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Samstag bin ich schon relativ früh los, um mich mit einem AuPair in der "Nähe" (also so 45 min. mit dem Auto entfernt) zu treffen. Es war noch richtig kalt (-6°C), und statt zu kratzen sollte ich einfach die Klimaanlage auf Maximum stellen, bis das Eis geschmolzen war. Dann musste ich tanken. Dafür habe ich erst bezahlt und dann getankt, danach wird dann der Rest bezahlt/zurückgegeben, je nach dem. Ich hatte 5000 Kronen bezahlt und es geschafft, bei 5005 Kronen zu stoppen. Die 5 Kronen wurden mir sogar erlassen (1 Krone = 0,0066€). Nach dem Tanken sind wir dann gemeinsam zum Seljalandsfoss gefahren. Das ist ein relativ bekannter Wasserfall.

Danach sind wir weiter nach Hvolsvöllur gefahren und haben uns ein bisschen die "Stadt" angeguckt. Wir waren in einen Souvenir-Shop, im Supermarkt und auf dem Spielplatz und sind einfach ein bisschen herumgelaufen.

Anschließend sind wir weiter nach Hella gefahren. Wir haben uns ein paar Geschäfte und die Gegend um das Schwimmbad und die Schule angeschaut. Danach haben wir einfach ein bisschen gequatscht und Schokolade gegessen. Ich habe meine Au-pair-Kollegin wieder nach Hause gefahren. Dann habe ich für mich gekocht. Es war schön, mal wieder nach meinen eigenen Gewohnheiten zu essen. Ich habe mich noch um die Hunde gekümmert und bin dann ganz in Ruhe eingeschlafen.

Am nächsten Morgen konnte ich ganz in Ruhe ausschlafen. Dann habe ich Nudeln, die noch übrig geblieben waren, zum Spätstück gegessen. Danach bin ich zu den Hunden gegangen und habe gesehen, dass einer der Hunde sich übergeben hatte. Ich habe das Ganze bestmöglich aufgewischt, aber es war halt auf dem Teppich und dem Kissen. Naja, ich habe den Rest des Tages jedenfalls vor allem diese Website geupdated und mit ein paar Freund*innen geschrieben/telefoniert.

Morgen werde ich wohl ein isländisches Konto eröffnen, denn am Freitag habe ich meine Kennitala bekommen. Das ist die eine Nummer, über die alles in Island läuft (Sozialversicherung, Steuer,..). Und die brauche ich, um ein Konto eröffnen zu können.

Ich habe in dieser Woche jeden Tag mit dem Kleinsten verbracht. Wir lernen uns beide gegenseitig immer besser kennen. Gemeinsam mit meiner Gastmutter habe ich herausgefunden, dass er auch im Fernsehzimmer gut schläft. Außerdem habe ich angefangen, manchmal deutsche Kinderlieder abzuspielen. Ich werde also bald schon wieder textsicher sein. Während der Kleine geschlafen hat, habe ich mich um verschiedene Sachen im Haushalt gekümmert.

Bei der Aussicht ist Spülen schon gar nicht mehr so blöd.

Am Montagabend habe ich dann meine ersten Nordlichter gesehen. In echt sind sie leider viel schlechter zu sehen als auf den Fotos. Eher wie ein grau-grüner Schleier. Wenn ihr auf den Bildern nichts sehen könnt, kann es helfen, die Helligkeit etwas zu erhöhen.

Am Dienstag bin ich mit dem Kleinen in den Stall zum Pferdegucken gegangen. Als kleinen Nebeneffekt haben wir an der Freundschaft zwischen Hund und Katze gearbeitet.

Abends habe ich remote an einer Sitzung des DLRG teilgenommen und wurde offiziell zur Ansprechperson für die Prävention sexualisierter Gewalt gewählt.

Am Mittwoch hat meine Gastmutter sich abends mit der Mutter und den Geschwistern des Welpen Mia zu einem Spaziergang mit einer Hundeschullehrerin getroffen. Ich bin mit nach Reykjavik gefahren und dort alleine durch die Stadt spaziert. Ich habe mir die Innenstadt angeschaut.

