Am Samstag, den 2. August war ich wieder mit dem anderen Aupair unterwegs. Wir sind erst nach Eyrabakki an die Küste gefahren. Es war sehr windig und irgendwie hat uns die Küste dort Nordsee-Vibes gegeben. Danach sind wir noch ins Lava-Center in Hvölsvöllur gefahren. Da können wir kostenlos rein, weil wir aus der Umgebung kommen und somit als Einheimische betrachtet wurden. Und dann sind wir auch noch zum Gluggafoss gefahren
Am Montag war in Island wieder Feiertag: Der Feiertag der Verkäufer*innen. In Island haben die meisten Läden auch an Sonn- und Feiertagen auf, deshalb wurde ein Feiertag eingeführt, an dem alle, die sonst arbeiten müssen, auch frei haben. Ich habe mit Mía einen Spaziergang zum Wasserfall gemacht und die ersten Blaubeeren gefunden. Abends kam dann mein Gastvater mit den Kindern und den Großeltern aus Vík zurück. Die Großeltern waren die ganze Woche zur Unterstützung da, weil meine Gastmutter ja in der Schweiz war.
Es gab mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Dem Kleinen hat man mit der Zeit immer mehr angemerkt, dass er die Mama vermisst und sich nicht sicher ist, ob sie wirklich wieder kommt. Er wurde etwas anhänglicher und kam zu mir ins Bett, um zu kuscheln. Das Wetter war regnerisch und ging auf max. 13°C, aber wir sind trotzdem jeden Tag nach draußen gegangen. Die Oma hat währenddessen das Haus einmal umgekrempelt und aufgeräumt und aussortiert, was das Zeug hält. Ich habe an einem Nachmittag dann nochmal die Chance genutzt und habe einen Ausritt gemacht.
Am Wochenende habe ich die letzten Souvenirs gekauft und mich danach mit etwas zu essen an den Wasserfall gesetzt und versucht, ihn abzumalen. Am Sonntag war ich nochmal mit dem anderen Aupair im Schwimmbad und danach hat sie mir das Flugzeugwrack gezeigt, das ihr Gastgroßvater vor wenigen Wochen gekauft hat. Abends habe ich dann noch etwas mit der Tochter gehandwerkt. Wir haben Europaletten aneinander genagelt. Daraus haben wir im Laufe der nächsten Tage dann einen Art Außengehege gebaut, wo man mit den Hunden drin üben kann.
Am Montag kam dann meine Gastmutter wieder. Die Kinder haben sich wahnsinnig gefreut. Die Woche ging erstmal gewöhnlich los. Am Mittwoch war ich aber mit auf einer Geburtstagsfeier. Primär hatte ich Lust auf Kuchen, aber ich habe auch wieder neue Verwandtschaft kennengelernt. Am Donnerstag war unser kleines Bauprojekt dann fertig. Und der Kleinste hatte seinen ersten Kindergartentag nach den Sommerferien.
Und dann ging das Töðugjöld los. Das ist ein mehrtägiges Fest in Hella und þikkvibær. Der Auftakt war ein Kartoffelfest in þikkvibær. Es gab kostenlos Kartoffelsuppe und Brot für alle, Live-Musik, Hüpfburgen und eine Dorfrundfahrt in Wagen, die von einem Quad gezogen wurden. Am Freitagabend bin ich mit meiner Gastfamilie wieder zum Fest nach Hella gefahren. Als Teil dieses Festes bekommen die verschiedenen Straßenzüge eine Farbe zugeordnet, in der sie die Häuser und die Straße schmücken. Jedes Jahr richtet dann ein anderes Viertel an einem Abend die Festivitäten aus. Es gab verschiedenen Stände, an denen man umsonst Essen und Trinken bekommen hat. Ganz Hella war in dem Viertel unterwegs, und man hat sich getroffen, geplaudert und gegessen bis spät in die Nacht.
Am Samstagmorgen ging es dann weiter mit Frühstück und Handwerksmarkt in der Turnhalle. Dann ging es raus auf den Sportplatz, dort hat ein Gesangswettbewerb für Kinder stattgefunden, an dem die beiden Großen teilgenommen haben. Sie haben leider nicht gewonnen, aber nichtsdestotrotz einen super Auftritt hingelegt. Sonst gab es noch Essenstände, Hüpfburgen, Ponyreiten und solche Dinge. Ich bin dann wieder nach Hause, habe mich etwas ausgeruht und das andere Aupair fürs Abendprogramm angeholt. Am Abend gab es draußen verschiedenen Musikacts. Den Auftakt hat Væb, der isländische ESC-Act von diesem Jahr, gemacht. Das war schon eindrucksvoll, wie diese isländischen Stars auf so ein niederschwelliges, kostenloses Fest kommen. Nach ihrem Auftritt mussten sie dann noch vor einer Horde isländischer Kinder über den ganzen Sportplatz laufen, um wieder wegfahren zu können. Das andere Aupair und ich haben dann noch einen Spaziergang gemacht, um uns ein paar mehr Dekorationen anzuschauen. Zum Abschluss gab es eine sehr beeindruckende und lange Feuerwerksshow. Danach bin ich mit der Aupair, ihrer Gastmutter und einer Freundin der Gastmutter noch auf den sveitaball gegangen. Das war von der Art her eher eine After-Show-Party mit Live-Musik. Auch das war ganz lustig und war das erste von all den Angeboten, das Geld gekostet hat. Ich bin gegen zwei Uhr nachts nach Hause gefahren. Sonntag habe ich dann ganz entspannt angehen lassen.
Meine letzte Woche hier hat am Montag hoch produktiv begonnen. Ich schreibe ganz fleißig, das will ich nämlich nicht noch mit nach Deutschland nehmen. Sonst habe ich eine Liste mit Dingen, die ich noch machen muss/will und bin gut vorbereitet. Ich lebe allerdings so im Moment, dass ich mir darüber noch nicht viele Gedanken mache. Am Donnerstag will ich anfangen zu packen und ich denke, dann werde ich das auch nochmal mehr realisieren, aber bis dahin ist ja noch Zeit.
Um schonmal ein kleines Resümee zu fassen: Das Jahr hier war das Beste, was mir passieren konnte und lief besser als ich es mir je erträumt hätte. Ich habe so viele neue Erfahrungen gemacht und so viel gelernt. Ich spreche einfach eine weitere Sprache. Island hat sich so absolut einen Platz in meinem Herzen gesichert, das ich auf jeden Fall wieder kommen muss. Es war der perfekte Kontrast zu meinem Leben in Deutschland, auch wenn ich mich darauf jetzt wieder freue.
Der Juli fing direkt mit einem richtigen Highlight an. Am Donnerstag nach der Arbeit sind wir zum hestarferð, einer besonderen Reittour, aufgebrochen. Am Tag vorher hatten die Kinder mit ihren Eltern und noch einigen anderen die Pferde schon ca. 20 km auf eine Weide bei einem Verwandten gebracht. Wir sind dann mit meiner Gastfamilie, der Familie der Schwester meiner Gastmutter, der Schwester meines Gastvaters, zwei Stallmitarbeiterinnen und einer Einstellerin im Stall zu der Weide gefahren. In der Herde waren ungefähr 30 Pferde. Ziel war es, diese Pferde wieder zurück zum Bauernhof zu bringen. Wir haben den Heimweg dann in vier Etappen zurückgelegt. In jeder Etappe sind circa acht Leute geritten und die anderen sind auf drei Autos verteilt mitgefahren. Der Rest der Herde ist ohne Reiter frei mitgelaufen, auch das ist ein gutes Training für die Pferde. Die Leute in den Autos sind teilweise vorgefahren und haben den Weg so abgesperrt, dass die Pferde den richtigen Weg nehmen. Dafür haben wir Bänder gespannt oder uns mit dem Auto in die Einfahrten gestellt, um die zu blockieren. Viele Wege in Island haben auch Tore, die man für genau solche Situationen schließen kann. Ich durfte auch eine Etappe reiten. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so vielen Leuten und Tieren unterwegs zu sein. Dadurch, dass wir diese Etappen hatten, gab es auch regelmäßig etwas zu essen und zu trinken für alle. Wir waren dann abends gegen zehn Uhr wieder auf dem Hof. Ich war dann sehr müde, aber auch glücklich.
Am Freitag ist meine Gastfamilie dann nachmittags nach Reykjavík gefahren, und ich hatte zwei Nächte sturmfrei. Freitagabend habe ich noch einen Spaziergang mit Mía zum Wasserfall gemacht. Es war sehr schön und das Licht hat alles noch magischer aussehen lassen, aber leider wurde ich auch von Mücken verfolgt.
Am Samstag habe ich mit dem anderen Aupair einen Ausflug gemacht. Wir sind als erstes zum Háifoss gefahren, dort wollte ich im Januar schon mal hin, aber da war die Straße gesperrt. Von da aus sind wir weiter zu einem historischen Bauernhof gefahren. Von dort aus sind wir weiter zur Gjáin gefahren. Auf dem Weg bin ich das erste Mal mit dem Auto so offroad unterwegs gewesen, dass ich durch ein kleines Bächlein gefahren bin. Dort angekommen sind wir dann da durch die sehr schöne Landschaft geklettert. Als letztes waren wir dann noch beim Hjálparfoss, dort war ich im Januar tatsächlich schon mal.
Am Sonntag war ich dann das erste Mal mit den Kindern bei unserem „Haus-Wasserfall“, dem Arbæjarfoss. Wir sind durch das Wasser auf die kleine Insel vor dem Wasserfall gelaufen und dann dort mit den Füßen ins Wasser gegangen. Außerdem sind wir noch ein bisschen rumgeklettert. Dann haben wir gesehen, dass die krækjuber, die schwarze Krähenbeeren, die zu den Heidekrautgewächsen zählen, schon reif sind, und haben angefangen die Beeren zu sammeln und zu essen. Ich habe mich bei der ganzen Sache ein bisschen wie Heidi gefühlt, weil wir da barfuß hin und her gerannt sind.
