mehr Sonne ab, als ich erwartet hatte. Dann haben wir uns als Unterstützung für diejenigen, die beim 10km oder 21 km Lauf gestartet sind, mit zum Start begeben und von dort aus angefeuert. Dann konnten wir denn Lauf erst so und dann über eine LED Wand mitverfolgen. Der Weg ging über den Strand, den Berg hoch, nach vorne Richtung Meer und dann wieder zurück ins Tal für die 10km und noch einen zweiten Berg hoch für die 21 km. Eine halbe Stunde später stand ich dann an des Starlinie des 3 km Spaßlauf. Zusammen mit dem großen und der Oma. Und ich habe gemerkt, dass ich wirklich die mit Abstand unvorbereitetste Person zwischen den Kindern, Eltern und Großeltern war. Nicht nur hatte ich ein Jeans an, nein ich war auch in meinen "guten" Schuhen da. In Deutschland trage ich die im Winter, wenn es nicht geschneit hat. Sie sind mit Fake Fell gefüttert und außen aus Leder. Also die besten Voraussetzungen um 3 km am Strand zu Laufen. Naja, da war es halt schon zu spät. Wir sind dann also losgelaufen und mein einziges Ziel war es, nicht nach der Oma ins Ziel zu kommen. Das habe ich auch geschafft. Leider sind mir die Kinder so davon gezogen, dass ich dann mehr oder weniger alleine Laufen musste. Völlig unterschätz habe ich aber, was das mit einem macht, wenn da auch nur 2 Hanseln stehen um einen anzufeuern. Ich war nur so unsicher, bei dem ganzen, dass ich dann nicht durchs Zeil gelaufen bin, sondern 10 Meter vorher schon zur Seite bin. Doch dann konnte ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen nehmen und habe mich doch noch getraut, im Zielbereich nach einer Goodiebag zu fragen, die mir auf Grund dessen erst entgangen war. Danach habe ich mich noch kostenlos ein bisschen durchfuttern können. Und wir haben die Läufer der beiden anderen Läufe im Ziel begrüßt. Danach sind wir dann zurück gefahren und waren alle ordentlich K.O.

So habe ich also den sehr schönen und ereignisreichen Mai beendet. Das schreiben hat jetzt ach schon wieder so lange gedauert, dass ich bestimmt ganz viele Details schon wieder vergessen habe. Der Juni ging auf jeden Fall nicht weniger aufregend weiter.

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Am Samstag sind wir losgefahren nach Vík, dort ist mein Gastvater aufgewachsen. Die Fahrt hat etwas über eine Stunde gedauert, und dabei habe ich schon eine ganze Menge Informationen über die Region und die Orte, an denen wir vorbeigefahren sind, bekommen. Wir sind zum Beispiel am Eyjafjallajökull vorbeigefahren. Die Aussicht auf der Fahrt war schon absolut atemberaubend.

Angekommen in Vík sind wir in das Haus der Großmutter vom meinem Gastvater "eingezogen". Die Großmutter lebt im Altenheim auf der anderen Straßenseite und deshalb kann Besuch in ihrem Haus übernachten. Die Eltern wohnen auf gleicher Höhe nur in der Parallelstraße (höher am Berg).

Wir sind dann zu den Eltern des Gastvaters gegangen und haben dort Milchreis zum Mittagessen bekommen. Dort waren noch die drei Kinder der Schwester meines Gastvaters. In Vík war an dem Wochenende das "Rainbow Festival", bei dem regionale Kunst, Kunsthandwerk und Kultur gefeiert werden. Nach dem Mittagessen sind wir dann zur ersten Veranstaltung in diesem Rahmen gegangen. In der Turnhalle waren Spiel- und Spaßaktionen für Kinder aufgebaut. Erst war dort ein Superheld, der die Kinder mit Musik zur Bewegung animiert hat. Als er fertig war, wurden Hüpfburgen aufgepustet, und es gab die Möglichkeit, in große Plastikbälle, die mit Luft gefüllt sind, zu steigen und dann so durch die Gegend bzw. gegeneinander zu laufen. Ich hatte viel Spaß, die ganzen Kinder und Familien zu beobachten. Gefühlt haben sich alle mit allen unterhalten und die Eltern kannten sich irgendwie alle. Es gab auch noch einen Zuckerwatte- und Slush-Eis Stand. In der Menge habe ich eine Influencerin, der ich schon seit einigen Jahren folge, gesehen. Sie ist selbst aus Deutschland und lebt der Liebe wegen schon einige Jahre auf Island. In einem ruhigen Moment habe ich sie angesprochen. Es hat sich rausgestellt, dass mein Gastvater ihr erster Chef war. Für mich war die ganze Situation ziemlich surreal und mein einziger Gedanke war: "Island ist ein Dorf".