Das Wasser war einfach sehr angenehm warm und sehr schwefelhaltig. Man hat es also gerochen, aber als Kontrast zur schon sehr kalten Luft war das ganz nett. An dem Tag hatte es im Norden und in höhergelegenen Gebieten geschneit. Auf der Rückfahrt haben wir dann wieder Nordlichter gesehen.

Dieses Mal konnte man sie auch mit bloßen Augen gut erkennen, es waren aber nicht so viele. Am Donnerstagabend gab es dann meine bisher stärkste Nordlichtershow.

Von Freitag habe ich keine Fotos, weil ich mich über den Tag immer mehr so gefühlt habe, als würde ich krank werden. Hatte aber wohl nur zu wenig getrunken. Nach viel Wasser und Schlaf ging es mir Samstag wieder gut. Was ich am Samstag gemacht habe, kommt dann im nächsten Beitrag.

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Am Samstag sind wir losgefahren nach Vík, dort ist mein Gastvater aufgewachsen. Die Fahrt hat etwas über eine Stunde gedauert, und dabei habe ich schon eine ganze Menge Informationen über die Region und die Orte, an denen wir vorbeigefahren sind, bekommen. Wir sind zum Beispiel am Eyjafjallajökull vorbeigefahren. Die Aussicht auf der Fahrt war schon absolut atemberaubend.

Angekommen in Vík sind wir in das Haus der Großmutter vom meinem Gastvater "eingezogen". Die Großmutter lebt im Altenheim auf der anderen Straßenseite und deshalb kann Besuch in ihrem Haus übernachten. Die Eltern wohnen auf gleicher Höhe nur in der Parallelstraße (höher am Berg).

Wir sind dann zu den Eltern des Gastvaters gegangen und haben dort Milchreis zum Mittagessen bekommen. Dort waren noch die drei Kinder der Schwester meines Gastvaters. In Vík war an dem Wochenende das "Rainbow Festival", bei dem regionale Kunst, Kunsthandwerk und Kultur gefeiert werden. Nach dem Mittagessen sind wir dann zur ersten Veranstaltung in diesem Rahmen gegangen. In der Turnhalle waren Spiel- und Spaßaktionen für Kinder aufgebaut. Erst war dort ein Superheld, der die Kinder mit Musik zur Bewegung animiert hat. Als er fertig war, wurden Hüpfburgen aufgepustet, und es gab die Möglichkeit, in große Plastikbälle, die mit Luft gefüllt sind, zu steigen und dann so durch die Gegend bzw. gegeneinander zu laufen. Ich hatte viel Spaß, die ganzen Kinder und Familien zu beobachten. Gefühlt haben sich alle mit allen unterhalten und die Eltern kannten sich irgendwie alle. Es gab auch noch einen Zuckerwatte- und Slush-Eis Stand. In der Menge habe ich eine Influencerin, der ich schon seit einigen Jahren folge, gesehen. Sie ist selbst aus Deutschland und lebt der Liebe wegen schon einige Jahre auf Island. In einem ruhigen Moment habe ich sie angesprochen. Es hat sich rausgestellt, dass mein Gastvater ihr erster Chef war. Für mich war die ganze Situation ziemlich surreal und mein einziger Gedanke war: "Island ist ein Dorf".

Danach sind wir zu einem kleinem Kunst-Markt gegangen. Ich hatte vergessen, Geld mitzunehmen, aber es war schön, sich verschiedene süße Produkte anzugucken. Außerdem gab es kostenlose Muffins. Mein Gastvater kannte gefühlt jeden und ist nur von Gespräch zu Gespräch gegangen. Anschließend sind wir zur Touristeninformation gegangen. Dort gab es Flyer mit verschiedenen Rätseln, die man mit einem kleinen Spaziergang durch den Ort lösen konnte. Ich habe das Rätsel auf Englisch gelöst und mir mit Google geholfen. Auf der Suche nach den richtigen Informationen habe ich noch viele andere interessante Sachen über Vík und Island erfahren. Wir habe diese Rätsel im Restaurant gelöst. Dazu haben wir Bread-Sticks bestellt. Das sind Streifen aus einem Teig (so wie so Knack-und-Back-Brötchen), getränkt in Knoblauchbutter. Als Dip dazu gab es Tomatensoße. Das war so lecker und auf die Idee wäre ich nie alleine gekommen. Die Rätsel, die wir nicht im Restaurant lösen konnten, haben wir dann dadurch geschafft, dass wir mit dem Auto zu den verschiedenen Orten gefahren sind. Dadurch, dass der Gastvater dort aufgewachsen ist, kannte er alle Schleichwege und wo was ist. Wir waren relativ schnell fertig, sind aber auch so Fußgänger- und Trampelpfade gefahren. Für mich hat es sich sehr nach Offroad angefühlt.