Dann habe ich mich darum gekümmert, dass ich jetzt zum Wintersemester an der Uni anfangen kann. Und dann war auch schon der letzte Kindergartentag da. Der Kindergarten hat 6 Wochen Sommerferien gemacht. In der Zeit habe ich dann wieder, wie am Anfang den ganzen Tag mit dem Kleinsten verbracht. Gearbeitet habe ich dann meistens von 10-16 Uhr. Die beiden Großen haben eine ganzen Woche bei den Großeltern in Vík verbracht, und wir sind am Freitag auch losgefahren um uns die Abschlussvorstellung vom Ferienkurs der Kids anzuschauen.
Am nächsten Montag war es dann unglaublich heiß. Wir hatten 26°C im Schatten. Die Kinder haben den halben Tag im Schlamm gespielt und dann mit dem Wasserschlauch versucht, sich wieder sauber zu machen. Nachmittags sind wir dann noch gemeinsam mit drei Freund*innen der Kinder zum Wasserfall gefahren, um uns dort richtig abzukühlen.
Am Dienstag kamen dann Verwandte, um die Fenster in den Kinderzimmern auszutauschen. Außerdem ist mein Gastvater mit den beiden Großen in den Norden zu einer Voltigier-Ferienwoche gefahren.
Am Donnerstag hatte ich dann Geburtstag. Mein Gastmutter ist schon morgens um 6:15 Uhr nach Reykjavík zu einem Turnier gefahren. Ich hatte den Morgen also erstmal für mich alleine. Ich habe Geschenke, die meine Eltern hiergelassen hatten, geöffnet und etwas von dem Kuchen, den ich mir am Vortag gebacken hatte, gegessen. Ich habe den Kleinen dann um 9 Uhr bei der Oma abgeholt. Die Oma hat mir gratuliert und ich habe ein kleines Geschenk bekommen. Der Kleine wollte gerne draußen bleiben. Da haben wir die Stallmitarbeiterin getroffen, die für mich „happy birthday“ gesungen hat. Der Kleine hat dann ganz niedlich seine Schubkarre genommen und beim Ausmisten geholfen. Dann haben wir einen Spaziergang mit Mía gemacht, weil der Kleine das gerne wollte. Als nächstes durften wir noch helfen, die Pferde zu treiben und dafür beim Opa im Auto mitfahren. Der Kleine hat eine große Begeisterung für alle Fahrzeuge entwickelt und findet solche Aktionen dementsprechend super. Nachmittags kamen die anderen dann vom Turnier wieder und wir haben eine Geburtstagskaffeestunde mit allen gemacht. Eine Freundin von meiner Gastmutter hat dann sogar noch als Abendessen Spinatlasagne für mich gemacht. Für mich war es ein wirklich schöner Geburtstag und ich habe mich sehr geliebt gefühlt
Am nächsten Tag bin ich mit dem Kleinen mit aufs Turnier gefahren und habe ihn dort beschäftigt. Das Turnier war relativ wichtig in Island und die ganze professionelle Infrastruktur hat mich schon beeindruckt.
Am Wochenende habe ich mich mit zwei Aupairs getroffen. Wir sind ins Sógar Museum gegangen und waren bei den Wasserfällen Kvernufoss und Skógafoss. Und mit einer war ich dann auch noch bei der Seljavallalaug. Das ist ein Schwimmbecken mitten in der Natur und ist mit natürlich warmem Wasser gefüllt.
Die Woche war wieder weitestgehend normal. Die Kinder haben aber ein neues Spielzeug bekommen: Ein elektrisches Buggy Auto, das ich auch per Fernsteuerung lenken kann.
Am Mittwoch nach meiner Arbeit war ein Leichtathletik-Wettkampf in Hella. Ich bin mitgegangen, weil die Kinder da auch teilgenommen haben und ich zuschauen wollte. Irgendwie bin ich dann dazu gekommen, beim Kugelstoßen die Weiten zu messen. Ich habe eine Warnweste bekommen und sah offiziell aus, hatte aber eigentlich keine Ahnung von nichts. Später habe ich dann auch noch beim Weitsprung geharkt.
Man hat außerdem gemerkt, dass es wieder deutlich dunkler wird. Das hier war um 23:40 Uhr.
Samstag habe ich mit meinem Gastvater und dem Opa und den beiden Großen ein paar Schafe wieder eingefangen. Was man halt so macht auf dem Bauernhof.
Später sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Ich bin erst mit den großen Kindern ein bisschen raus gegangen und wir haben am Strand gespielt. Meine Gasteltern sind dann auf eine Hochzeitsfeier gegangen und ich habe alle drei Kids in Vík ins Bett gebracht. Erst hat der Kleine anderthalb Stunden nicht schlafen wollen, bis dann der Opa übernommen hat. Mit den beiden Großen haben ich dann noch eine Gassirunde mit Mía gemacht. Und dann habe ich die beiden ins Bett gebracht, was auch nicht ganz einfach war. Die Tochter wollte eigentlich wach bleiben, bis ihre Eltern wieder da sind. Aber irgendwie habe ich es auch geschafft, dass die beiden irgendwann geschlafen haben. Am nächsten Tag war das Wetter mal wieder wunderschön und ich habe erst einen Spaziergang durch Vík gemacht und später auch noch einen zum Wasserfall.
In der nächsten Woche ist meine Gastmutter mittwochs zu den Weltmeisterschaften der Islandpferde in die Schweiz gereist. Sonst war aber alles wie gewohnt. Und dann hat auch schon mein letzter Monat in Island angefangen.
Am 1. Juni waren die beiden großen Kids mal wieder auf einem Turnier. Dieses Mal war es outdoor. Dabei konnten alle Zuschauer*innen im Auto sitzen bleiben und die Moderation lief auf einer bestimmten Frequenz, sodass wir über das Autoradio zuhören konnten.
Sonst gab es erstmal nicht viele besondere Vorkommnisse. Ich habe Fohlen, Lämmer und Zicklein besucht, die Helligkeit genossen und bin so richtig im Sommer angekommen.
Ich war auf dem Geburtstag der Uroma und habe dort isländische Pfannkuchen gegessen. Sie sind sehr dünn, werden mit Zucker bestreut und dann gerollt.
Wir haben final das Stadium erreicht, in dem es gar nicht mehr dunkel wird und man keine Sonnenuntergänge mehr sehen kann. Das Bild habe ich um 1 Uhr nachts aufgenommen.
Dann sind wir mal wieder nach Vík gefahren. Ich habe einen Ausflug zur Halbinsel Dýrhólaey gemacht. Sie ist bekannt, weil dort viele Vögel leben, unter anderem auch Papageientaucher. Die wollten sich leider nicht so richtig blicken lassen, aber ich habe trotzdem versucht, sie zu fotografieren. Auf dem Rückweg habe ich noch kurz bei einer Höhle gehalten. Der Anstieg war steiler als er aussah, aber irgendwie habe ich es heile hoch und wieder runter geschafft.
Ich habe in Vorbereitung auf den Besuch meiner Eltern einmal alle meine Sachen durchgeschaut und schon mal einiges „aussortiert“, um es meinen Eltern vorab mit nach Hause zu geben.
Am Wochenende bin ich mit dem anderen Aupair ins Wandergebiet von Reykjadalur gefahren. Dort wollten wir in einem Fluss baden, der warmes Wasser hat. Ich hatte mich im Vorhinein auf Google Maps über den Fußweg, den wir zurücklegen mussten, informiert - und wurde leider etwas verarscht. Was sich wie ein größtenteils flacher Spaziergang las, war eine Wanderung über zwei Berge. Im Fluss war es dann aber sehr angenehm, auch wenn man ein bisschen hin und her rutschen musste, bis man trotz der Steine bequem saß. Die Umkleiden waren auch nur Holzwände, die wie ein Kreuz aufgestellt sind, aber das reicht schon. Auf dem Weg konnte man noch mehr kochende Quellen, aus dem Boden aufsteigenden Dampf und kochenden Schlamm sehen.
Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Urriðafoss gemacht. Und über die schlechteste Straße, die ich bisher in Island gefunden habe, haben wir uns dann auch noch den Ægissíðufoss angeschaut. Dort am Ufer gab es auch nochmal sehr hübsche Lupinen.
Dann gab es wieder viel Bauernhofleben mit Tiere Kuscheln, Kinder Bespaßen, Haushalt Machen und schönen Aussichten. Die Kinder waren einige Wochen in der Ferienbetreuung der Grundschule; dort habe ich sie dann manchmal um 12 Uhr abgeholt und den Nachmittag mit mindestens 3 Kindern (regelmäßig auch mit mehr, wenn irgendwelche Freund*innen da waren) verbracht. Außerdem ist die Schwester meiner Gastmutter mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern aus Schweden gekommen. Sie haben bei den Großeltern im Haus geschlafen, aber alle Kinder habe einfach überall miteinander gespielt.
Und dann sind auch schon meine Eltern angekommen. Sie sind vom Flughafen direkt erstmal zu mir gekommen. Sie haben Geschenke und noch ein paar Klamotten für mich ausgepackt, und ich habe in Gegenzug den Koffer mit dem Kram, den ich nicht mehr brauche, wieder vollgemacht.
Am nächsten Tag konnten sie dann meine Gastfamilie nochmal richtig kennen lernen und auch ihre Geschenke überreichen. Dann sind wir alle gemeinsam zu den Ziegen in den Stall gegangen und konnten nochmal die Zicklein streicheln. Dann habe ich ihnen unseren "Hauswasserfall", den Árbæjarfoss, gezeigt. Dann sind wir zum Skógafoss gefahren und haben dort in einem Restaurant Abendbrot gegessen. Auf der Rückfahrt habe ich mich dann auch mal etwas mit dem Mietwagen bekannt gemacht. Das war ein Schaltwagen und ich hatte seit der Fahrschule nur noch Automatik-Autos gefahren.
