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Der Juli fing direkt mit einem richtigen Highlight an. Am Donnerstag nach der Arbeit sind wir zum hestarferð, einer besonderen Reittour, aufgebrochen. Am Tag vorher hatten die Kinder mit ihren Eltern und noch einigen anderen die Pferde schon ca. 20 km auf eine Weide bei einem Verwandten gebracht. Wir sind dann mit meiner Gastfamilie, der Familie der Schwester meiner Gastmutter, der Schwester meines Gastvaters, zwei Stallmitarbeiterinnen und einer Einstellerin im Stall zu der Weide gefahren. In der Herde waren ungefähr 30 Pferde. Ziel war es, diese Pferde wieder zurück zum Bauernhof zu bringen.  Wir haben den Heimweg dann in vier Etappen zurückgelegt. In jeder Etappe sind circa acht Leute geritten und die anderen sind auf drei Autos verteilt mitgefahren. Der Rest der Herde ist ohne Reiter frei mitgelaufen, auch das ist ein gutes Training für die Pferde. Die Leute in den Autos sind teilweise vorgefahren und haben den Weg so abgesperrt, dass die Pferde den richtigen Weg nehmen. Dafür haben wir Bänder gespannt oder uns mit dem Auto in die Einfahrten gestellt, um die zu blockieren. Viele Wege in Island haben auch Tore, die man für genau solche Situationen schließen kann. Ich durfte auch eine Etappe reiten. Es hat wirklich Spaß gemacht mit so vielen Leuten und Tieren unterwegs zu sein. Dadurch, dass wir diese Etappen hatten, gab es auch regelmäßig etwas zu essen und zu trinken für alle. Wir waren dann abends gegen zehn Uhr wieder auf dem Hof. Ich war dann sehr müde, aber auch glücklich.

Am Freitag ist meine Gastfamilie dann nachmittags nach Reykjavík gefahren, und ich hatte zwei Nächte sturmfrei. Freitagabend habe ich noch einen Spaziergang mit Mía zum Wasserfall gemacht. Es war sehr schön und das Licht hat alles noch magischer aussehen lassen, aber leider wurde ich auch von Mücken verfolgt.

Am Samstag habe ich mit dem anderen Aupair einen Ausflug gemacht. Wir sind als erstes zum Háifoss gefahren, dort wollte ich im Januar schon mal hin, aber da war die Straße gesperrt. Von da aus sind wir weiter zu einem historischen Bauernhof gefahren. Von dort aus sind wir weiter zur Gjáin gefahren. Auf dem Weg bin ich das erste Mal mit dem Auto so offroad unterwegs gewesen, dass ich durch ein kleines Bächlein gefahren bin. Dort angekommen sind wir dann da durch die sehr schöne Landschaft geklettert. Als letztes waren wir dann noch beim Hjálparfoss, dort war ich im Januar tatsächlich schon mal.

Am Sonntag war ich dann das erste Mal mit den Kindern bei unserem „Haus-Wasserfall“, dem Arbæjarfoss. Wir sind durch das Wasser auf die kleine Insel vor dem Wasserfall gelaufen und dann dort mit den Füßen ins Wasser gegangen. Außerdem sind wir noch ein bisschen rumgeklettert. Dann haben wir gesehen, dass die krækjuber, die schwarze Krähenbeeren, die zu den Heidekrautgewächsen zählen, schon reif sind, und haben angefangen die Beeren zu sammeln und zu essen. Ich habe mich bei der ganzen Sache ein bisschen wie Heidi gefühlt, weil wir da barfuß hin und her gerannt sind.

Dann habe ich mich darum gekümmert, dass ich jetzt zum Wintersemester an der Uni anfangen kann. Und dann war auch schon der letzte Kindergartentag da. Der Kindergarten hat 6 Wochen Sommerferien gemacht. In der Zeit habe ich dann wieder, wie am Anfang den ganzen Tag mit dem Kleinsten verbracht. Gearbeitet habe ich dann meistens von 10-16 Uhr. Die beiden Großen haben eine ganzen Woche bei den Großeltern in Vík verbracht, und wir sind am Freitag auch losgefahren um uns die Abschlussvorstellung vom Ferienkurs der Kids anzuschauen.

Am nächsten Montag war es dann unglaublich heiß. Wir hatten 26°C im Schatten. Die Kinder haben den halben Tag im Schlamm gespielt und dann mit dem Wasserschlauch versucht, sich wieder sauber zu machen. Nachmittags sind wir dann noch gemeinsam mit drei Freund*innen der Kinder zum Wasserfall gefahren, um uns dort richtig abzukühlen.

Am Dienstag kamen dann Verwandte, um die Fenster in den Kinderzimmern auszutauschen. Außerdem ist mein Gastvater mit den beiden Großen in den Norden zu einer Voltigier-Ferienwoche gefahren.

Am Donnerstag hatte ich dann Geburtstag. Mein Gastmutter ist schon morgens um 6:15 Uhr nach Reykjavík zu einem Turnier gefahren. Ich hatte den Morgen also erstmal für mich alleine. Ich habe Geschenke, die meine Eltern hiergelassen hatten, geöffnet und etwas von dem Kuchen, den ich mir am Vortag gebacken hatte, gegessen. Ich habe den Kleinen dann um 9 Uhr bei der Oma abgeholt. Die Oma hat mir gratuliert und ich habe ein kleines Geschenk bekommen. Der Kleine wollte gerne draußen bleiben. Da haben wir die Stallmitarbeiterin getroffen, die für mich „happy birthday“ gesungen hat. Der Kleine hat dann ganz niedlich seine Schubkarre genommen und beim Ausmisten geholfen. Dann haben wir einen Spaziergang mit Mía gemacht, weil der Kleine das gerne wollte. Als nächstes durften wir noch helfen, die Pferde zu treiben und dafür beim Opa im Auto mitfahren. Der Kleine hat eine große Begeisterung für alle Fahrzeuge entwickelt und findet solche Aktionen dementsprechend super. Nachmittags kamen die anderen dann vom Turnier wieder und wir haben eine Geburtstagskaffeestunde mit allen gemacht. Eine Freundin von meiner Gastmutter hat dann sogar noch als Abendessen Spinatlasagne für mich gemacht. Für mich war es ein wirklich schöner Geburtstag und ich habe mich sehr geliebt gefühlt

Am nächsten Tag bin ich mit dem Kleinen mit aufs Turnier gefahren und habe ihn dort beschäftigt. Das Turnier war relativ wichtig in Island und die ganze professionelle Infrastruktur hat mich schon beeindruckt.

