Springe zum Inhalt

2

Am Samstag, den 2. August war ich wieder mit dem anderen Aupair unterwegs. Wir sind erst nach Eyrabakki an die Küste gefahren. Es war sehr windig und irgendwie hat uns die Küste dort Nordsee-Vibes gegeben. Danach sind wir noch ins Lava-Center in Hvölsvöllur gefahren. Da können wir kostenlos rein, weil wir aus der Umgebung kommen und somit als Einheimische betrachtet wurden. Und dann sind wir auch noch zum Gluggafoss gefahren

Am Montag war in Island wieder Feiertag: Der Feiertag der Verkäufer*innen. In Island haben die meisten Läden auch an Sonn- und Feiertagen auf, deshalb wurde ein Feiertag eingeführt, an dem alle, die sonst arbeiten müssen, auch frei haben. Ich habe mit Mía einen Spaziergang zum Wasserfall gemacht und die ersten Blaubeeren gefunden. Abends kam dann mein Gastvater mit den Kindern und den Großeltern aus Vík zurück. Die Großeltern waren die ganze Woche zur Unterstützung da, weil meine Gastmutter ja in der Schweiz war.

Es gab mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Dem Kleinen hat man mit der Zeit immer mehr angemerkt, dass er die Mama vermisst und sich nicht sicher ist, ob sie wirklich wieder kommt. Er wurde etwas anhänglicher und kam zu mir ins Bett, um zu kuscheln. Das Wetter war regnerisch und ging auf max. 13°C, aber wir sind trotzdem jeden Tag nach draußen gegangen. Die Oma hat währenddessen das Haus einmal umgekrempelt und aufgeräumt und aussortiert, was das Zeug hält. Ich habe an einem Nachmittag dann nochmal die Chance genutzt und habe einen Ausritt gemacht.

Am Wochenende habe ich die letzten Souvenirs gekauft und mich danach mit etwas zu essen an den Wasserfall gesetzt und versucht, ihn abzumalen. Am Sonntag war ich nochmal mit dem anderen Aupair im Schwimmbad und danach hat sie mir das Flugzeugwrack gezeigt, das ihr Gastgroßvater vor wenigen Wochen gekauft hat. Abends habe ich dann noch etwas mit der Tochter gehandwerkt. Wir haben Europaletten aneinander genagelt. Daraus haben wir im Laufe der nächsten Tage dann einen Art Außengehege gebaut, wo man mit den Hunden drin üben kann.

Am Montag kam dann meine Gastmutter wieder. Die Kinder haben sich wahnsinnig gefreut. Die Woche ging erstmal gewöhnlich los. Am Mittwoch war ich aber mit auf einer Geburtstagsfeier. Primär hatte ich Lust auf Kuchen, aber ich habe auch wieder neue Verwandtschaft kennengelernt. Am Donnerstag war unser kleines Bauprojekt dann fertig. Und der Kleinste hatte seinen ersten Kindergartentag nach den Sommerferien.

Und dann ging das Töðugjöld los. Das ist ein mehrtägiges Fest in Hella und þikkvibær. Der Auftakt war ein Kartoffelfest in þikkvibær. Es gab kostenlos Kartoffelsuppe und Brot für alle, Live-Musik, Hüpfburgen und eine Dorfrundfahrt in Wagen, die von einem Quad gezogen wurden. Am Freitagabend bin ich mit meiner Gastfamilie wieder zum Fest nach Hella gefahren. Als Teil dieses Festes bekommen die verschiedenen Straßenzüge eine Farbe zugeordnet, in der sie die Häuser und die Straße schmücken. Jedes Jahr richtet dann ein anderes Viertel an einem Abend die Festivitäten aus. Es gab verschiedenen Stände, an denen man umsonst Essen und Trinken bekommen hat. Ganz Hella war in dem Viertel unterwegs, und man hat sich getroffen, geplaudert und gegessen bis spät in die Nacht.