Am Montag habe ich nochmal normal gearbeitet und meine Eltern sind alleine in Richtung des Golden Circle aufgebrochen. Am Nachmittag war es dann Zeit, die Ziegen auf ihre Sommerweide zu fahren. Dafür sind wir alle (sogar beide Großelternpaaren waren dabei) zu einem verwandten Bauern gefahren. Dort haben wir die Ziegen von unserem Anhänger in einen anderen umgeladen, der hoch genug ist, um vom Trecker durch den Fluss gefahren zu werden. Die Sommerweide der Ziegen ist nämlich eine kleine Insel in einem Fluss. Danach waren wir noch mit allen im Restaurant, wo dann auch meine Eltern zu uns gestoßen sind.
Am Dienstag (17. Juni) war Nationalfeiertag in Island und ich hatte frei. Ich bin mit meinen Eltern nach Sólheimar gefahren. Das ist ein Ort, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen leben und arbeiten. Es gibt Flächen zum Gemüseanbau, ein Café, einen kleinen Laden, in dem Handwerksprodukte verkauft werden und sogar eine eigene Kirche. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp am Kerið gemacht.
Am Mittwoch sind wird dann in Richtung Osten aufgebrochen. Dabei war unser erster Stopp bei den Großeltern in Vík. Wir wurden da sehr nett mit Pfannkuchen empfangen und sind dann zu einer kleinen Tour durch Vík aufgebrochen. Als erstes hat die Oma uns den See Heiðarvatn gezeigt. Dann sind wir auch nach Dýrhólaey gefahren und haben einige Papageientaucher sogar sehr aus der Nähe gesehen. Anschließend sind wir weiter zum Strand Reynisfjara und abschließend noch mal auf den Berg zur Kirche. Das Wetter war leider die ganze Zeit etwas regnerisch verhangen, aber letztendlich hatten wir doch Glück und sind nicht nass geworden. Wir sind dann weitergefahren in Richtung des Skaftafell, wo ich mit Papa eine kleine Wanderung zum Svartifoss gemacht habe. Anschließend waren wir noch in der Jökulsárlón. Das ist eine Gletscherlagune, wo man richtig sieht, wie die Eisbrocken abbrechen und dann an den Strand getrieben werden. Unser Tagesziel war Höfn, wo wir dann eine Nacht geschlafen haben.
Am nächsten Tag sind wir weiter in Richtung Osten gefahren. Direkt morgens haben wir einen Zwischenstopp an einem schönen Aussichtspunkt gemacht. Dann sind wir von der Ringstraße abgefahren und 20 km über eine Schotterstraße serpentinenmäßig hoch- und runtergefahren. Das war sehr fordernd für mich als Fahrerin. Dann haben wir Mittagspause in Egilsstaðir an einer Tankstelle gemacht. Von dort aus haben wir noch den Abstecher nach Seydísfjörður gemacht. Dort besichtigten wir die Bláa Kirkja, die Blaue Kirche, zu der ein als Regenbogen gestalteter Weg führt. Und dann wollte auch Papa mal wieder fahren, denn langsam wurde er neidisch auf die vielen Serpentinen. Auf dem Weg nach Bakkafjörður haben wir noch an diesen auffälligen Steinen angehalten, die Mama an die Nanas erinnerten. In der Nacht haben wir in einer alten Schule geschlafen. Abends haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht.
Am nächsten Tag sind wir dann nicht zurück zur Ringstraße, sondern haben und für den Arctic Coast Way entschieden. Auf dem Weg nach Akureyri haben wir dann den Arctic Henge besucht, der ein wenig an Stonehenge erinnert. Dann sind wir in unserer Ferienwohnung in Akureyri angekommen und sind erstmal eingezogen. Abends habe ich mit Papa dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht.
Am nächsten Tag war Mittsommer. Da gibt es in Island keine besonderen Traditionen, aber wir sind Whale Watching gefahren. Das Wetter war richtig gut, aber die Wale waren leider relativ träge. Wir haben nur einmal eine Schwanzflosse gesehen, und sonst konnten wir das Auf- und Abtauchen beobachten. Wir sind dann noch ein bisschen weitergefahren und haben ein paar kleine Dörfer und den Mígandifoss gesehen.
Am nächsten Tag haben wir einen längeren Ausflug gemacht. Unser erster Stopp war der Goðdafoss. Von da aus sind wir weiter an den See Mývatn, den Mückensee, gefahren. Von da aus sind wir zu den Schwefelfeldern Hverir gefahren. Bisher hatte mir der Schwefel noch nichts ausgemacht, aber dort habe ich es wirklich nicht so lange ausgehalten. Die vielen verschiedenen Farben waren dennoch sehr beeindruckend. Anschließend sind wir dann noch zum Dettifoss und zum Selfoss. Der letzte Stopp des Tages war dann ein Wasserfall ganz in der Nähe von Akureyri, das Wasser dort ist lau warm, und wäre ich nicht schon so müde von dem ganzen Tag gewesen, hätte ich mich da auch gerne ins Wasser begeben.
Wir sind dann weiter in Richtung Hvammstangi gefahren, wo wir unsere nächste Unterkunft hatten. Unser erster Stopp war ein Museum über die typischen isländischen Torfhäuser und eine Kirche mit Friedhof. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zu einem Schwimmbad gemacht. Es gab zwei Naturbecken mit natürlichem warmem Wasser direkt am Meer. Der Ort Hvammstangi ist für die vielen Robben, die dort in der Gegend leben sollen, bekannt. Wir haben aber leider keine gesehen. Wir sind da etwas durch den Ort gelaufen. Und ich habe eine Runde Schach gegen Papa verloren. Und trotzdem hatte ich eindeutig mehr Spaß an der Partie.
Am folgenden Tag sind wir dann weiter nach Grundafrörður gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir beim Wasserfall Glanni und der dortigen Umgebung Halt gemacht und sind mal wieder ein bisschen durch die Natur gelaufen. In Borganes waren wir noch in einem Museum zur Besiedelung Islands und der Egils Saga, eine der vielen isländischen Sagas. Am Abend habe ich dann noch mit meinen Eltern gespielt. In der Unterkunft gab es aber vor allem Kinderspiele. Es war trotzdem sehr lustig.
Den nächsten Tag haben wir dann eine Rundtour über die Reykjanes Peninsula gemacht. Begonnen haben wir am goldenen Strand. Einer der wenigen nicht schwarzen Strände in Island. Unser nächster Halt war der Leuchtturm Öndverdarnesviti. Dann haben wir in einem sehr netten Café an der Küste etwas gegessen. Wir haben noch ein paar andere eindrucksvolle Orte an der Küste besucht. Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch auf einen Berg gefahren und dann in die Singhöhle Sönghellir gekraxelt. Von unserer Unterkunft aus konnten man den Kírkjufell sehen, einen der am meisten fotografierten Berge in Island. Am Abend bin ich dann nochmal dahin gelaufen und wurde dabei von Vögeln attackiert.
Unsere Reise war dann auch schon fast zu Ende. Wir sind nach Reykjavík gefahren. Auf dem Weg waren wir noch bei einem Leuchtturm in Akranes und sind dann nicht durch den Tunnel gefahren, sondern haben den Weg und den Fjord genommen. Unsere Ferienwohnung war Mitten in Downtown Reykjavík. Wir sind dann als erstes Hoch auf den Kirchturm und auch in die Hallgrímskírkja rein. Dann sind wir durch die Straßen geschlendert und haben uns etwas zu essen gekauft.
Am nächsten Tag habe ich dann noch einige Souvenirs gekauft. Wir sind zum Konzerthaus gelaufen. Und mit Papa bin ich noch ein bisschen mehr durch Reykjavík gelaufen und haben noch zwei Kirchen und das Rathaus gesehen. Dabei bin ich ganz zufällig auch an gefühlt schicksten Leichenwagen vorbeigelaufen. Meine Eltern haben mich dann noch wieder nach Hella zu meiner Gastfamilie zurückgebracht. Wir haben die letzten Sachen noch zusammengepackt. Ich habe unsere übrigen Lebensmittel von der Reise bei uns verräumt. Dann bin ich nochmal mit meinen Eltern zu der Kirche hier bei uns, zur Árbæjarkirkja. Dann haben wir uns voneinander verabschiedet und meine Eltern sind zum Flughafen aufgebrochen.
Es war gut, dass ich dann noch ein Wochenende hatte, um das alles zu verarbeiten und mich noch vom Urlaub zu erholen.
In der nächsten Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet. Der Kleinste war zwar auch kurz verwirrt, dass ich jetzt wieder da war. Hat aber nicht lange gebraucht, bis er wieder warm mit mir wurde. Die Schwester meiner Gastmutter mit ihren Kindern war tatsächlich immer noch da. Und dann war es auch schon Juli.
Am ersten Mai hatten die Kinder wieder eine Show. Aus dem Reitverband haben die ganzen verschiedenen Reitgruppen gezeigt, was sie im Unterricht gelernt haben. Da sind die beiden großen jeweils in ihren Reitgruppen aufgetreten. Der kleinste durfte auch mitmachen. Er durfte reiten und wurde von seiner Mutter, und seinen beiden Geschwistern geführt. Ich habe erst als so genannter Turnier Trottel den Kinder geholfen ihre Pferde fertig zu machen. Ab der Pause habe ich den Kleinen erst im Kinderwagen schlafen gelegt und dann seinen Schlaf bewacht. Er war dann pünktlich zur Siegerehrung wieder wach. Weil der Kleine ja auch mitgewirkt hat, wurde ich dann noch etwas unvorbereitet mit ihm auf dem Arm hinterher geschickt. Und so stand ich plötzlich in der Mitte der Reithalle mit 120 Kindern, die für ihre Leistung gefeiert wurden.
Abends bin ich dann mit den beiden großen Kindern noch das erste Mal im Schafstall gewesen. Die Lämmersaison hatte begonnen. Die beiden haben mir dann alles gezeigt und verschiedene Lämmer gestreichelt. Ich glaube aber, dass gerade die Schafmütter das nicht lustig fanden. Viele haben sich versucht vor ihre Kinder zu stellen. Und haben währenddessen drohend mit ihren Huf auf den Boden gehauen.