Am Wochenende habe ich mich mit zwei Aupairs getroffen. Wir sind ins Sógar Museum gegangen und waren bei den Wasserfällen Kvernufoss und Skógafoss. Und mit einer war ich dann auch noch bei der Seljavallalaug. Das ist ein Schwimmbecken mitten in der Natur und ist mit natürlich warmem Wasser gefüllt.

Die Woche war wieder weitestgehend normal. Die Kinder haben aber ein neues Spielzeug bekommen: Ein elektrisches Buggy Auto, das ich auch per Fernsteuerung lenken kann.

Am Mittwoch nach meiner Arbeit war ein Leichtathletik-Wettkampf in Hella. Ich bin mitgegangen, weil die Kinder da auch teilgenommen haben und ich zuschauen wollte. Irgendwie bin ich dann dazu gekommen, beim Kugelstoßen die Weiten zu messen. Ich habe eine Warnweste bekommen und sah offiziell aus, hatte aber eigentlich keine Ahnung von nichts. Später habe ich dann auch noch beim Weitsprung geharkt.

Man hat außerdem gemerkt, dass es wieder deutlich dunkler wird. Das hier war um 23:40 Uhr.

Samstag habe ich mit meinem Gastvater und dem Opa und den beiden Großen ein paar Schafe wieder eingefangen. Was man halt so macht auf dem Bauernhof.

Später sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Ich bin erst mit den großen Kindern ein bisschen raus gegangen und wir haben am Strand gespielt. Meine Gasteltern sind dann auf eine Hochzeitsfeier gegangen und ich habe alle drei Kids in Vík ins Bett gebracht. Erst hat der Kleine anderthalb Stunden nicht schlafen wollen, bis dann der Opa übernommen hat. Mit den beiden Großen haben ich dann noch eine Gassirunde mit Mía gemacht. Und dann habe ich die beiden ins Bett gebracht, was auch nicht ganz einfach war. Die Tochter wollte eigentlich wach bleiben, bis ihre Eltern wieder da sind. Aber irgendwie habe ich es auch geschafft, dass die beiden irgendwann geschlafen haben. Am nächsten Tag war das Wetter mal wieder wunderschön und ich habe erst einen Spaziergang durch Vík gemacht und später auch noch einen zum Wasserfall.

In der nächsten Woche ist meine Gastmutter mittwochs zu den Weltmeisterschaften der Islandpferde in die Schweiz gereist. Sonst war aber alles wie gewohnt. Und dann hat auch schon mein letzter Monat in Island angefangen.

Am ersten Mai hatten die Kinder wieder eine Show. Aus dem Reitverband haben die ganzen verschiedenen Reitgruppen gezeigt, was sie im Unterricht gelernt haben. Da sind die beiden großen jeweils in ihren Reitgruppen aufgetreten. Der kleinste durfte auch mitmachen. Er durfte reiten und wurde von seiner Mutter, und seinen beiden Geschwistern geführt. Ich habe erst als so genannter Turnier Trottel den Kinder geholfen ihre Pferde fertig zu machen. Ab der Pause habe ich den Kleinen erst im Kinderwagen schlafen gelegt und dann seinen Schlaf bewacht. Er war dann pünktlich zur Siegerehrung wieder wach. Weil der Kleine ja auch mitgewirkt hat, wurde ich dann noch etwas unvorbereitet mit ihm auf dem Arm hinterher geschickt. Und so stand ich plötzlich in der Mitte der Reithalle mit 120 Kindern, die für ihre Leistung gefeiert wurden.

Abends bin ich dann mit den beiden großen Kindern noch das erste Mal im Schafstall gewesen. Die Lämmersaison hatte begonnen. Die beiden haben mir dann alles gezeigt und verschiedene Lämmer gestreichelt. Ich glaube aber, dass gerade die Schafmütter das nicht lustig fanden. Viele haben sich versucht vor ihre Kinder zu stellen. Und haben währenddessen drohend mit ihren Huf auf den Boden gehauen.

Am folgenden Wochenendende bin ich mit einer anderen AuPair und ihrem Freund, der gerade zu Besuch war auf die Westmännerinseln gefahren. Dort fand zeitgleich ein Trail-Lauf statt. Es war also deutlich mehr los, als vor einem halben Jahr, als ich das letzte mal da war. Wir sind zur Küste gelaufen um zu schauen, ob wir Papageientaucher sehen können. Wir haben leider keine entdeckt, aber die Küste war trotzdem sehr schön. Anschließend sind wir noch zu einem alten Flugzeugwrack am Strand gewandert. Der Weg ist pro Richtung ca. 3,5km lang. An dem Tag bin ich insgesamt also sehr viel gelaufen und habe mich am nächsten Tag einfach nur noch ausgeruht. Außerdem hatte ich mich vergessen einzucremen und habe mir so einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

Die nächsten Tage kam die Schwester der Oma aus den Niederlanden zu besuch. Sie hat Niederländisch gesprochen und die Kinder isländisch, aber irgendwie haben sie sich einigermaßen verstanden. Außerdem ist der Frühling weiter eingezogen. Die Bäume haben neue Blätter bekommen und die Wiesen wurden langsam grün. An einem Tag habe ich dann nochmal einen Spaziergang in Selfoss mit einer AuPair, die jetzt in den Norden gezogen ist, gemacht.

Während in Deutschland schöne Frühlingstage waren, hatten wir in Island in vergleich eine richtige Hitzewelle. Wir hatte über eine Woche mit Temperaturen um die 20°C. Gefühlt war das sehr, sehr warm. Ich habe es bereut keine kurze oder wenigstens eine luftige Hose dabei zu haben. Auch dünnere Schuhe habe ich vermisst. Gefühlt bin ich fast geschmolzen bei diesen unglaublichen Temperaturen ;). Außerdem hat die Eurovision-Woche begonnen. In Island schauen 97% der Bevölkerung den ESC und gerade auch für die Kinder ist es ein riesen Happening. Vor dem ersten Halbfinale habe ich dann noch einen Spaziergang gemacht, um das schöne Wetter zu genießen. Dabei habe ich kurz geholfen, Schafe, die außerhalb ihrer Weide waren, wieder ich ihre Weide zu treiben. Dann gab es Eurovision-Party und das Island in Finale gekommen ist, war der krönenden Abschluss des Tages.