Am Samstagmorgen ging es dann weiter mit Frühstück und Handwerksmarkt in der Turnhalle. Dann ging es raus auf den Sportplatz, dort hat ein Gesangswettbewerb für Kinder stattgefunden, an dem die beiden Großen teilgenommen haben. Sie haben leider nicht gewonnen, aber nichtsdestotrotz einen super Auftritt hingelegt. Sonst gab es noch Essenstände, Hüpfburgen, Ponyreiten und solche Dinge. Ich bin dann wieder nach Hause, habe mich etwas ausgeruht und das andere Aupair fürs Abendprogramm angeholt. Am Abend gab es draußen verschiedenen Musikacts. Den Auftakt hat Væb, der isländische ESC-Act von diesem Jahr, gemacht. Das war schon eindrucksvoll, wie diese isländischen Stars auf so ein niederschwelliges, kostenloses Fest kommen. Nach ihrem Auftritt mussten sie dann noch vor einer Horde isländischer Kinder über den ganzen Sportplatz laufen, um wieder wegfahren zu können. Das andere Aupair und ich haben dann noch einen Spaziergang gemacht, um uns ein paar mehr Dekorationen anzuschauen. Zum Abschluss gab es eine sehr beeindruckende und lange Feuerwerksshow. Danach bin ich mit der Aupair, ihrer Gastmutter und einer Freundin der Gastmutter noch auf den sveitaball gegangen. Das war von der Art her eher eine After-Show-Party mit Live-Musik. Auch das war ganz lustig und war das erste von all den Angeboten, das Geld gekostet hat. Ich bin gegen zwei Uhr nachts nach Hause gefahren. Sonntag habe ich dann ganz entspannt angehen lassen.

Meine letzte Woche hier hat am Montag hoch produktiv begonnen. Ich schreibe ganz fleißig, das will ich nämlich nicht noch mit nach Deutschland nehmen. Sonst habe ich eine Liste mit Dingen, die ich noch machen muss/will und bin gut vorbereitet. Ich lebe allerdings so im Moment, dass ich mir darüber noch nicht viele Gedanken mache. Am Donnerstag will ich anfangen zu packen und ich denke, dann werde ich das auch nochmal mehr realisieren, aber bis dahin ist ja noch Zeit.

Um schonmal ein kleines Resümee zu fassen: Das Jahr hier war das Beste, was mir passieren konnte und lief besser als ich es mir je erträumt hätte. Ich habe so viele neue Erfahrungen gemacht und so viel gelernt. Ich spreche einfach eine weitere Sprache. Island hat sich so absolut einen Platz in meinem Herzen gesichert, das ich auf jeden Fall wieder kommen muss. Es war der perfekte Kontrast zu meinem Leben in Deutschland, auch wenn ich mich darauf jetzt wieder freue.

Ísland, takk fyrir mig!

1

Am Samstag habe ich einen Ausflug nach Selfoss gemacht. ich bind dafür das erste Mal etwas länger aus schneeigen/eisigen Straßen gefahren. Ich habe bei der Kirche geparkt und bin dann zum Stadtzentrum gelaufen. Dann bin ich da durch ein paar kleine Läden geschlendert und habe mir unter anderem ein Buch über die Isländischen Sagen gekauft. Danach bin ich ein bisschen an den Fluss gegangen und die schöne Natur genossen. Anschließend habe ich mir auf Empfehlung von einem Freund aus Deutschland ein Eis gekauft. Der Vorteil ist, das bei -2°C das Eis nicht schmilzt. Dann gab es mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Und den nächsten Regenbogen habe ich auch gefunden.

Am Sonntag bin ich dann mit den Kindern und dem Vater auf einen Weihnachtsmarkt gefahren. Der war in einer Turnhalle. Man konnte Waffeln mit Sahne und Marmelade essen. Außerdem haben verschiedenen Leute handgemachte Dinge so wie Kerzen, Schnitzereien, gestrickten Socken und ähnliches verkauft. Während dessen habe Leute live Musik gemacht. Im nächsten Programpunkt wurden verschiedene Dinge versteigert. Die Kinder konnten im Vorraum Briefe an die Weihnachtsmänner schreiben. In Island gibt es 13 Weihnachtsmänner, von denen ab dem 13.Dezember jede Nacht einer aus den Bergen zu den Kindern kommt. teilweise machen sie Chaos, klauen etwas oder bringen auch etwas mit. Die Katze geht rum und fängt die unartigen Kinder, die bringt sie dann der Mutter. Die Mutter kocht aus den Kindern dann wiederum Essen für ihren Ehemann. Zwei dieser Weihnachtsmänner kamen dann zu dem Weihnachtsmarkt, haben die Kinder aufgemischt, Mandarinen verteilt und die ganzen Briefe mitgenommen.