Am folgenden Wochenendende bin ich mit einer anderen AuPair und ihrem Freund, der gerade zu Besuch war auf die Westmännerinseln gefahren. Dort fand zeitgleich ein Trail-Lauf statt. Es war also deutlich mehr los, als vor einem halben Jahr, als ich das letzte mal da war. Wir sind zur Küste gelaufen um zu schauen, ob wir Papageientaucher sehen können. Wir haben leider keine entdeckt, aber die Küste war trotzdem sehr schön. Anschließend sind wir noch zu einem alten Flugzeugwrack am Strand gewandert. Der Weg ist pro Richtung ca. 3,5km lang. An dem Tag bin ich insgesamt also sehr viel gelaufen und habe mich am nächsten Tag einfach nur noch ausgeruht. Außerdem hatte ich mich vergessen einzucremen und habe mir so einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.
Die nächsten Tage kam die Schwester der Oma aus den Niederlanden zu besuch. Sie hat Niederländisch gesprochen und die Kinder isländisch, aber irgendwie haben sie sich einigermaßen verstanden. Außerdem ist der Frühling weiter eingezogen. Die Bäume haben neue Blätter bekommen und die Wiesen wurden langsam grün. An einem Tag habe ich dann nochmal einen Spaziergang in Selfoss mit einer AuPair, die jetzt in den Norden gezogen ist, gemacht.
Während in Deutschland schöne Frühlingstage waren, hatten wir in Island in vergleich eine richtige Hitzewelle. Wir hatte über eine Woche mit Temperaturen um die 20°C. Gefühlt war das sehr, sehr warm. Ich habe es bereut keine kurze oder wenigstens eine luftige Hose dabei zu haben. Auch dünnere Schuhe habe ich vermisst. Gefühlt bin ich fast geschmolzen bei diesen unglaublichen Temperaturen ;). Außerdem hat die Eurovision-Woche begonnen. In Island schauen 97% der Bevölkerung den ESC und gerade auch für die Kinder ist es ein riesen Happening. Vor dem ersten Halbfinale habe ich dann noch einen Spaziergang gemacht, um das schöne Wetter zu genießen. Dabei habe ich kurz geholfen, Schafe, die außerhalb ihrer Weide waren, wieder ich ihre Weide zu treiben. Dann gab es Eurovision-Party und das Island in Finale gekommen ist, war der krönenden Abschluss des Tages.
Freitag haben wir dann nach der Schule den Kindergebrutstag des Großen gefeiert. Wir haben ihn und alle seine Freundinnen und Freunde von der Schule abgeholt und sind dann auf einen Spielplatz in Hella gegangen. Dort konnten die Kinder frei miteinander Spielen. Es gab Hotdogs vom Grill und einen Geburtstagskuchen. Die Kinder habe sich im großen und ganzen gut verstanden, auch wenn es immer wieder kleinere Streitigkeiten gab. Zum Abschluss durften sie dann auch noch mit den Füßen in den Fluss, es war schließlich immer noch sehr warm und ich bin in meiner langen Jeans und meinen gefütterten Schuhen ein bisschen eingegangen. Außerdem wurden immer wieder verschiedene Eurovisionlieder gegrölt und es wurde debattiert wer wohl gewinnen würde und welches Lied besser/schlechter als ein anders sei. Als wir wieder zurück waren, konnten wir noch nicht in unser Haus, weil dort noch geputzt wurde. Denn am nächsten Tag stand dann die Feier mit den Verwandten an. Ich habe dann noch meine Gastvater geholfen Essen für den nächsten Tag vorzubereiten und dabei neune Gerichte kennengelernt. Gefeiert wurde dann wie bei den beiden anderen Kindern mit einem großen Kuchenbuffet.
Abends war dann das Eurovision Finale. Wir saßen gemeinsam mit den Großeltern vor dem Fernseher. Der kleinste ist nach dem isländischen Auftritt (weit am Anfang) ins Bett gegangen. Die Oma hatte Nudeln und Fleischbällchen in einer Erdnusssoße gemacht, ein absolutes Lieblingsessen der Familie. Wir haben uns dann das ganze Spektakel angeschaut und es wurde viel gelacht, gesungen und getanzt. Gerade die Kinder haben mit verkleiden und allem drum und dran mitgemacht. Die Punktevergabe war dann aber für die beiden großen schon etwas schwieriger auszuhalten. Island hat nämlich keinen einzigen Punkt von keiner einzigen Jury erhalten. Aber immerhin gab es 33 Punkte vom Publikum und so wurde Island schlussendlich Vorletzter. Zum Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages gab es dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang. Ich hatte vorher nicht wirklich einen Bezug zu Eurovision, aber in diesem Jahr hat es mir richtig gut gefallen. Dadurch, dass die Schweiz Gastgeber war hat sich das alles für mich wie die Symbiose der Kulturen, in denen ich gerade lebe, angefühlt.
Am Sonntag bin ich dann mal wieder mit der Familie nach Vík gefahren. Dort habe ich mich mit einem anderen AuPair getroffen. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen und haben uns einfach ausgetauscht. Bei uns war das Wetter immer noch ganz fantastisch, aber in Vík hing Nebel. Vík liegt zwischen zwei Bergen zwischen denen sich der Nebel ausgebreitet hatte. Sobald man über den Berg kam hatte man wieder schönsten Sonnenschein. Abends bin ich dann noch mal in den Schafstall gegangen. Das eine Lamm war sogar sehr zutraulich, obwohl die in der Regel sehr ängstlich sind.
So war die Stimmung um 23 Uhr. Einfach richtig schön, dass es schon so lange hell war.
In der folgenden Arbeitswoche habe ich viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht.
Sonst konnte man zusehen wie der Sommer in der Natur ankommt. Man sieht immer mehr Blüten und außerdem hat die Fohlen-Saison begonnen. Auch die Lupinen haben angefangen zu blühen. Und die Helligkeit hat auch schon wieder neue Dimensionen angenommen. Das 3. Bild ist um 2 Uhr Nachts entstanden.
Ich bin mit dem Fahrrad zum Wasserfall gefahren. Mein Gastvater hat auch sein Fahrrad wieder fit gemacht. Der Große hatte zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen und die beiden Kids sind darauf hin dem Fahrradfieber verfallen. Der Fahrradsattel meines Gastvater ist leider so unbequem, dass ich die fahrt nicht genießen konnte. Am Wasserfall war es aber schön.
Am 30. Mai haben hier dann die Sommerferien angefangen. Die beiden Großen haben jetzt 3 Monate Schulfrei. Ich habe also oft mehr Kinder als sonst zu hüten. Die beiden haben oft Spielbesuch oder gehen zu ihren Freundinnen und Freunden. Es gibt aber auch verschiedenen Ferienbetreuungsangebote an denen sie Teilnehmen und dann mal mehr mal weniger zu Hause sind. Solange der Kleinste noch im Kindergarten war (die Ferien da haben erst ca. 6 Wochen später angefangen), war mein Arbeitstag dann häufig von 11 oder 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Wobei ich den Kleinsten weiterhin um 14 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt habe. Der Unterschied war halt, das ich auch vorher nicht mehr wirklich meine Ruhe hatte um mich um den Haushalt zu kümmern. Ich habe auch mit den beiden Großen und ihren Freund*innen mehr gespielt. Zum Beispiel bin ich oft mit ihnen aufs Trampolin gegangen oder spiel Verstecken oder Fangen oder was ihnen sonst so einfällt.
Am 31. Mai sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Dort war ein Lauf organisiert, an dem mein Gastvater teilgenommen hatte. Der Große und ich sind auch mitgefahren. Ich war in dem Glauben, dass wir vor allem zum anfeuern da waren. Als mich die Oma also fragte ob ich mit zum "skemtun skokki" komme, dachte ich, dass das anfeuern heißt und habe ganz enthusiastisch ja gesagt. Naja, damit kommen wir zum meinem bisher folgenschwersten Missverständnis. Wir sind also los zur Turnhalle, wo es die Startnummern, etwas Verpflegung und so etwas gab. Und als mir dann auch eine Starnummer in die Hand gedrückt wurde, schwante mir so langsam, dass ich vielleicht nicht nur zum anfeuern da war. Ich habe mir dann noch eine Kappe gekauft, schließlich habe ich keine aus Deutschland mitgebracht und bekomme doch mehr Sonne ab, als ich erwartet hatte. Dann haben wir uns als Unterstützung für diejenigen, die beim 10km oder 21 km Lauf gestartet sind, mit zum Start begeben und von dort aus angefeuert. Dann konnten wir denn Lauf erst so und dann über eine LED Wand mitverfolgen. Der Weg ging über den Strand, den Berg hoch, nach vorne Richtung Meer und dann wieder zurück ins Tal für die 10km und noch einen zweiten Berg hoch für die 21 km. Eine halbe Stunde später stand ich dann an des Starlinie des 3 km Spaßlauf. Zusammen mit dem großen und der Oma. Und ich habe gemerkt, dass ich wirklich die mit Abstand unvorbereitetste Person zwischen den Kindern, Eltern und Großeltern war. Nicht nur hatte ich ein Jeans an, nein ich war auch in meinen "guten" Schuhen da. In Deutschland trage ich die im Winter, wenn es nicht geschneit hat. Sie sind mit Fake Fell gefüttert und außen aus Leder. Also die besten Voraussetzungen um 3 km am Strand zu Laufen. Naja, da war es halt schon zu spät. Wir sind dann also losgelaufen und mein einziges Ziel war es, nicht nach der Oma ins Ziel zu kommen. Das habe ich auch geschafft. Leider sind mir die Kinder so davon gezogen, dass ich dann mehr oder weniger alleine Laufen musste. Völlig unterschätz habe ich aber, was das mit einem macht, wenn da auch nur 2 Hanseln stehen um einen anzufeuern. Ich war nur so unsicher, bei dem ganzen, dass ich dann nicht durchs Zeil gelaufen bin, sondern 10 Meter vorher schon zur Seite bin. Doch dann konnte ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen nehmen und habe mich doch noch getraut, im Zielbereich nach einer Goodiebag zu fragen, die mir auf Grund dessen erst entgangen war. Danach habe ich mich noch kostenlos ein bisschen durchfuttern können. Und wir haben die Läufer der beiden anderen Läufe im Ziel begrüßt. Danach sind wir dann zurück gefahren und waren alle ordentlich K.O.