Freitag haben wir dann nach der Schule den Kindergebrutstag des Großen gefeiert. Wir haben ihn und alle seine Freundinnen und Freunde von der Schule abgeholt und sind dann auf einen Spielplatz in Hella gegangen. Dort konnten die Kinder frei miteinander Spielen. Es gab Hotdogs vom Grill und einen Geburtstagskuchen. Die Kinder habe sich im großen und ganzen gut verstanden, auch wenn es immer wieder kleinere Streitigkeiten gab. Zum Abschluss durften sie dann auch noch mit den Füßen in den Fluss, es war schließlich immer noch sehr warm und ich bin in meiner langen Jeans und meinen gefütterten Schuhen ein bisschen eingegangen. Außerdem wurden immer wieder verschiedene Eurovisionlieder gegrölt und es wurde debattiert wer wohl gewinnen würde und welches Lied besser/schlechter als ein anders sei. Als wir wieder zurück waren, konnten wir noch nicht in unser Haus, weil dort noch geputzt wurde. Denn am nächsten Tag stand dann die Feier mit den Verwandten an. Ich habe dann noch meine Gastvater geholfen Essen für den nächsten Tag vorzubereiten und dabei neune Gerichte kennengelernt. Gefeiert wurde dann wie bei den beiden anderen Kindern mit einem großen Kuchenbuffet.

Abends war dann das Eurovision Finale. Wir saßen gemeinsam mit den Großeltern vor dem Fernseher. Der kleinste ist nach dem isländischen Auftritt (weit am Anfang) ins Bett gegangen. Die Oma hatte Nudeln und Fleischbällchen in einer Erdnusssoße gemacht, ein absolutes Lieblingsessen der Familie. Wir haben uns dann das ganze Spektakel angeschaut und es wurde viel gelacht, gesungen und getanzt. Gerade die Kinder haben mit verkleiden und allem drum und dran mitgemacht. Die Punktevergabe war dann aber für die beiden großen schon etwas schwieriger auszuhalten. Island hat nämlich keinen einzigen Punkt von keiner einzigen Jury erhalten. Aber immerhin gab es 33 Punkte vom Publikum und so wurde Island schlussendlich Vorletzter. Zum Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages gab es dann noch einen sehr schönen Sonnenuntergang. Ich hatte vorher nicht wirklich einen Bezug zu Eurovision, aber in diesem Jahr hat es mir richtig gut gefallen. Dadurch, dass die Schweiz Gastgeber war hat sich das alles für mich wie die Symbiose der Kulturen, in denen ich gerade lebe, angefühlt.

Am Sonntag bin ich dann mal wieder mit der Familie nach Vík gefahren. Dort habe ich mich mit einem anderen AuPair getroffen. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen und haben uns einfach ausgetauscht. Bei uns war das Wetter immer noch ganz fantastisch, aber in Vík hing Nebel. Vík liegt zwischen zwei Bergen zwischen denen sich der Nebel ausgebreitet hatte. Sobald man über den Berg kam hatte man wieder schönsten Sonnenschein. Abends bin ich dann noch mal in den Schafstall gegangen. Das eine Lamm war sogar sehr zutraulich, obwohl die in der Regel sehr ängstlich sind.

So war die Stimmung um 23 Uhr. Einfach richtig schön, dass es schon so lange hell war.

In der folgenden Arbeitswoche habe ich viel Zeit mit dem Kleinen draußen verbracht.

Sonst konnte man zusehen wie der Sommer in der Natur ankommt. Man sieht immer mehr Blüten und außerdem hat die Fohlen-Saison begonnen. Auch die Lupinen haben angefangen zu blühen. Und die Helligkeit hat auch schon wieder neue Dimensionen angenommen. Das 3. Bild ist um 2 Uhr Nachts entstanden.

Ich bin mit dem Fahrrad zum Wasserfall gefahren. Mein Gastvater hat auch sein Fahrrad wieder fit gemacht. Der Große hatte zu seinem Geburtstag ein neues Fahrrad bekommen und die beiden Kids sind darauf hin dem Fahrradfieber verfallen. Der Fahrradsattel meines Gastvater ist leider so unbequem, dass ich die fahrt nicht genießen konnte. Am Wasserfall war es aber schön.

Am 30. Mai haben hier dann die Sommerferien angefangen. Die beiden Großen haben jetzt 3 Monate Schulfrei. Ich habe also oft mehr Kinder als sonst zu hüten. Die beiden haben oft Spielbesuch oder gehen zu ihren Freundinnen und Freunden. Es gibt aber auch verschiedenen Ferienbetreuungsangebote an denen sie Teilnehmen und dann mal mehr mal weniger zu Hause sind. Solange der Kleinste noch im Kindergarten war (die Ferien da haben erst ca. 6 Wochen später angefangen), war mein Arbeitstag dann häufig von 11 oder 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Wobei ich den Kleinsten weiterhin um 14 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt habe. Der Unterschied war halt, das ich auch vorher nicht mehr wirklich meine Ruhe hatte um mich um den Haushalt zu kümmern. Ich habe auch mit den beiden Großen und ihren Freund*innen mehr gespielt. Zum Beispiel bin ich oft mit ihnen aufs Trampolin gegangen oder spiel Verstecken oder Fangen oder was ihnen sonst so einfällt.

Am 31. Mai sind wir dann wieder nach Vík gefahren. Dort war ein Lauf organisiert, an dem mein Gastvater teilgenommen hatte. Der Große und ich sind auch mitgefahren. Ich war in dem Glauben, dass wir vor allem zum anfeuern da waren. Als mich die Oma also fragte ob ich mit zum "skemtun skokki" komme, dachte ich, dass das anfeuern heißt und habe ganz enthusiastisch ja gesagt. Naja, damit kommen wir zum meinem bisher folgenschwersten Missverständnis. Wir sind also los zur Turnhalle, wo es die Startnummern, etwas Verpflegung und so etwas gab. Und als mir dann auch eine Starnummer in die Hand gedrückt wurde, schwante mir so langsam, dass ich vielleicht nicht nur zum anfeuern da war. Ich habe mir dann noch eine Kappe gekauft, schließlich habe ich keine aus Deutschland mitgebracht und bekomme doch mehr Sonne ab, als ich erwartet hatte. Dann haben wir uns als Unterstützung für diejenigen, die beim 10km oder 21 km Lauf gestartet sind, mit zum Start begeben und von dort aus angefeuert. Dann konnten wir denn Lauf erst so und dann über eine LED Wand mitverfolgen. Der Weg ging über den Strand, den Berg hoch, nach vorne Richtung Meer und dann wieder zurück ins Tal für die 10km und noch einen zweiten Berg hoch für die 21 km. Eine halbe Stunde später stand ich dann an des Starlinie des 3 km Spaßlauf. Zusammen mit dem großen und der Oma. Und ich habe gemerkt, dass ich wirklich die mit Abstand unvorbereitetste Person zwischen den Kindern, Eltern und Großeltern war. Nicht nur hatte ich ein Jeans an, nein ich war auch in meinen "guten" Schuhen da. In Deutschland trage ich die im Winter, wenn es nicht geschneit hat. Sie sind mit Fake Fell gefüttert und außen aus Leder. Also die besten Voraussetzungen um 3 km am Strand zu Laufen. Naja, da war es halt schon zu spät. Wir sind dann also losgelaufen und mein einziges Ziel war es, nicht nach der Oma ins Ziel zu kommen. Das habe ich auch geschafft. Leider sind mir die Kinder so davon gezogen, dass ich dann mehr oder weniger alleine Laufen musste. Völlig unterschätz habe ich aber, was das mit einem macht, wenn da auch nur 2 Hanseln stehen um einen anzufeuern. Ich war nur so unsicher, bei dem ganzen, dass ich dann nicht durchs Zeil gelaufen bin, sondern 10 Meter vorher schon zur Seite bin. Doch dann konnte ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen nehmen und habe mich doch noch getraut, im Zielbereich nach einer Goodiebag zu fragen, die mir auf Grund dessen erst entgangen war. Danach habe ich mich noch kostenlos ein bisschen durchfuttern können. Und wir haben die Läufer der beiden anderen Läufe im Ziel begrüßt. Danach sind wir dann zurück gefahren und waren alle ordentlich K.O.