Wieder zurück waren noch mehr irgendwie verwandte Menschen zu den Eltern meines Gastvaters gekommen. Es gab kurz Streit zwischen den Kindern. Als sich alle Wogen wieder geglättet hatten, bin ich mit der Gastmutter und der Tochter zur zweiten Hälfte eines Klavierkonzerts gegangen. Der Pianist, der gespielt hat, ist innerhalb von Island relativ bekannt. Eine Sängerin hat bei einem Lied mitgesungen.

Als wir wieder zurück waren, sind noch mehr Verwandte gekommen. Es waren so viele Leute da, dass zum Abendessen 4 Kinder an den Katzentisch ausgelagert wurden. Es gab Kartoffeln und Fisch und noch verschiedenes rohes Gemüse. Danach bin ich noch mit ein paar Leuten aus der Familie zu einem Konzert gegangen. Am Anfang klang das eher nach Jazz oder Soul und ging dann vor der Pause über zu isländischen Gassenhauern. Nach der Pause hat sich das dann nach Schlager angehört, aber nicht nach Malle-Party-Schlager, sondern eher so „Lebensweisheitsschlager“. Deshalb sind wir dann schon früher gegangen. Die Erwachsenen haben sich abschließend ganz gut besoffen und ich bin relativ früh ins Bett gegangen. Ich war reichlich reizüberflutet und habe wild geträumt.

Am nächsten Morgen bin ich nach dem Frühstück mit dem Gastvater und drei Kindern (die beiden älteren von meiner Gastfamilie und eins von seiner Schwester) und dem Welpen Wandern bzw. Klettern gegangen. Wir sind an den Fuß des Berges gegangen, dann so weit hochgeklettert, wie es ging. Danach haben wir noch einen Abstecher zum Strand gemacht. Wieder zurück gab es Nudeln mit Würstchen zum Mittagessen. Für mich wurden die Würstchen weggelassen, und ich hatte dann Nudeln mit Ketchup.

Da noch oberhalb der Tannen sind wir rumgekraxelt.

Diese kleinen Höhlen waren am Fuße des Berges. Ursprünglich wurden Kartoffeln in ihnen gelagert. Ursprünglich besaßen Bauern alles Land in der Gegend. Alle, die einem Bauern Land abkauften, um dort zu wohnen, bekamen auch ein Stück Land dazu, um Kartoffeln anzubauen. Diese Flächen lagen alle am Fuße des Berges. Direkt am eigenen Kartoffelacker haben die meisten Leute sich dann auch eine Lagermöglichkeit gebaut. Die Überreste davon sieht man heute noch.

Wieder zurück haben wir ein bisschen Pause gemacht und sind dann zum Gottesdienst aufgebrochen. Der Gottesdienst war anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Kirche in Vík. Es waren viele verschiedene Geistliche da, unter anderem die Bischöfin von Island. Der Gottesdienst war vom grundsätzlichen Ablauf gleich wie in Deutschland. Und einige der liturgischen Gesänge hatten die gleiche Melodie und wurden "nur" ins Isländische übersetzt. Der Gottesdienst wurde von einem Kammerchor begleitet. Dadurch hat die Gemeinde bei den Liedern gar nicht mitgesungen, und auch bei den meisten gesprochenen Elementen hat nur der Chor geantwortet. Das Abendmahl fand als Wandelabendmahl mit Oblaten, die dann in Wein getunkt werden konnten, statt. Es war sehr spannend zu schauen, wie in einem anderen Land Gottesdienst gefeiert wird, ich habe aber jetzt noch viele Fragen. Sprachlich haben in nämlich das wenigste verstanden - um nicht zu sagen: nichts.

Dann sind wir wieder zurückgefahren und ich bin sehr müde und mit ganz vielen neuen Eindrücken ins Bett gefallen. Aber nicht ohne den Sonnenuntergang aus meinem Fenster zu beobachten.