So habe ich also den sehr schönen und ereignisreichen Mai beendet. Das schreiben hat jetzt ach schon wieder so lange gedauert, dass ich bestimmt ganz viele Details schon wieder vergessen habe. Der Juni ging auf jeden Fall nicht weniger aufregend weiter.
Der April begann damit, dass ich Besuch von Freunden aus Deutschland bekommen habe. Ich war richtig aufgeregt und habe mich tierisch gefreut, als sie dann endlich ankamen. Als erstes habe ich ihnen den Hof und das Haus gezeigt, dann haben wir uns Mía geschnappt und sind zum Wasserfall gelaufen. Anschließend sind wir zum Seljalandsfoss gefahren, dort sind wir dann das erste Mal an dem Tag richtig nass geworden, weil es geregnet hat. Die Wasserfälle habe uns dann auch nur noch nasser gemacht und nachdem wir zum Gljúfrabúi in eine Art Höhle gegangen sind waren wir alle völlig durchgeweicht. Wir sind dann in das Hotel gefahren und haben trockene Sachen angezogen. Als die Sonne sich wieder Blicken lies sind wir dann noch zu einem Spaziergang zu einem anderen nahgelegenem Wasserfall aufgebrochen. Auf dem Weg wurden wir leider von Gewitter mit Murmelgroßen Hagelkörnern überrascht. Wir waren also nochmal ordentlich nass. Als wir dann am Wasserfall waren, kam aber sogar ein Regenbogen raus. Am nächsten Tag hatte ich mir frei genommen und wir sind zum golden circle gefahren. Dort waren wir bei Gullfoss, Geysir, Brúarfoss und Kerið. Anschließend haben wir uns in Selfoss noch eine Pizza geholt und sind dann zurück ins Hotel. Am nächsten Tag habe ich gearbeitet und meine Freunde habe alleine die Insel unsicher gemacht. Am späten Nachmittag sind sie dann zu mir gekommen, haben meine Gastfamilie kennen gelernt und ein kleines Erdbeben miterlebt. Am Morgen war in Gríndavík wieder der Vulkan ausgebrochen. Wir sind dann noch ins Schwimmbad gefahren und haben den Tag dort ausklingen lassen. Ich habe am nächsten Tag wieder gearbeitet und meine Freunde sind für einen Nacht Richtung Osten gefahren. Am darauffolgenden Tag haben wir uns dann Mittags in Reykjavík getroffen. Dort bekamen wir eine private Führung durch die Orgel der Hallgrímskirkja. Die Orgel war wirklich beeindruckend und der Organist hat sich viel Zeit für uns genommen. Am Ende hat er auch noch für uns gespielt und es kam spontan ein Freund von ihm vorbei, der dann gesungen hat. Wir haben dann noch die Souvenirläden ausgecheckt und etwas gegessen, bevor wir dann in das Hostle der drei gefahren sind. Ich habe mich dann abends noch auf den Weg zurück gemacht, weil ich am nächsten Tag nochmal gearbeitet habe. Nach der Arbeit fuhr ich zum þingvellir Nationalpark und traf da wieder auf die anderen. Wir haben uns dann ganz in Ruhe alles dort angeschaut und gewartet bis es dunkel wurde, um dann dort die Nordlichter zu beobachten. Uns wurde zwar zwischendrin etwas kalt, wir konnten uns aber in den Autos aufwärmen und haben dann auch tatsächlich Nordlichter zu Gesicht bekommen. Die Saison war aber schon fast vorbei und der Mond schien unglaublich hell in dieser Nacht, sodass man sie nur schwach gesehen hat. Dann sind wir gemeinsam Nach Reykjavík gefahren und ich habe die Nacht bei ihnen geschlafen, denn das Wochenende stand an. Am Samstag sind wir dann nochmal zur Hallgrímskrikja und haben uns die Orgel-Martiné angehört. Danach sind wir nochmal nach Downtown und dann zurück und haben den Tag ausklingen lassen. Wir waren alle ziemlich geschafft und sind trotzdem viel zu spät ins Bett. Am nächsten Morgen sind wir dann super früh aufgestanden, weil die anderen das Auto zurückgeben und zum Flughafen mussten. Ich bin ganz alleine wieder zurück gefahren. Auf der Fahrt und den ganzen tag über, hatte ich dann so viel Heimweh wie in der ganzen anderen Zeit nicht. Ich hätte es fast mit Liebeskummer verglichen.
In der folgenden Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet und bin so Richtig in meinen neuen Isländisch-Kurs eingestiegen, der eigentlich schon die Woche davor anfing. Dadurch hat sich mein Rhythmus wieder verändert. Ich haben meistens gegen 9 Uhr angefangen mit Haushalt. Bis dann um zwölf meinen online Kurs hatte danach haben ich den Kleinsten vom Kindergarten abgeholt und verbringe mit ihm den Nachmittag. Ab und zu bringe ich 1-3 Kinder auch ins Bett und hallte dann Wache, ob auch alle schlafen.
Des weiteren war der April recht pferdig. Ich Pferde kamen auf die nah gelegenden Weiden in der Nähe vom Haus und wurden auch immer wieder auf den Hof getrieben und dann umsortiert. Die Kinder haben ihr erstes Turnier der Saison bestritten.
Auf Spaziergängen habe ich die ersten Zeichen des Frühlings entdeckt. Das Gras wurde langsam grün und und die Bäume haben die ersten Knospen bekommen.
Das nächste Event, war wieder pferdebezogen. Verschiedenste Höfe und Pferdemenschen aus der Gegend haben in einer Show gezeigt, was sie und ihre Pferde so drauf haben. Die Eltern habe mit den beiden großen Kids auch einen Auftritt gehabt. Ich habe währende der Vorbereitungen und des Auftritts auf den kleinen aufgepasst. Danach konnte ich mir die restliche Show noch als Zuschauerin ansehen. Viele der Auftritte waren eine Art Quadrille. Die Pferde habe also eine Choreografie aufgeführt. Dabei haben sie die Gangarten gewechselt und durch die Wege sind auch immer wieder eindrucksvolle Figuren entstanden.
Am Wochenende habe ich mich dann nochmal mit einem anderen Aupair aus der Gegend getroffen und ich habe ihr den Seljalandsfoss gezeigt.
Das besondere an Ostern in Island sind die vielen gesetzlichen Feiertage. Hier waren Gründonnerstag, Karfreitag und Ostermontag auch frei. Ich habe am Abend vorher noch ein paar Eier gekocht und sie bemalt, um den Kindern ein bisschen was der deutschen Ostertradition zu zeigen. Ostersonntag bin ich dann morgens extra früh aufgestanden und habe die Eier draußen versteckt. Als dann alle Kinder wach waren, habe sie einen Brief vom Osterhasen bekommen. Dort hat er in einem Rätsel, den Ort beschrieben, wo die Kinder das erste Ei finden konnten. In Island bekommt jeder zu Ostern ein großes Schokolanden-Ei. Es ist noch mit weitern Süßigkeiten und einer kleinen Weisheit (wie im Glückskeks) gefüllt. Mit weiteren Rätseln haben die Kinder tatsächlich für jeden ein Ei gefunden. Dabei sind sie an meinen versteckten Hühnereiern völlig vorbeigelaufen. Wir habe sie sich dann ein wenig beruhigen lassen und sind dann zur Oma zu Osterfrühstück. Im Anschluss hatte die Tochter, dann noch die Muße die Hühnereier zu suchen. Dabei haben wir leider nur 5 der ursprünglich 6 Eier wiedergefunden. Da habe ich persönlich ja Mía im Verdacht. Aber es wird wohl ein Geheimnis bleiben, was mit dem 6. Ei passiert ist. Denn es definitiv nicht mehr in seinem Versteck. Nachmittags bin ich dann ganz allein zu einer Kirche, wo ich noch nie war, gefahren und in den Gottesdienst gegangen. Google Maps hatte mich erst ein bisschen veräppelt, aber ich habe dann alles gefunden und wurde in der Kirche dann sogar erkannt. Den Gottesdienst und alles drum herum konnte ich auch komplett auf Isländisch bestreiten. Nur das Glaubensbekenntnis auf Deutsch mitzusprechen, während alle um mich herum es auf Isländisch aufsagen, war zu viel für mein Gehirn. Ich glaube ich habe noch nie so viele Teile vergessen/übersprungen oder aus Versehen wiederholt wie dabei. Dann habe ich noch den traditionellen Osterspaziergang gemacht und dann gab es auch schon das große Osteressen. Wieder bei der Oma.
Am Dienstag habe ich dann mal wieder einen Ausritt gemacht. Dieses Mal ging es auf dem Pferderücken zum Wasserfall.
In meiner Freizeit habe ich gestrickt. Dabei sind unter anderem diese Pulswärmer entstanden. Und ich habe angefangen Herr der Ringe zu lesen.
Dann hatte der Große Geburtstag und ist 9 Jahre alt geworden. Er hat ein Fahrrad geschenkt bekommen. Die Feier war erst einige Wochen später im Mai. Doch die beiden großen Geschwister sind in den nächsten Tagen und Wochen viel Fahrrad gefahren. Und das war dann auch schon der April
Der Rosenmontag heißt in Island Bollurdagur. Bollur sind ein Gebäck, dass es an diesem Tag in allen Bäckereien zu kaufen gib. Ich würde es beschreiben als Windbeutel, der mit Marmelade und Sahne gefüllt ist und obendrauf ist noch Schokolade. Es gibt sie aber auch in den verschiedensten Varianten mit z.B. Schoko- oder Nougatfüllung. An nächsten Tag ist dann sprengidagur. Da isst man sich traditionell vor der Fastenzeit nochmal richtig satt mit Erbsensuppe und Lammfleisch. An Aschermittwoch verkleiden die Kinder sich dann. Nach der Schule ziehen sie dann in kleinen Gruppen durch die Läden und singen dort um Süßigkeiten zu bekommen.