So habe ich also den sehr schönen und ereignisreichen Mai beendet. Das schreiben hat jetzt ach schon wieder so lange gedauert, dass ich bestimmt ganz viele Details schon wieder vergessen habe. Der Juni ging auf jeden Fall nicht weniger aufregend weiter.

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Der April begann damit, dass ich Besuch von Freunden aus Deutschland bekommen habe. Ich war richtig aufgeregt und habe mich tierisch gefreut, als sie dann endlich ankamen. Als erstes habe ich ihnen den Hof und das Haus gezeigt, dann haben wir uns Mía geschnappt und sind zum Wasserfall gelaufen. Anschließend sind wir zum Seljalandsfoss gefahren, dort sind wir dann das erste Mal an dem Tag richtig nass geworden, weil es geregnet hat. Die Wasserfälle habe uns dann auch nur noch nasser gemacht und nachdem wir zum Gljúfrabúi in eine Art Höhle gegangen sind waren wir alle völlig durchgeweicht. Wir sind dann in das Hotel gefahren und haben trockene Sachen angezogen. Als die Sonne sich wieder Blicken lies sind wir dann noch zu einem Spaziergang zu einem anderen nahgelegenem Wasserfall aufgebrochen. Auf dem Weg wurden wir leider von Gewitter mit Murmelgroßen Hagelkörnern überrascht. Wir waren also nochmal ordentlich nass. Als wir dann am Wasserfall waren, kam aber sogar ein Regenbogen raus. Am nächsten Tag hatte ich mir frei genommen und wir sind zum golden circle gefahren. Dort waren wir bei Gullfoss, Geysir, Brúarfoss und Kerið. Anschließend haben wir uns in Selfoss noch eine Pizza geholt und sind dann zurück ins Hotel. Am nächsten Tag habe ich gearbeitet und meine Freunde habe alleine die Insel unsicher gemacht. Am späten Nachmittag sind sie dann zu mir gekommen, haben meine Gastfamilie kennen gelernt und ein kleines Erdbeben miterlebt. Am Morgen war in Gríndavík wieder der Vulkan ausgebrochen. Wir sind dann noch ins Schwimmbad gefahren und haben den Tag dort ausklingen lassen. Ich habe am nächsten Tag wieder gearbeitet und meine Freunde sind für einen Nacht Richtung Osten gefahren. Am darauffolgenden Tag haben wir uns dann Mittags in Reykjavík getroffen. Dort bekamen wir eine private Führung durch die Orgel der Hallgrímskirkja. Die Orgel war wirklich beeindruckend und der Organist hat sich viel Zeit für uns genommen. Am Ende hat er auch noch für uns gespielt und es kam spontan ein Freund von ihm vorbei, der dann gesungen hat. Wir haben dann noch die Souvenirläden ausgecheckt und etwas gegessen, bevor wir dann in das Hostle der drei gefahren sind. Ich habe mich dann abends noch auf den Weg zurück gemacht, weil ich am nächsten Tag nochmal gearbeitet habe. Nach der Arbeit fuhr ich zum þingvellir Nationalpark und traf da wieder auf die anderen. Wir haben uns dann ganz in Ruhe alles dort angeschaut und gewartet bis es dunkel wurde, um dann dort die Nordlichter zu beobachten. Uns wurde zwar zwischendrin etwas kalt, wir konnten uns aber in den Autos aufwärmen und haben dann auch tatsächlich Nordlichter zu Gesicht bekommen. Die Saison war aber schon fast vorbei und der Mond schien unglaublich hell in dieser Nacht, sodass man sie nur schwach gesehen hat. Dann sind wir gemeinsam Nach Reykjavík gefahren und ich habe die Nacht bei ihnen geschlafen, denn das Wochenende stand an. Am Samstag sind wir dann nochmal zur Hallgrímskrikja und haben uns die Orgel-Martiné angehört. Danach sind wir nochmal nach Downtown und dann zurück und haben den Tag ausklingen lassen. Wir waren alle ziemlich geschafft und sind trotzdem viel zu spät ins Bett. Am nächsten Morgen sind wir dann super früh aufgestanden, weil die anderen das Auto zurückgeben und zum Flughafen mussten. Ich bin ganz alleine wieder zurück gefahren. Auf der Fahrt und den ganzen tag über, hatte ich dann so viel Heimweh wie in der ganzen anderen Zeit nicht. Ich hätte es fast mit Liebeskummer verglichen.

In der folgenden Woche habe ich dann wieder ganz normal gearbeitet und bin so Richtig in meinen neuen Isländisch-Kurs eingestiegen, der eigentlich schon die Woche davor anfing. Dadurch hat sich mein Rhythmus wieder verändert. Ich haben meistens gegen 9 Uhr angefangen mit Haushalt. Bis dann um zwölf meinen online Kurs hatte danach haben ich den Kleinsten vom Kindergarten abgeholt und verbringe mit ihm den Nachmittag. Ab und zu bringe ich 1-3 Kinder auch ins Bett und hallte dann Wache, ob auch alle schlafen.