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Heute bin ich morgens erstmal zur Polizeistation nach Selfoss gefahren. Die Fahrt dauerte ca. eine halbe Stunde über die Ringstraße. Gleichzeitig war es das erste Mal, dass ich selber in Island Auto gefahren bin. Das Gute ist, dass das Auto ein Off-Road SUV ist und ich damit für alle Verhältnisse gewappnet bin. Außerdem passen alle Einstellungen von der Mutter auch für mich. Auch gut, dass das Auto ein Automatik-Getriebe hat, und heute hat die Sonne geschienen. Was herausfordernd war, sind die Abmessungen und Features des Autos (neu, groß, ohne Piepser, dafür mit Rückfahrkamera). Für meinen Geschmack gab es zwar schon relativ viel Wind, aber auch das konnte ich handeln. (Die Mutter meinte, es seien perfekte Bedingungen. Ich fand es schon sehr windig).

Bei der Polizeistation habe ich meinen Reisepass vorgezeigt. Ich glaube, der wurde eingescannt. Nächste Woche müsste ich dann meine Kennitala (Identifikationsnummer für alles in Island) per E-Mail bekommen.

Dann bin ich noch alleine zum Bónus, einem Discounter, und habe mir Dinge gekauft, die ich in Deutschland gelassen hatte (Shampoo und so). Als ich dann wieder zu Hause war, habe ich mich wieder um den Kleinen gekümmert, der jetzt austestet, was er tun muss, damit Mama zurück kommt. Während des Schläfchens habe ich den Haushalt gemacht, danach mit dem Ältesten und einem Freund von ihm gespielt.

Meine Perspektive aus dem Auto.

Die Polizeistation

Die Aussicht vor dem Bónus in Selfoss

Die beiden Hunde am schlafen. Süßis

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Gestern lief es an sich wie die anderen Tage auch. Ich habe mich um den Kleinsten gekümmert. Der war in der Nacht vorher mit seinem Schlafrhythmus durcheinander gekommen. Er hat relativ viel geschrien und geweint. Vormittags sind wir zur Ablenkung in den Stall gegangen und haben uns die verschiedenen Tiere angeschaut. Nach dem Mittagsschläfchen (das immer noch nicht richtig im Takt war) war der Unmut nochmal groß. Die Rettung kam, als die Pferdeherde von der Weide auf den Hof getrieben wurde. Als die Pferde an der Fensterscheibe vorbeigelaufen sind, haben wir zugeschaut. Danach war der Kleine so ruhig, dass wir eine Dreiviertelstunde lang Stifte anschauen, umräumen und fallen lassen konnten, ohne dass es langweilig wurde.

Nachmittags habe ich mich ganz fleißig ans Isländisch Lernen gegeben. Ich habe ein Lehrbuch und ein Übungsbuch (mit Lösungen). Darin habe ich 3 Lektionen bearbeitet. Ich habe seit vielen, vielen Jahren mal wieder Vokabeln in ein Vokabelheft geschrieben. Das hat Spaß gemacht, war aber auch fordernd und hat sich sehr nach Schule angefühlt.

Meine Lieblingsphrase ist "Hvað syngur í þér?", wörtlich: "Was singt in dir?" Ist eine Art zu fragen: "Wie geht es dir?".

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Auch heute habe ich mich wieder um den kleinsten gekümmert. Wir haben den Rhythmus aus essen, spielen und schlafen gemacht. Wenn der Kleine schlief, habe ich mich dem Haushalt gewidmet. Heute war schon nach dem Mittagessen für mich Schluss, weil die Familie nach der Schule ein paar Termin hatte. Ich habe in der Zeit auf die Hunde aufgepasst. Ich bin mit Mia eine Runde Spazieren gegangen und habe auch Santa regelmäßig rausgelassen. Zusätzlich habe ich beide gefüttert. Sonst habe ich mit meiner Familie telefoniert und die Beiträge zu den letzten Tagen geschrieben.

Ganz am Morgen, sah es heute so aus. Das ist aber kein Nebel sondern feiner Regen.

Dann kam der Nebel

Und dann heute Mittag, war das Wetter kurz so

Da nach war es eigentlich nur noch grau. Es hat aber aufgehört zu regnen und der Nebel war auch weg.