Das der März in Island noch zum Winter gezählt wird, wundert einen auch nicht.
Doch man merkt schon wirklich, wie es immer, immer heller wird. Deshalb habe ich mich nochmal ganz besonders über diese wunderschönen Nordlichter gefreut.
Am Wochenende bin ich mit dem Vater und den beiden großen Kindern zu den Großeltern nach Vík gefahren. Auf dem Hinweg haben wir einen Zwischenstopp beim Skogafoss gemacht. In Vík haben wir einfach einen entspannten Tag gehabt und waren viel am Strand.
Die Sonne ging schon wieder um circa halb acht auf.
Ich war das erstmal bei einer Reitstunde der Kinder dabei. In Hella gibt es einen große Reithalle, in der die Kinder Unterricht haben. Sie nehmen den Reitunterricht nicht bei ihren Eltern, obwohl die ihnen das bestimmt beibringen könnten. Beide sind jeweils in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern ihres Alters, die auch mit ihren Pferden zu der Halle kommen. Die Eltern aller Kinder können dort auf der Tribüne sitzen und zuschauen.
Am nächsten Wochenende war ich wieder in Vík, dieses Mal aber auch um zu arbeiten. Ich bin mit den Eltern und dem kleinsten gefahren. Die beiden großen sind bei der Oma auf dem Hof geblieben. In Vík sind alle außer mir und dem kleinen auf eine Beerdigung gegangen. Ich habe in der Zeit im Haus der Großeltern auf den kleinen aufgepasst. Danach habe ich dann noch einen Ausflug zum Reynisfjara Strand gemacht. Der ist bekannt für gefährlich Wellen, die immer wieder Menschen, die nicht genug Abstand halten ins offene Meer ziehen. Und für schöne Basaltsäulen auch. Danach habe ich noch einen Spaziergang durch Vík gemacht. Abends bin ich dann noch mit Mía auf eine Gassirunde gegangen. Wir haben dann in Vík übernachtet. Ich war am nächsten morgen nochmal mit Mía gassi und dann sind wir wieder zurück nach Hella gefahren.
Die Woche verlief soweit wieder ganz gewöhnlich. Doch am Dienstag war ich dann bei meinem ersten Turnier (also zum zuschauen). Das Turnier fand in der Reithalle in Hella statt. Ich bin mit Den Kindern und dem Gastvater hingefahren. Bei einem Islandpferdeturnier laufen die Pferde in den verschiedenen Gangarten um die Richter und bekommen dann eine Note zwischen 1 und 10, wobei 10 das beste ist. Das Turnier wurde sogar im Fernsehen übertragen und die Stallmitarbeiterin hat auch daran teilgenommen.
Am Wochenende musste ich dann erstmal auf die vielen, vielen Erlebnisse klarkommen und versuchen die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Am Abend sind dann mein Gastvater die beiden großen Kinder, ihre Cousine, die beiden Hunde und ich runter an den Fluss gefahren. Dort sind wir mit den Füßen in das eiskalte Wasser gegangen und die Hunde haben auch im Wasser gespielt. Senta liebt es dort und ist am liebsten Hals über Kopf ins Wasser gesprungen und geschwommen. Mía war noch deutlich vorsichtiger. Es war ihr erstes Mal richtig im Wasser und sie hat noch nicht verstanden, das sie schwimmen kann. Im Wasser zu stehen war zwar unfassbar kalt. Doch man hat seinen Füße schnell einfach nicht mehr gespürt. Bis man dann ein bisschen gehen wollte und jedes kleinste Steinchen unten den Füßen, dann richtig weh tat.
Die nächste Woche war dann wieder relativ ereignislos. Ich habe meinen einen isländisch Kurs abgeschlossen und im Abschlusstest ohne jegliche Hilfestellung 80% geschafft. Gleichzeitig habe ich den nächsten isländisch Kurs angefangen. Der ist jetzt leider wieder online, aber es gab keinen in Präsents.
Am Samstag habe ich dann die Sonnenfinsternis beobachtet. Man konnte merken, wie es tatsächlich etwas dunkler wurde. Auf den Handyfotos, kann man das Phänomen leider nicht sehen. Sonst hat mich am Samstag schon die Vorfreude gepackt, denn abends sind Freunde von mir auf Island gelandet. Sie habe ich dann am Sonntag getroffen.
Im Februar ist richtig viel passiert. Deshalb komme ich erst jetzt dazu euch an all dem Teilhaben zu lassen.
Der Monat ging mit richtig schlechtem Wetter los. wir hatten rote Unwetterwarnung. Aufgrund des starken Windes fiel mein isländisch Kurs aus und die Kinder hatten einen Tag Schulfrei. Als ich abends nochmal in den Stall gehen wollte, musste ich richtig kämpfen um die paar Meter von Haus zum Stall zu schaffen. Im Stall haben vom Wind die Wände gewackelt und die Geräusche auf dem Video kommen auch alle vom Wind.
Dann hat der kleine im Kindergarten angefangen. Er hatte nur eine Woche Eingewöhnung und war recht schnell die ganze Zeit im Kindergarten. Ich arbeite jetzt meistens von 12-18 Uhr. Manchmal starte ich früher manchmal später. Ich beginnen dann damit aufzuräumen und den Haushalt zu machen. Um 14 Uhr hole ich den keinen dann aus dem Kindergarten ab. Wenn wir dann wieder zu Hause sind, essen wir meistens erstmal Obst und spielen dann.
Es war einige Wochen wieder etwas wärmer der Schnee ist geschmolzen und so sahen meine Spaziergänge dann aus.
Dann kamen am 18. abends meine Briefwahlunterlagen aus Deutschland bekommen. Der amtliche Kurier der deutschen Botschaft ging nur leider schon am 17. um 10 Uhr morgens. Ich habe dann meine Wahl gemacht und den Brief zu Priority-Versand angemeldet. Am nächsten morgen hat mein Gastvater den Brief dann mit nach Selfoss zum Postamt mitgenommen und dort abgegeben. Er kam leider erst am 28. in Bornheim an.
Am Samstag habe ich mich mit einem anderen Aupair getroffen. Wir sind als erstes nach Geysir gefahren. In Island heißt die ganze Gegend Geysir. Der erste regelmäßig ausbrechende Geysir war dort und hat so international den eruptierenden, heißen Quellen ihren Namen gegeben.
Anschließend sind wir weiter zum Gullfoss, der übersetzt "goldener Wasserfall" heißt, gefahren.
Dann sind wir noch weiter zum Brúafoss gefahren. Dort sind wir dann noch eine ganze Weile den Fluss hinab gelaufen, auf dem Weg haben wir noch weitere Wasserfälle gefunden und auch sonst war es sehr schön.
Anschließend haben wir uns noch ein Eis gekauft. Dafür sind wir auf einen Bauernhof gefahren, wo man vom Verkaufsraum direkt in den Kuhstall schauen konnte.
Als letztes haben wir dann noch am Krater Kerið angehalten. Unten im Krater steht Wasser, das war noch gefroren.
Als ich wieder zu Hause war habe ich dann angefangen mich für das þorrablót fertig zu machen. Das þorrablót ist ein Fest um Thor zu ehren mitten im Winter. Man besinnt sich darauf wie hart es früher war durch den Winter zu kommen. Jedes Jahr wird ein Komitee nominiert, dass diese Fest vorbereiten muss. Traditionell geht man in seinem Wohnort zum þorrablót. Man kauft im vorhinein eine Karte. Bei uns war die Veranstaltung in der Turnhalle. Zur Ankunft wurde einem ein Stück Hákarl (fermentierter Hai) und ein Schnaps angeboten. Dann haben alle ihre Tische gesucht, die waren alle nach den bekanntesten Pferden der Höfe in der Umgebung benannt. wir saßen am Tisch, der nach einen Pferd von unserem Hof benannt war. Weil beide meiner Gasteltern im Vorbereitungskomitee waren, saß ich mit der Stallmitarbeiterin ihrem Freund und einer weiteren Freundin von ihr an einem Tisch. Zur Eröffnung hatte das Komitee einen aktuellen isländischen Radio-Hit umgeschrieben und dazu ein Musikvideo gedreht, im dem alle Mitglieder des Komitees auf Steckenpferden reiten. Danach gab es erstmal etwas zu essen. Auch dabei wollen sich die Isländer auf ihre Wurzel besinnen uns essen das, was auch früher zu dieser Zeit im Jahr noch essbar war. Es gibt verschiedenen Varianten von fermentiertem, getrocknetem, geräuchertem und gesalzenem Fleisch. Dabei wird das gegessen, was man so auf der Insel hatte vom Schafskopf über Hammelhoden bis hin zu Fisch. An vegetarischen Optionen hatte ich Kartoffeln in weißer Soße, Steckrübenpüree ein süßes Roggenbrot (rúgbrauð) und eine Art herzhafter Pfannkuchen (Flatbrauð). Es gab auch noch ein paar untraditionelle Sachen wie gebratenes Gemüse und ein Nudelgericht. Ich wurde also gut satt. Als nächstes wurden kleine Sketche gezeigt. Das Komitee hat zu Ereignissen, Personen und allem, was sonst so im letzten Jahr in der Gegend passiert ist Sketche gemacht und diese zu einem langen Video zusammen geschnitten. Sprachlich habe ich ungefähr 30% verstanden, aber weil ich fast alle der Sketche auf insider bezogen, habe ich trotzdem nur die Sketche verstanden, die mir erklärt wurden. Nach einer kurzen Pause und einer zweiten Runde Sketche kam dann die Live-Band und die Tanzfläche wurde eröffnet. Zu den ersten Liedern wurde vor allem Paartanz getanzt. Dan gab es ein paar Runden von Polonäse und Kreistänzen. Das ganze gipfelte dann darin, dass es einen Kreis aus den Frauen gebildet wurde und einer aus den Männern, die sich dann in unterschiedlichen Richtung zueinander gedreht haben und so zufällig Tanzpaare zustande kamen. Da wollte ich mich dann schnell wieder auf meinen Sitzplatz verkrümeln. Doch nach einigen Runden kam der Freund der Stallmitarbeiterin und hat mich ganz unvermittelt irgendeiner Isländerin in die Hand gedrückt. Aus der Sache kam ich dann also nicht mehr raus und musste eine runde mittanzen ohne den Tanz zu können. Den Rest des Abends habe ich dann immer gewechselt zwischen sitzen und zuschauen und mich auch auf die Tanzfläche trauen. Dabei wurde den ganzen Abend lang immer wieder dieser Paartanz getanzt. Ich habe dann noch eine Runde mit dem Freund der Stallmitarbeiterin getanzt, das war dann auch etwas besser, weil er mir ein bisschen gesagt hat, was ich machen soll. Dann hat die Band eine Pause gemacht in der sich dann vermehrt unterhalten wurde. Ich habe ein bisschen den Freundeskreis kennengelernt. Aber die meisten Isländer waren zu dem Zeitpunkt schon gut betrunken und statt mich einfach beobachten zu lassen, haben einige dann versucht mich auf englisch anzusprechen. Im zweiten Teil hat die Band dann statt nur isländischer Volkslieder auch hin und wieder einen englischen Hit gespielt. Da hatte ich dann mehr Spaß, denn man kann Musik und Tanzen mehr genießen, wenn man die Lieder kenn oder sie immerhin versteht. Für 3 Uhr war dann das letzte Lied angekündigt und nach 2 Zugaben haben wir uns dann gegen 3:15 auch auf den Heimweg gemacht. Als ich wieder zu Hause war, war ich überwältigt von dem ganzen eindrücken und bin einfach ins Bett gefallen.