Des weiteren war der April recht pferdig. Ich Pferde kamen auf die nah gelegenden Weiden in der Nähe vom Haus und wurden auch immer wieder auf den Hof getrieben und dann umsortiert. Die Kinder haben ihr erstes Turnier der Saison bestritten.

Auf Spaziergängen habe ich die ersten Zeichen des Frühlings entdeckt. Das Gras wurde langsam grün und und die Bäume haben die ersten Knospen bekommen.

Das nächste Event, war wieder pferdebezogen. Verschiedenste Höfe und Pferdemenschen aus der Gegend haben in einer Show gezeigt, was sie und ihre Pferde so drauf haben. Die Eltern habe mit den beiden großen Kids auch einen Auftritt gehabt. Ich habe währende der Vorbereitungen und des Auftritts auf den kleinen aufgepasst. Danach konnte ich mir die restliche Show noch als Zuschauerin ansehen. Viele der Auftritte waren eine Art Quadrille. Die Pferde habe also eine Choreografie aufgeführt. Dabei haben sie die Gangarten gewechselt und durch die Wege sind auch immer wieder eindrucksvolle Figuren entstanden.

Am Wochenende habe ich mich dann nochmal mit einem anderen Aupair aus der Gegend getroffen und ich habe ihr den Seljalandsfoss gezeigt.

Das besondere an Ostern in Island sind die vielen gesetzlichen Feiertage. Hier waren Gründonnerstag, Karfreitag und Ostermontag auch frei. Ich habe am Abend vorher noch ein paar Eier gekocht und sie bemalt, um den Kindern ein bisschen was der deutschen Ostertradition zu zeigen. Ostersonntag bin ich dann morgens extra früh aufgestanden und habe die Eier draußen versteckt. Als dann alle Kinder wach waren, habe sie einen Brief vom Osterhasen bekommen. Dort hat er in einem Rätsel, den Ort beschrieben, wo die Kinder das erste Ei finden konnten. In Island bekommt jeder zu Ostern ein großes Schokolanden-Ei. Es ist noch mit weitern Süßigkeiten und einer kleinen Weisheit (wie im Glückskeks) gefüllt. Mit weiteren Rätseln haben die Kinder tatsächlich für jeden ein Ei gefunden. Dabei sind sie an meinen versteckten Hühnereiern völlig vorbeigelaufen. Wir habe sie sich dann ein wenig beruhigen lassen und sind dann zur Oma zu Osterfrühstück. Im Anschluss hatte die Tochter, dann noch die Muße die Hühnereier zu suchen. Dabei haben wir leider nur 5 der ursprünglich 6 Eier wiedergefunden. Da habe ich persönlich ja Mía im Verdacht. Aber es wird wohl ein Geheimnis bleiben, was mit dem 6. Ei passiert ist. Denn es definitiv nicht mehr in seinem Versteck. Nachmittags bin ich dann ganz allein zu einer Kirche, wo ich noch nie war, gefahren und in den Gottesdienst gegangen. Google Maps hatte mich erst ein bisschen veräppelt, aber ich habe dann alles gefunden und wurde in der Kirche dann sogar erkannt. Den Gottesdienst und alles drum herum konnte ich auch komplett auf Isländisch bestreiten. Nur das Glaubensbekenntnis auf Deutsch mitzusprechen, während alle um mich herum es auf Isländisch aufsagen, war zu viel für mein Gehirn. Ich glaube ich habe noch nie so viele Teile vergessen/übersprungen oder aus Versehen wiederholt wie dabei. Dann habe ich noch den traditionellen Osterspaziergang gemacht und dann gab es auch schon das große Osteressen. Wieder bei der Oma.

Am Dienstag habe ich dann mal wieder einen Ausritt gemacht. Dieses Mal ging es auf dem Pferderücken zum Wasserfall.

In meiner Freizeit habe ich gestrickt. Dabei sind unter anderem diese Pulswärmer entstanden. Und ich habe angefangen Herr der Ringe zu lesen.

Dann hatte der Große Geburtstag und ist 9 Jahre alt geworden. Er hat ein Fahrrad geschenkt bekommen. Die Feier war erst einige Wochen später im Mai. Doch die beiden großen Geschwister sind in den nächsten Tagen und Wochen viel Fahrrad gefahren. Und das war dann auch schon der April

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Der Rosenmontag heißt in Island Bollurdagur. Bollur sind ein Gebäck, dass es an diesem Tag in allen Bäckereien zu kaufen gib. Ich würde es beschreiben als Windbeutel, der mit Marmelade und Sahne gefüllt ist und obendrauf ist noch Schokolade. Es gibt sie aber auch in den verschiedensten Varianten mit z.B. Schoko- oder Nougatfüllung. An nächsten Tag ist dann sprengidagur. Da isst man sich traditionell vor der Fastenzeit nochmal richtig satt mit Erbsensuppe und Lammfleisch. An Aschermittwoch verkleiden die Kinder sich dann. Nach der Schule ziehen sie dann in kleinen Gruppen durch die Läden und singen dort um Süßigkeiten zu bekommen.

Das der März in Island noch zum Winter gezählt wird, wundert einen auch nicht.

Doch man merkt schon wirklich, wie es immer, immer heller wird. Deshalb habe ich mich nochmal ganz besonders über diese wunderschönen Nordlichter gefreut.

Am Wochenende bin ich mit dem Vater und den beiden großen Kindern zu den Großeltern nach Vík gefahren. Auf dem Hinweg haben wir einen Zwischenstopp beim Skogafoss gemacht. In Vík haben wir einfach einen entspannten Tag gehabt und waren viel am Strand.

Die Sonne ging schon wieder um circa halb acht auf.

Ich war das erstmal bei einer Reitstunde der Kinder dabei. In Hella gibt es einen große Reithalle, in der die Kinder Unterricht haben. Sie nehmen den Reitunterricht nicht bei ihren Eltern, obwohl die ihnen das bestimmt beibringen könnten. Beide sind jeweils in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern ihres Alters, die auch mit ihren Pferden zu der Halle kommen. Die Eltern aller Kinder können dort auf der Tribüne sitzen und zuschauen.

Am nächsten Wochenende war ich wieder in Vík, dieses Mal aber auch um zu arbeiten. Ich bin mit den Eltern und dem kleinsten gefahren. Die beiden großen sind bei der Oma auf dem Hof geblieben. In Vík sind alle außer mir und dem kleinen auf eine Beerdigung gegangen. Ich habe in der Zeit im Haus der Großeltern auf den kleinen aufgepasst. Danach habe ich dann noch einen Ausflug zum Reynisfjara Strand gemacht. Der ist bekannt für gefährlich Wellen, die immer wieder Menschen, die nicht genug Abstand halten ins offene Meer ziehen. Und für schöne Basaltsäulen auch. Danach habe ich noch einen Spaziergang durch Vík gemacht. Abends bin ich dann noch mit Mía auf eine Gassirunde gegangen. Wir haben dann in Vík übernachtet. Ich war am nächsten morgen nochmal mit Mía gassi und dann sind wir wieder zurück nach Hella gefahren.