Beim Spaziergang mit Mia habe ich Schafe gefunden, die in einem Kohlrabifeld leben. Auch eine Idee, wie man die Kohlrabiblätter verwerten kann.

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Am Dienstag ging es für mich erst um 11 Uhr los, weil der kleinste morgens einen Arzttermin hatte. Wir sind dann direkt zum ersten Schläfchen aufgebrochen. Zum Mittagessen haben ich eine Maggi Tütensuppe gemacht, die war aus Deutschland importiert und war dementsprechend auf deutsch bedruckt.

Nachmittags sind wir zur Schule gefahren um erst die Tochter und dann eine Stunde später auch den großen Sohn abzuholen. Die Stunde habe ich mit der Tochter und einer Freundin von ihr auf dem Spielplatz verbracht. Statt Sand liegt überall statt Sand eine schwarze Stein bzw. Kieselmischung. Darin haben wir verschiedene schöne Steine und Muscheln gesucht. Es war die ganze Zeit lang relativ nass und hat zwischendurch geregnet. Der Sohn wurde direkt zu einem Freund gebracht. Wieder zu Hause habe ich noch eine Runde mit den Mädels gespielt.

Als ich dann frei hatte, habe ich mich darum gekümmert mich in Island offiziell zu melden.

Los ging es für mich um 9:00 Uhr. Erstmal habe ich mich mit der Mutter zusammen um den kleinsten gekümmert. Wir haben ihn fertig gemacht für das erste Schläfchen. Dann haben wir ihn in den Kinderwagen gesetzt zum einschlafen. Ich bin dann mit ihm ein bisschen über den Hof gelaufen und er ist eingeschlafen. Das Schläfchen verbringt der kleine im Kinderwagen im Stall. Wenn er aufwacht, hört die Mutter, die im Stall arbeitet, ihn und brachte ihn zurück zu mir. In der Zwischenzeit habe ich ein bisschen Wäsche gefaltet und das Wohnzimmer nach dem Frühstück wieder in Stand gebracht. Als der kleine wieder wach war, haben wir etwas gegessen und gespielt und sind dann zum zweiten Schläfchen aufgebrochen. Danach gab es Mittagsessen. Dann haben wir nochmal gespielt. Um 15:00 Uhr war ich dann fertig mit dem Arbeitstag. Ich wollte mich kurz ausruhen und bin eingeschlafen, weil ich so erschöpft war. Als ich dann wieder wach war habe ich einen Spaziergang gemacht, weil das Wetter so schön war. Abends habe ich mit den Kinder Qwixx gespielt (das Spiel habe ich ihnen geschenkt).

Die Mutter und der älteste Sohn haben mich morgens am Hostle abgeholt. Wir sind dann erstmal in Reykjavík in einen Supermarkt gegangen. Ich sollte meine Essenswünsche und -Gewohnheiten zeigen. Die Familie isst normalerweise viel Fleisch, doch die Eltern geben sich viel Mühe, für mich vegetarisches Essen zu machen. Ich werde immer wieder gefragt, was ich mag und ob dies oder jenes für mich in Ordnung wäre. Danach sind wir zu Jysk gefahren und haben einen Kleiderschrank und einen Schreibtisch für mich ausgesucht. Außerdem haben wir noch eine Kommode für die Babykleidung gekauft. Diese haben wir dann aus dem Lager abgeholt und eine Runde Auto-Tetris extrem gespielt. Wir hatte 2 große Koffer von mir, den Einkauf, die 3 Möbelstücke und uns (Mutter, ältester Sohn, mich) im Auto zu verstauen. Obwohl wir in einen großen SUV gefahren sind war das ganz schön knapp und der Sohn auf der Rückbank musste die ganze Fahrt über den Kopf einziehen, weil ein Teil meines Schranks über ihn geragt hat. Hat ja auch nur ungefähr eine Stunde gedauert 🙂 . Bevor es dann aber richtig los ging haben wir uns noch eine Stärkung geholt und dann ging es los. Angekommen hat der Vater den Schrank und den Schreibtisch für mich aufgebaut. Anschließend habe ich ausgepackt und mich eingerichtet.