Die Woche verlief dann wieder ganz gewöhnlich.
Am nächsten Wochenende habe ich mit einem anderen Aupair (mit ihr bin ich gemeinsam aus Frankfurt nach Island geflogen) einen Roadtrip nach Höfn gemacht. Das war ihr letztes Wochenende, bevor sie wieder zurück nach Deutschland geflogen ist. Ich habe sie also bei sich abgeholt. Ich habe von ihr noch ein paar Klamotten bekommen, die nicht mehr in den Koffer gepasst haben. Sie hat auch auf einem Bauernhof gelebt und wir haben dann gemeinsam eine Abschiedsrunde bei allen Tieren und Menschen vorbei gedreht. Im Kuhstall habe wir noch kurz ihren Gast-Opa getroffen, der kann kein Englisch, aber mein Isländisch hat gereicht um kurz Smalltalk mit ihm zu führen. Ich war selber schon ganz emotional nur bei dem Gedanken Abschied von meiner Gastfamilie nehmen zu müssen. Wir haben dann alle ihr Sachen ins Auto geladen und sind losgehfahren. Wir haben noch ein Stopp in Vík eingelegt (der länger wurde als geplant) um zu Abend zu essen. Und dann sind wir noch ca. 3 Stunden durch die Dunkelheit gefahren zu unserer Unterkunft etwas vor Höfn. Die Fahrt war zwar lang aber größtenteils ging es echt gut, auch wenn es dunkel war und ich in der Region von Island noch nie war. Doch dann wurden wir von Schneefall überrascht. Circa eine halbe Stunde lang, konnte ich nie viel weiter als bis zum nächsten Pfosten am Straßenrand sehen und musste dementsprechend langsam und vorsichtig fahren. Als das vorbei war kamen wir dann in den Teil, wo es viele einspurige Brücken gibt, doch zum Glück war kaum jemand außer uns unterwegs. Als wir ankamen, war ich froh, dass ich es für heute geschafft hatte und mein Bein/Fuß war es auch. Aber ich war froh, das ich es so gut geschafft hatte da hatte ich vorher nämlich schon echt Respekt vor.
Am nächsten Morgen sind wir dann weiter nach Höfn gefahren, haben uns den Ort angeschaut und sind noch weiter bis zu einem Wikinger-Dorf. Dann sind wir ins Hostle in Höfn eingecheckt und sind früh Schlafen gegangen, denn wir wollten die Rückfahrt nutzen um uns noch die vielen Dinge, die es entlang der Route gibt anzusehen.
Am nächsten Morgen sind wir dann noch vor Sonnenaufgang losgefahren und haben uns zu unserem ersten Stopp dem Diamond Beach aufgemacht. Neben klaren Eisbrocken uns schwarzem Sand haben wir sogar zwei Robben gesichtet. Als nächstes sind wir zum Skaftafelljökull gefahren, wo man sehr nah an den Fuß des Gletschers laufen kann. Unser nächster Stopp war der Canyon Fjaðrárgljúfur, dort hat uns dann ein erster Hagelschauer erwischt. Dann haben wir noch kurz beim Lavafeld Eldhraun angehalten und sind dann weiter nach Skóga gefahren. Weil sie da in der Nähe gewohnt hat, hat sie mir ein bisschen den Wald dort und auch den Kvernufoss gezeigt. Weil es so windig war, sind wir am Wasserfall beide richtig nass geworden. Wir haben uns dann in einem Café eine Kleinigkeit zu essen geholt. Wir haben dann noch einen kurzen Stopp an ein der Höhle Rútshellir gemacht. Danach sind wir dann nach Hvolsvöllur gefahren uns haben dort nochmal was gegessen. Dann kam der Wetter Umschwung und es hat geschneit. Wir haben uns dann noch ein Eis geholt und uns auf den Weg zurück nach Hella gemacht. Die Abfahrtszeit für ihren Bus nach Selfoss war noch eine halbe Stunde entfernt und statt im Schnee zu warten habe ich sie dann noch die halbe Stunde nach Selfoss gefahren. Die Kombination aus Schnee, Wind und der Dämmerung war zwar nicht mehr wirklich angenehm zu fahren, aber die Strecke nach Selfoss kenne ich zum Glück mittlerweile auswendig. Auf der Rückfahrt aus Selfoss habe ich dann gelernt, das es am nervigsten ist, wenn einem der Schnee vom Wind hinterher gepustet wir, weil man dann wirklich wenig sieht und es auch einfach nicht besser wird. Kommt der Wind queer zur Fahrtrichtung, sieht es zwar vielleicht zwischendurch so aus, als führe man auf eine weiße Wand zu, aber man findet immer wieder Löcher und der Scheibenwischer hilf auch. Kommt der Schnee von vorne, ist der Scheibenwischer dein bester Freund. Aber von hinten hilf es alles nichts. Ich war jedenfalls froh, als ich nach diesem großen Abenteuer wieder zurück war. Doch es ging Schlag auf Schlag weiter, denn am Montag war dann Rosenmontag oder wie er hier heißt Bollurdagur. Davon dann aber mehr im März.
Am 6.1. habe ich dann mit der Mutter gemeinsam den Kleinen das erste Mal auf ein Pferd gesetzt. Wir habe ein paar Runden im Stall gedreht. Ich habe das Pferd geführt und die Mutter hat ihn festgehalten. Der Kleine wollte gar nicht wieder runter von Pferd. Später sind wir dann nochmal zu einem Pferd in die Box gegangen und er durfte noch ein bisschen auf dem Pferd sitzen. Dabei hat er dann sogar schon angefangen zu schnalzen. Das macht man beim Reiten, um das Pferd anzutreiben. Er ist also jetzt schon Reiter durch und durch.
Am nächsten Tag kam dann das Weihnachtspaket meiner Eltern bei mir an. Ich habe mich sehr über das Paket gefreut und hatte dann eine Bescherung mit meiner Familie am Telefon.
Am Mittwoch bin ich dann das erste Mal in Hella ins Schwimmbad gegangen. Das Schwimmbad ist wie die meisten Schwimmbäder in Island ein Freibad. Bei einer Außentemperatur von -7° C ist Freibad ja schon verlockend. Ich bin dann ca. eine Dreiviertelstunde geschwommen und habe mich dann noch in den Hotpot gesetzt.
Am Samstag habe ich mal wieder einen Spaziergang mit dem einen Hund gemacht. Am Sonntag habe ich mich mit den beiden großen Kindern auf den Weg zu Lava-Museum im nächsten Ort gemacht. Die Straße war so glatt, dass ich beim Abbiegen auf die Straße mit dem Auto so wegrutschte, dass sich das Auto um 180° gedreht hat und im Graben landete. Der Straßengraben war so steil, dass ich das Auto alleine nicht mehr wieder auf die Straße bekommen habe. Ich habe dann meine Gasteltern angerufen und mein Gastvater kam und hat das Auto aus dem Graben gefahren. Danach ging dann alles ohne Probleme. Nach dem Museum durften wir uns noch ein Eis holen. Dabei hat der Große sich etwas bestellt, was er eigentlich nicht haben durfte. Die Kids haben erst verraten, dass die Mutter das verboten hatte, als die Bestellung schon fertig war.
In der nächsten Woche fing dann mein neuer Isländisch-Kurs an. Ich fahre jetzt zweimal die Woche morgens nach Selfoss, um meine Isländischkenntnisse weiter voran zu bringen. Lustigerweise hat mein jetziger Lehrer früher bei meiner Gastmutter Deutsch unterrichtet. Für mich ist es ganz praktisch, dass er auch Deutsch kann. Der Unterschied zum ersten Kurs (online) ist auf jeden Fall groß. Der Lehrer spricht viel mehr Isländisch, und auch ich muss mich mehr auf Isländisch ausdrücken. In dem Online-Kurs haben wir eher Texte vorgelesen oder vorher genau die Sätze formuliert, die wir dann gesagt haben. Ich habe jetzt auch viel mehr Hausaufgaben und müsste eigentlich täglich Vokabeln lernen. Mit den Vokabeln hänge ich im Moment schon ein bisschen hinterher. Es hat sich seit der Schulzeit also nicht geändert, dass mir Vokabel lernen nicht besonders viel Spaß macht.