Danach sind wir zu einem kleinem Kunst-Markt gegangen. Ich hatte vergessen, Geld mitzunehmen, aber es war schön, sich verschiedene süße Produkte anzugucken. Außerdem gab es kostenlose Muffins. Mein Gastvater kannte gefühlt jeden und ist nur von Gespräch zu Gespräch gegangen. Anschließend sind wir zur Touristeninformation gegangen. Dort gab es Flyer mit verschiedenen Rätseln, die man mit einem kleinen Spaziergang durch den Ort lösen konnte. Ich habe das Rätsel auf Englisch gelöst und mir mit Google geholfen. Auf der Suche nach den richtigen Informationen habe ich noch viele andere interessante Sachen über Vík und Island erfahren. Wir habe diese Rätsel im Restaurant gelöst. Dazu haben wir Bread-Sticks bestellt. Das sind Streifen aus einem Teig (so wie so Knack-und-Back-Brötchen), getränkt in Knoblauchbutter. Als Dip dazu gab es Tomatensoße. Das war so lecker und auf die Idee wäre ich nie alleine gekommen. Die Rätsel, die wir nicht im Restaurant lösen konnten, haben wir dann dadurch geschafft, dass wir mit dem Auto zu den verschiedenen Orten gefahren sind. Dadurch, dass der Gastvater dort aufgewachsen ist, kannte er alle Schleichwege und wo was ist. Wir waren relativ schnell fertig, sind aber auch so Fußgänger- und Trampelpfade gefahren. Für mich hat es sich sehr nach Offroad angefühlt.

Wieder zurück waren noch mehr irgendwie verwandte Menschen zu den Eltern meines Gastvaters gekommen. Es gab kurz Streit zwischen den Kindern. Als sich alle Wogen wieder geglättet hatten, bin ich mit der Gastmutter und der Tochter zur zweiten Hälfte eines Klavierkonzerts gegangen. Der Pianist, der gespielt hat, ist innerhalb von Island relativ bekannt. Eine Sängerin hat bei einem Lied mitgesungen.

Als wir wieder zurück waren, sind noch mehr Verwandte gekommen. Es waren so viele Leute da, dass zum Abendessen 4 Kinder an den Katzentisch ausgelagert wurden. Es gab Kartoffeln und Fisch und noch verschiedenes rohes Gemüse. Danach bin ich noch mit ein paar Leuten aus der Familie zu einem Konzert gegangen. Am Anfang klang das eher nach Jazz oder Soul und ging dann vor der Pause über zu isländischen Gassenhauern. Nach der Pause hat sich das dann nach Schlager angehört, aber nicht nach Malle-Party-Schlager, sondern eher so „Lebensweisheitsschlager“. Deshalb sind wir dann schon früher gegangen. Die Erwachsenen haben sich abschließend ganz gut besoffen und ich bin relativ früh ins Bett gegangen. Ich war reichlich reizüberflutet und habe wild geträumt.

Am nächsten Morgen bin ich nach dem Frühstück mit dem Gastvater und drei Kindern (die beiden älteren von meiner Gastfamilie und eins von seiner Schwester) und dem Welpen Wandern bzw. Klettern gegangen. Wir sind an den Fuß des Berges gegangen, dann so weit hochgeklettert, wie es ging. Danach haben wir noch einen Abstecher zum Strand gemacht. Wieder zurück gab es Nudeln mit Würstchen zum Mittagessen. Für mich wurden die Würstchen weggelassen, und ich hatte dann Nudeln mit Ketchup.

Da noch oberhalb der Tannen sind wir rumgekraxelt.

Diese kleinen Höhlen waren am Fuße des Berges. Ursprünglich wurden Kartoffeln in ihnen gelagert. Ursprünglich besaßen Bauern alles Land in der Gegend. Alle, die einem Bauern Land abkauften, um dort zu wohnen, bekamen auch ein Stück Land dazu, um Kartoffeln anzubauen. Diese Flächen lagen alle am Fuße des Berges. Direkt am eigenen Kartoffelacker haben die meisten Leute sich dann auch eine Lagermöglichkeit gebaut. Die Überreste davon sieht man heute noch.

Wieder zurück haben wir ein bisschen Pause gemacht und sind dann zum Gottesdienst aufgebrochen. Der Gottesdienst war anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Kirche in Vík. Es waren viele verschiedene Geistliche da, unter anderem die Bischöfin von Island. Der Gottesdienst war vom grundsätzlichen Ablauf gleich wie in Deutschland. Und einige der liturgischen Gesänge hatten die gleiche Melodie und wurden "nur" ins Isländische übersetzt. Der Gottesdienst wurde von einem Kammerchor begleitet. Dadurch hat die Gemeinde bei den Liedern gar nicht mitgesungen, und auch bei den meisten gesprochenen Elementen hat nur der Chor geantwortet. Das Abendmahl fand als Wandelabendmahl mit Oblaten, die dann in Wein getunkt werden konnten, statt. Es war sehr spannend zu schauen, wie in einem anderen Land Gottesdienst gefeiert wird, ich habe aber jetzt noch viele Fragen. Sprachlich haben in nämlich das wenigste verstanden - um nicht zu sagen: nichts.

Dann sind wir wieder zurückgefahren und ich bin sehr müde und mit ganz vielen neuen Eindrücken ins Bett gefallen. Aber nicht ohne den Sonnenuntergang aus meinem Fenster zu beobachten.