Die Woche verlief soweit wieder ganz gewöhnlich. Doch am Dienstag war ich dann bei meinem ersten Turnier (also zum zuschauen). Das Turnier fand in der Reithalle in Hella statt. Ich bin mit Den Kindern und dem Gastvater hingefahren. Bei einem Islandpferdeturnier laufen die Pferde in den verschiedenen Gangarten um die Richter und bekommen dann eine Note zwischen 1 und 10, wobei 10 das beste ist. Das Turnier wurde sogar im Fernsehen übertragen und die Stallmitarbeiterin hat auch daran teilgenommen.

Am Wochenende musste ich dann erstmal auf die vielen, vielen Erlebnisse klarkommen und versuchen die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Am Abend sind dann mein Gastvater die beiden großen Kinder, ihre Cousine, die beiden Hunde und ich runter an den Fluss gefahren. Dort sind wir mit den Füßen in das eiskalte Wasser gegangen und die Hunde haben auch im Wasser gespielt. Senta liebt es dort und ist am liebsten Hals über Kopf ins Wasser gesprungen und geschwommen. Mía war noch deutlich vorsichtiger. Es war ihr erstes Mal richtig im Wasser und sie hat noch nicht verstanden, das sie schwimmen kann. Im Wasser zu stehen war zwar unfassbar kalt. Doch man hat seinen Füße schnell einfach nicht mehr gespürt. Bis man dann ein bisschen gehen wollte und jedes kleinste Steinchen unten den Füßen, dann richtig weh tat.

Die nächste Woche war dann wieder relativ ereignislos. Ich habe meinen einen isländisch Kurs abgeschlossen und im Abschlusstest ohne jegliche Hilfestellung 80% geschafft. Gleichzeitig habe ich den nächsten isländisch Kurs angefangen. Der ist jetzt leider wieder online, aber es gab keinen in Präsents.

Am Samstag habe ich dann die Sonnenfinsternis beobachtet. Man konnte merken, wie es tatsächlich etwas dunkler wurde. Auf den Handyfotos, kann man das Phänomen leider nicht sehen. Sonst hat mich am Samstag schon die Vorfreude gepackt, denn abends sind Freunde von mir auf Island gelandet. Sie habe ich dann am Sonntag getroffen.

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Im Februar ist richtig viel passiert. Deshalb komme ich erst jetzt dazu euch an all dem Teilhaben zu lassen.

Der Monat ging mit richtig schlechtem Wetter los. wir hatten rote Unwetterwarnung. Aufgrund des starken Windes fiel mein isländisch Kurs aus und die Kinder hatten einen Tag Schulfrei. Als ich abends nochmal in den Stall gehen wollte, musste ich richtig kämpfen um die paar Meter von Haus zum Stall zu schaffen. Im Stall haben vom Wind die Wände gewackelt und die Geräusche auf dem Video kommen auch alle vom Wind.

Dann hat der kleine im Kindergarten angefangen. Er hatte nur eine Woche Eingewöhnung und war recht schnell die ganze Zeit im Kindergarten. Ich arbeite jetzt meistens von 12-18 Uhr. Manchmal starte ich früher manchmal später. Ich beginnen dann damit aufzuräumen und den Haushalt zu machen. Um 14 Uhr hole ich den keinen dann aus dem Kindergarten ab. Wenn wir dann wieder zu Hause sind, essen wir meistens erstmal Obst und spielen dann.

Es war einige Wochen wieder etwas wärmer der Schnee ist geschmolzen und so sahen meine Spaziergänge dann aus.

Dann kamen am 18. abends meine Briefwahlunterlagen aus Deutschland bekommen. Der amtliche Kurier der deutschen Botschaft ging nur leider schon am 17. um 10 Uhr morgens. Ich habe dann meine Wahl gemacht und den Brief zu Priority-Versand angemeldet. Am nächsten morgen hat mein Gastvater den Brief dann mit nach Selfoss zum Postamt mitgenommen und dort abgegeben. Er kam leider erst am 28. in Bornheim an.

Am Samstag habe ich mich mit einem anderen Aupair getroffen. Wir sind als erstes nach Geysir gefahren. In Island heißt die ganze Gegend Geysir. Der erste regelmäßig ausbrechende Geysir war dort und hat so international den eruptierenden, heißen Quellen ihren Namen gegeben.

Anschließend sind wir weiter zum Gullfoss, der übersetzt "goldener Wasserfall" heißt, gefahren.

Dann sind wir noch weiter zum Brúafoss gefahren. Dort sind wir dann noch eine ganze Weile den Fluss hinab gelaufen, auf dem Weg haben wir noch weitere Wasserfälle gefunden und auch sonst war es sehr schön.

Anschließend haben wir uns noch ein Eis gekauft. Dafür sind wir auf einen Bauernhof gefahren, wo man vom Verkaufsraum direkt in den Kuhstall schauen konnte.

Als letztes haben wir dann noch am Krater Kerið angehalten. Unten im Krater steht Wasser, das war noch gefroren.