Durch den Kurs hat sich mein Tages- und Wochenrhythmus natürlich geändert. Ich arbeite im Moment montags und freitags eine Stunde länger. Dienstags und donnerstags (wenn der Kurs ist) arbeite ich dann eine Stunde kürzer und fange erst um 11:30 Uhr an.
Innerhalb der nächsten Woche ist dann auch ein Päckchen von ein paar Freundinnen angekommen. Ich habe mich sehr über die Lieben Worte und einen Kuschelwal gefreut.
Am nächsten Wochenende haben wir dann den Geburtstag der Tochter vorgefeiert. Ich habe mich mittlerweile an Großveranstaltungen mit der isländischen Familie gewöhnt, und so habe ich mich einfach auf das Kuchenbuffet gefreut. Es gab bestimmt 6 verschiedene Kuchen. Ich habe alle probiert und mich auch noch einige weitere Tage von Kuchen ernährt. Während der Feier habe ich vor allem mit der Stallmitarbeiterin gesprochen.
Am nächsten Tag bin ich dann morgens mit dem Vater, den beiden Großen und einer Cousine der beiden ins Schwimmbad gegangen. In Island gibt es nämlich die Regel, dass ein Erwachsener mit maximal zwei Kindern ins Schwimmbad gehen darf, damit die Aufsicht auch gewährleistet ist. Das Wetter war sehr schön, mit Schnee und eine wenig Sonne. Abends habe ich dann noch einen Ausritt gemacht. Es war leider ein bisschen neblig und es näherte sich die Fütterungszeit. Deshalb war Logi auf dem Hinweg nicht wahnsinnig motiviert, und nachdem wir umgedreht sind, ging es dann richtig ab. Aber wir sind wohlbehalten wieder zurückgekommen.
Die Woche lief soweit dann wieder wie gewohnt. Ein bisschen spielen, ein bisschen aufräumen, Wäsche, Hunde, Pferde und Schnee bzw. Regen. Der Kleine wird aber immer größer und kommt jetzt auch schon an die oberen Schubladen an. Ich darf ihn also wirklich keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Im Februar soll er im Kindergarten anfangen. Ich denkne, das wird gut für ihn sein. Mein Zeitplan verändert sich dann natürlich nochmal deutlich. Davon aber mehr, wenn es soweit ist.
Dieses Wochenende war ich ein bisschen im Stall und habe mit Tieren gekuschelt. Sonst habe ich mein Zimmer wieder richtig auf Vordermann gebracht, meine Hausaufgaben gemacht und meine Akkus aufgeladen, so dass ich mit voller Energie in die nächste Woche gehen kann.
An Silvester habe ich nachmittags erstmal noch einen Spaziergang gemacht. Es war aber sehr kalt und vor allem super windig.
Dann bin ich mit der Familie zum Brenna gefahren. Das Brenna ist ein großes Lagerfeuer. Traditionell wird da alles schlechte aus dem letzten Jahr verbrannt. Die Kinder habe dort schon mal Wunderkerzen angezündet und ich habe auch schon eine Wunderkerze (in der Form von Island) bekommen. Nach circa einer halben Stunde wurde dann ein Feuerwerk gezündet. Dafür ist ein LKW hinter die benachbarte Wiese gefahren. Alle anderen konnten dann am Feuer stehen und gleichzeitig das Feuerwerk bewundern.
Wir sind dann wieder nach Hause gefahren. Dort haben wir gemeinsam gegessen und dann wurde Fernsehen geschaut. Es läuft dann eine Show, in der alles was in Island so passiert ist bzw. was Thema war in satirische Sketsche verarbeitet wird. Die Kids haben mir dem Vater schonmal so gegen 10 Uhr geböllert. Um Mitternacht haben wir uns denn das Feuerwerk durchs Fenster angeschaut. Wir haben aus dem Fenster nämlich perfekte Sicht auf Hella und konnten sogar Feuerwerk aus Hvolsvöllur und von den Westmännerinseln sehen.
An dem Abend habe ich mich so weit weg von zu Hause wie noch nie gefühlt. Während die ganzen Nachrichten mit Neujahrswünschen aus Deutschland bei mir ankamen, war es hier erst 23 Uhr. Ein Fest das so sehr an Zeit gebunden ist nicht gleichzeitig mit meinen Freunden in Deutschland zu erleben, hat mir die Distanz sehr vor Augen geführt.
An Neujahr habe ich dann wieder einen Spaziergang gemacht, obwohl es immer noch sehr, sehr kalt war.
In den nächsten Tagen habe ich ganz normal wieder angefangen zu arbeiten.
Am Samstag gab es dann die schönsten Nordlichter, die ich bisher gesehen habe, aber leider liesen sie sich nicht gut mit der Kamera einnfangen.
Am Sonntag habe ich mich dann mit einen, den ich im Sprachkurs kennengelernt habe, getroffen. Er arbeitet auf einem Kuh-Betrieb und weil er noch nicht ganz fertig war, als ich ankam habe ich erstmal ein paar Kühe gestreichelt.
Obwohl die Kühe es so gut hatten, wie sie es in kommerzieller Haltung wohl haben können, habe ich gemerkt wie sehr sie sich über die Aufmerksamkeit von mir gefreut haben. Die meisten waren sehr neugierig und haben mich abgeschleckt. Doch wenn ich mich ihnen genähert habe, sind viele zurück gewichen. Auch vor meiner Hand hatten viele angst. Die ganze Situation hat mich sehr bewegt.
Wir wollten dann zu einem Wasserfall fahren, doch die Straße hatte so tiefe Schneewehen, dass wir stecken geblieben sind.
Nachdem wir das Auto wieder frei geschaufelt hatten sind wir dann zu einem anderen Wasserfall gefahren.
Danach sind wir noch auf eine kleine Anhöhe gefahren und haben nochmal die Aussicht genossen. Neben der schönen, eingeschneiten und vereisten Landschaft habe ich auch zum ersten mal polare Stratosphärenwolken gesehen. Diese waren nicht nur beim Wasserfall sondern auch beim Aussichtspunkt. Man sieht es auf den Fotos leider nur ein bisschen, aber die Ränder der Wolken waren eigentlich bunt, wie eine Seifenblase.
Am 23.12.24 sind wir zu den Großeltern nach Vík gefahren. Dort gab es den traditionellen skata. Das ist fermentierter Rochen. Es riecht wie Sauerkraut mit ein bisschen Fisch. Der Geschmack sorgt nach Aussage der Isländer dafür, dass die Nase frei wird. Wir haben dann noch einen entspannten Nachmittag verbracht und die Uroma der Kids besucht. Danach habe wir noch ein paar Geschenke bei Verwandten abgeliefert, waren Einkaufen, haben Eis bei der Eisdiele geholt und ein Paket abgeholt. Abends waren wir dann alle müde und ich bin nur noch ins Bett gefallen.
Weil ich tatsächlich am 22.12 Abends schon alles fertig hatte war der Morgen des 24. ganz entspannt. Ich hatte nicht wirklich etwas zu tun und habe den Vormittag vor allem entspannt. Nachmittags habe ich dann mit dem Vater und den Kids das Abendessen vorbereitet. In Island legen die Verwandten ihre Geschenke schon in den Tagen vor heilig Abend unter den Weihnachtsbaum. Immer wenn man sich sieht kommt etwas dazu. Für die Kinder ist heilig Abend also der längste Tag des Jahres, weil am Morgen schon alle Geschenke da liegen, diese aber erst am Abend ausgepackt werden dürfen. Wir haben, dann einen Salat als Vorspeise gegessen und dann durfte jeder schon ein Geschenk öffnen. Nach dem Hauptgang gab es dann die große Bescherung. Ich habe zwei Weihnachtskugeln, ein Buch über Island und ein Hautpflege-Set geschenkt bekommen. Nachdem der Kleinste ins Bett gebracht wurde, habe wir anderen uns noch Eis zum Nachtisch geteilt. Nachdem es tagsüber geregnet hat, kam Abends dann doch noch der Schnee und ich hatte weiße Weihnachten. Nachts hat es dann gehagelt.
Der 25. begann mit einem Frühstück bei den Großeltern nebenan. Während draußen dann ein Schneesturm tobte, habe wir dann noch mal eine Bescherung gehabt. Ich habe eine Mütze, ein Paar Socken und isländische Süßigkeiten bekommen. Tagsüber war dann Zeit mit den Geschenken zu spielen. Ich habe Der Großen geholfen sein neues Lego-Set aufzubauen. Was bedeutete ich durfte die richtigen teile raussuchen und er hat sie dann zusammengebaut. Mit der Tochter habe ich Loombands geknüpft. Das sind kleine Gummiringe, die zu Armändern verarbeitet werden. Abends gab es dann noch ein Weihnachtsessen bei der Großmutter.
Am 26. sind wir nachmittags zur Familienfeier von der Seite des Vaters. Seine Tante hat ein Gästehaus, dort haben sich alle getroffen. Es gab ein typisch Isländisches Abendessen mit Hangikjöt. Danach wurde sich unterhalten und gespielt. Es wurden Fotos gemacht und zwei Lieder gesungen. Die Erwachsenen haben dann noch ein Bier-/Alkoholtasting gemacht. Danach bin ich ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen gab es Frühstück bei der Tante im Haus. Danach bin ich mit der Mutter, der Tochter und dem Kleinsten schon gefahren (der Vater und der Sohn sind kurz später hinterher gefahren). Angekommen, habe ich die Hunde bei den Großeltern nebenan abgeholt und mich um den Haushalt zu kümmern. Die Kinder waren von dem Treffen mit ca. 40 Familienmitgliedern alle ziemlich durch den Wind.
Am Wochenende habe ich dann viel Zeit mit meinem Zimmer verbracht und das alles versucht zu verarbeiten. Außerdem habe ich einen Spaziergang gemacht und bin dabei richtig Ausgerutscht. Es hatte am 26. getaut und am 27. ist es dann wieder gefroren (der Boden ist also komplett mit Eis überzogen) am 28. hat es dann auf das Eis geschneit und es war einfach sehr glatt. Der Schnee liegt immer noch wird aber auch fleißig durch die Gegend gepustet.