Am Sonntag war hier der Teufel los. Alle Leute aus der Gegend, die was mit Schafen zu tun haben sind vorbei gekommen und haben ihre schönsten Schafe mitgebracht. Es gab einen Schönheitswettbewerb zwischen den Schafen. Das wichtigste war, sie durften nicht einfarbig weiß sein. Es war sehr viel. Viele Menschen, viele Schafe, viele Pferde und das alles auf isländisch. Was mich am meisten beeindruckt hat ist, das schon Kinder von 8-9 Jahren die Schafe an den Hörnern packen und so mit ihnen durch die Gegend ziehen. Das ist ganz schon schwer und anstrengen, aber isländische Kinder sind einfach noch ein kleines Stück Wikinger.

Ich wohne hier übrigens zusammen mit den Eltern, dem ältesten Sohn 8 Jahre, der Tochter 6 Jahre, dem jüngsten Sohn (10 Monate), dem Welpen Mia und dem 12-jähren Hund Santa. Im Stall und auf den Weiden um das Haus stehen noch Pferde und eine Katze ist mir auch schon über den Weg gelaufen. Außerdem läuft hier immer noch der Hund einer Mitarbeiterin rum (Freya) und im Stall wohnt noch ein Hund.

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Im Hostel angekommen haben wir die Organisatorin der isländischen Agentur getroffen. Sie hat Pizza für uns bestellt und wir haben ein drittes Au-pair kennengelernt. Wir haben ein lange und brutale Runde Mensch-ärger-dich-nicht gespielt und die Pizza gegessen und sind dann relativ früh schlafen gegangen, schließlich waren wir alle müde von der Reise. In der Nacht ist dann auch die vierte im Bunde angekommen.

Und die Aussicht aus dem Fenster

Das Frühstück im Hostel hatte alles, was man sich wünschen kann. Neben Porridge, Toast und Müsli gab es eine erstaunliche Tee-Auswahl inklusive Hafermilch. Außerdem gab es Obst und Schürzkuchen, die hier ,,Kleinur" heißen.

Anschließend sind wir ins Perlan-Museum gefahren. Im Perlan-Museum gibt es verschiedene Ausstellungen zu den zahlreichen Naturphänomenen Islands. Wir haben viel über Vulkane, Geysire, Wasser und die Nordlichter gelernt.

Am beeindruckendsten fand ich die Nachbildung einer Gletscherhöhle. Wir sind durch einen 100m langen und -10°C kalten Tunnel gegangen. In allen Ecken haben wir kleine Details gefunden, die es auch in Gletschern gibt. So zum Beispiel Ascheschichten, die ins Eis eingelagert werden. So enthalten Gletscher Informationen über Vulkanausbrüche der letzten Jahrtausende. Wenn die Gletscher schmelzen, gehen diese Informationen verloren.

Oben hatte das Museum einen Balkon, der 360° um das Gebäude ging und einen tollen Blick auf Reykjavík ermöglicht hat.

Dabei habe ich den Ort gefunden, an dem die Wolken gemacht werden.

Als wir wieder im Hostel waren, gab es für jeden einen Berliner. Das Gebäck heißt in Island ,,Berlínabolla". Damit wäre die Namensfrage wohl endgültig geklärt. Die Isländer müssen es ja schließlich wissen. 😉

Am Abend haben wir einen Spaziergang durch die Umgebung gemacht. Das Hostel war im Laugardalur. Das ist die Sportgegend. Im umliegenden Park sind verschiedenste Sportstätten. Ursprünglich kamen aber die Frauen zum Waschen an den See im Tal. Daher hat der Ort auch seinen Namen: Laugar (von Waschen, Wäsche machen) und Dalur (Tal).

Im Botanischen Garten habe ich eine Art Hobbit-Haus gefunden. So sahen wohl die ersten Häuser auf Island aus.

Zum Abendessen haben wir uns etwas im Supermarkt gekauft und sind dann bis ans Meer gelaufen und haben dort auf einer Bank gegessen.

Danach sind wir zurück zum Hostel und ins Bett. Wir haben alle relativ schlecht geschlafen und sind viel zu früh aufgewacht. Das lag an der Aufregung, denn am nächsten Tag sind wir weiter zu unseren Gastfamilien gereist.