Als ich wieder zu Hause war habe ich dann angefangen mich für das þorrablót fertig zu machen. Das þorrablót ist ein Fest um Thor zu ehren mitten im Winter. Man besinnt sich darauf wie hart es früher war durch den Winter zu kommen. Jedes Jahr wird ein Komitee nominiert, dass diese Fest vorbereiten muss. Traditionell geht man in seinem Wohnort zum þorrablót. Man kauft im vorhinein eine Karte. Bei uns war die Veranstaltung in der Turnhalle. Zur Ankunft wurde einem ein Stück Hákarl (fermentierter Hai) und ein Schnaps angeboten. Dann haben alle ihre Tische gesucht, die waren alle nach den bekanntesten Pferden der Höfe in der Umgebung benannt. wir saßen am Tisch, der nach einen Pferd von unserem Hof benannt war. Weil beide meiner Gasteltern im Vorbereitungskomitee waren, saß ich mit der Stallmitarbeiterin ihrem Freund und einer weiteren Freundin von ihr an einem Tisch. Zur Eröffnung hatte das Komitee einen aktuellen isländischen Radio-Hit umgeschrieben und dazu ein Musikvideo gedreht, im dem alle Mitglieder des Komitees auf Steckenpferden reiten. Danach gab es erstmal etwas zu essen. Auch dabei wollen sich die Isländer auf ihre Wurzel besinnen uns essen das, was auch früher zu dieser Zeit im Jahr noch essbar war. Es gibt verschiedenen Varianten von fermentiertem, getrocknetem, geräuchertem und gesalzenem Fleisch. Dabei wird das gegessen, was man so auf der Insel hatte vom Schafskopf über Hammelhoden bis hin zu Fisch. An vegetarischen Optionen hatte ich Kartoffeln in weißer Soße, Steckrübenpüree ein süßes Roggenbrot (rúgbrauð) und eine Art herzhafter Pfannkuchen (Flatbrauð). Es gab auch noch ein paar untraditionelle Sachen wie gebratenes Gemüse und ein Nudelgericht. Ich wurde also gut satt. Als nächstes wurden kleine Sketche gezeigt. Das Komitee hat zu Ereignissen, Personen und allem, was sonst so im letzten Jahr in der Gegend passiert ist Sketche gemacht und diese zu einem langen Video zusammen geschnitten. Sprachlich habe ich ungefähr 30% verstanden, aber weil ich fast alle der Sketche auf insider bezogen, habe ich trotzdem nur die Sketche verstanden, die mir erklärt wurden. Nach einer kurzen Pause und einer zweiten Runde Sketche kam dann die Live-Band und die Tanzfläche wurde eröffnet. Zu den ersten Liedern wurde vor allem Paartanz getanzt. Dan gab es ein paar Runden von Polonäse und Kreistänzen. Das ganze gipfelte dann darin, dass es einen Kreis aus den Frauen gebildet wurde und einer aus den Männern, die sich dann in unterschiedlichen Richtung zueinander gedreht haben und so zufällig Tanzpaare zustande kamen. Da wollte ich mich dann schnell wieder auf meinen Sitzplatz verkrümeln. Doch nach einigen Runden kam der Freund der Stallmitarbeiterin und hat mich ganz unvermittelt irgendeiner Isländerin in die Hand gedrückt. Aus der Sache kam ich dann also nicht mehr raus und musste eine runde mittanzen ohne den Tanz zu können. Den Rest des Abends habe ich dann immer gewechselt zwischen sitzen und zuschauen und mich auch auf die Tanzfläche trauen. Dabei wurde den ganzen Abend lang immer wieder dieser Paartanz getanzt. Ich habe dann noch eine Runde mit dem Freund der Stallmitarbeiterin getanzt, das war dann auch etwas besser, weil er mir ein bisschen gesagt hat, was ich machen soll. Dann hat die Band eine Pause gemacht in der sich dann vermehrt unterhalten wurde. Ich habe ein bisschen den Freundeskreis kennengelernt. Aber die meisten Isländer waren zu dem Zeitpunkt schon gut betrunken und statt mich einfach beobachten zu lassen, haben einige dann versucht mich auf englisch anzusprechen. Im zweiten Teil hat die Band dann statt nur isländischer Volkslieder auch hin und wieder einen englischen Hit gespielt. Da hatte ich dann mehr Spaß, denn man kann Musik und Tanzen mehr genießen, wenn man die Lieder kenn oder sie immerhin versteht. Für 3 Uhr war dann das letzte Lied angekündigt und nach 2 Zugaben haben wir uns dann gegen 3:15 auch auf den Heimweg gemacht. Als ich wieder zu Hause war, war ich überwältigt von dem ganzen eindrücken und bin einfach ins Bett gefallen.

Die Woche verlief dann wieder ganz gewöhnlich.

Am nächsten Wochenende habe ich mit einem anderen Aupair (mit ihr bin ich gemeinsam aus Frankfurt nach Island geflogen) einen Roadtrip nach Höfn gemacht. Das war ihr letztes Wochenende, bevor sie wieder zurück nach Deutschland geflogen ist. Ich habe sie also bei sich abgeholt. Ich habe von ihr noch ein paar Klamotten bekommen, die nicht mehr in den Koffer gepasst haben. Sie hat auch auf einem Bauernhof gelebt und wir haben dann gemeinsam eine Abschiedsrunde bei allen Tieren und Menschen vorbei gedreht. Im Kuhstall habe wir noch kurz ihren Gast-Opa getroffen, der kann kein Englisch, aber mein Isländisch hat gereicht um kurz Smalltalk mit ihm zu führen. Ich war selber schon ganz emotional nur bei dem Gedanken Abschied von meiner Gastfamilie nehmen zu müssen. Wir haben dann alle ihr Sachen ins Auto geladen und sind losgehfahren. Wir haben noch ein Stopp in Vík eingelegt (der länger wurde als geplant) um zu Abend zu essen. Und dann sind wir noch ca. 3 Stunden durch die Dunkelheit gefahren zu unserer Unterkunft etwas vor Höfn. Die Fahrt war zwar lang aber größtenteils ging es echt gut, auch wenn es dunkel war und ich in der Region von Island noch nie war. Doch dann wurden wir von Schneefall überrascht. Circa eine halbe Stunde lang, konnte ich nie viel weiter als bis zum nächsten Pfosten am Straßenrand sehen und musste dementsprechend langsam und vorsichtig fahren. Als das vorbei war kamen wir dann in den Teil, wo es viele einspurige Brücken gibt, doch zum Glück war kaum jemand außer uns unterwegs. Als wir ankamen, war ich froh, dass ich es für heute geschafft hatte und mein Bein/Fuß war es auch. Aber ich war froh, das ich es so gut geschafft hatte da hatte ich vorher nämlich schon echt Respekt vor.

Am nächsten Morgen sind wir dann weiter nach Höfn gefahren, haben uns den Ort angeschaut und sind noch weiter bis zu einem Wikinger-Dorf. Dann sind wir ins Hostle in Höfn eingecheckt und sind früh Schlafen gegangen, denn wir wollten die Rückfahrt nutzen um uns noch die vielen Dinge, die es entlang der Route gibt anzusehen.

Am nächsten Morgen sind wir dann noch vor Sonnenaufgang losgefahren und haben uns zu unserem ersten Stopp dem Diamond Beach aufgemacht. Neben klaren Eisbrocken uns schwarzem Sand haben wir sogar zwei Robben gesichtet. Als nächstes sind wir zum Skaftafelljökull gefahren, wo man sehr nah an den Fuß des Gletschers laufen kann. Unser nächster Stopp war der Canyon Fjaðrárgljúfur, dort hat uns dann ein erster Hagelschauer erwischt. Dann haben wir noch kurz beim Lavafeld Eldhraun angehalten und sind dann weiter nach Skóga gefahren. Weil sie da in der Nähe gewohnt hat, hat sie mir ein bisschen den Wald dort und auch den Kvernufoss gezeigt. Weil es so windig war, sind wir am Wasserfall beide richtig nass geworden. Wir haben uns dann in einem Café eine Kleinigkeit zu essen geholt. Wir haben dann noch einen kurzen Stopp an ein der Höhle Rútshellir gemacht. Danach sind wir dann nach Hvolsvöllur gefahren uns haben dort nochmal was gegessen. Dann kam der Wetter Umschwung und es hat geschneit. Wir haben uns dann noch ein Eis geholt und uns auf den Weg zurück nach Hella gemacht. Die Abfahrtszeit für ihren Bus nach Selfoss war noch eine halbe Stunde entfernt und statt im Schnee zu warten habe ich sie dann noch die halbe Stunde nach Selfoss gefahren. Die Kombination aus Schnee, Wind und der Dämmerung war zwar nicht mehr wirklich angenehm zu fahren, aber die Strecke nach Selfoss kenne ich zum Glück mittlerweile auswendig. Auf der Rückfahrt aus Selfoss habe ich dann gelernt, das es am nervigsten ist, wenn einem der Schnee vom Wind hinterher gepustet wir, weil man dann wirklich wenig sieht und es auch einfach nicht besser wird. Kommt der Wind queer zur Fahrtrichtung, sieht es zwar vielleicht zwischendurch so aus, als führe man auf eine weiße Wand zu, aber man findet immer wieder Löcher und der Scheibenwischer hilf auch. Kommt der Schnee von vorne, ist der Scheibenwischer dein bester Freund. Aber von hinten hilf es alles nichts. Ich war jedenfalls froh, als ich nach diesem großen Abenteuer wieder zurück war. Doch es ging Schlag auf Schlag weiter, denn am Montag war dann Rosenmontag oder wie er hier heißt Bollurdagur. Davon dann aber mehr im März.

An Silvester habe ich nachmittags erstmal noch einen Spaziergang gemacht. Es war aber sehr kalt und vor allem super windig.

Dann bin ich mit der Familie zum Brenna gefahren. Das Brenna ist ein großes Lagerfeuer. Traditionell wird da alles schlechte aus dem letzten Jahr verbrannt. Die Kinder habe dort schon mal Wunderkerzen angezündet und ich habe auch schon eine Wunderkerze (in der Form von Island) bekommen. Nach circa einer halben Stunde wurde dann ein Feuerwerk gezündet. Dafür ist ein LKW hinter die benachbarte Wiese gefahren. Alle anderen konnten dann am Feuer stehen und gleichzeitig das Feuerwerk bewundern.

Wir sind dann wieder nach Hause gefahren. Dort haben wir gemeinsam gegessen und dann wurde Fernsehen geschaut. Es läuft dann eine Show, in der alles was in Island so passiert ist bzw. was Thema war in satirische Sketsche verarbeitet wird. Die Kids haben mir dem Vater schonmal so gegen 10 Uhr geböllert. Um Mitternacht haben wir uns denn das Feuerwerk durchs Fenster angeschaut. Wir haben aus dem Fenster nämlich perfekte Sicht auf Hella und konnten sogar Feuerwerk aus Hvolsvöllur und von den Westmännerinseln sehen.

An dem Abend habe ich mich so weit weg von zu Hause wie noch nie gefühlt. Während die ganzen Nachrichten mit Neujahrswünschen aus Deutschland bei mir ankamen, war es hier erst 23 Uhr. Ein Fest das so sehr an Zeit gebunden ist nicht gleichzeitig mit meinen Freunden in Deutschland zu erleben, hat mir die Distanz sehr vor Augen geführt.

An Neujahr habe ich dann wieder einen Spaziergang gemacht, obwohl es immer noch sehr, sehr kalt war.

In den nächsten Tagen habe ich ganz normal wieder angefangen zu arbeiten.

Am Samstag gab es dann die schönsten Nordlichter, die ich bisher gesehen habe, aber leider liesen sie sich nicht gut mit der Kamera einnfangen.

Am Sonntag habe ich mich dann mit einen, den ich im Sprachkurs kennengelernt habe, getroffen. Er arbeitet auf einem Kuh-Betrieb und weil er noch nicht ganz fertig war, als ich ankam habe ich erstmal ein paar Kühe gestreichelt.

Obwohl die Kühe es so gut hatten, wie sie es in kommerzieller Haltung wohl haben können, habe ich gemerkt wie sehr sie sich über die Aufmerksamkeit von mir gefreut haben. Die meisten waren sehr neugierig und haben mich abgeschleckt. Doch wenn ich mich ihnen genähert habe, sind viele zurück gewichen. Auch vor meiner Hand hatten viele angst. Die ganze Situation hat mich sehr bewegt.

Wir wollten dann zu einem Wasserfall fahren, doch die Straße hatte so tiefe Schneewehen, dass wir stecken geblieben sind.

Nachdem wir das Auto wieder frei geschaufelt hatten sind wir dann zu einem anderen Wasserfall gefahren.

Danach sind wir noch auf eine kleine Anhöhe gefahren und haben nochmal die Aussicht genossen. Neben der schönen, eingeschneiten und vereisten Landschaft habe ich auch zum ersten mal polare Stratosphärenwolken gesehen. Diese waren nicht nur beim Wasserfall sondern auch beim Aussichtspunkt. Man sieht es auf den Fotos leider nur ein bisschen, aber die Ränder der Wolken waren eigentlich bunt, wie eine Seifenblase.

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Am Samstag habe ich einen Ausflug nach Selfoss gemacht. ich bind dafür das erste Mal etwas länger aus schneeigen/eisigen Straßen gefahren. Ich habe bei der Kirche geparkt und bin dann zum Stadtzentrum gelaufen. Dann bin ich da durch ein paar kleine Läden geschlendert und habe mir unter anderem ein Buch über die Isländischen Sagen gekauft. Danach bin ich ein bisschen an den Fluss gegangen und die schöne Natur genossen. Anschließend habe ich mir auf Empfehlung von einem Freund aus Deutschland ein Eis gekauft. Der Vorteil ist, das bei -2°C das Eis nicht schmilzt. Dann gab es mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Und den nächsten Regenbogen habe ich auch gefunden.

Am Sonntag bin ich dann mit den Kindern und dem Vater auf einen Weihnachtsmarkt gefahren. Der war in einer Turnhalle. Man konnte Waffeln mit Sahne und Marmelade essen. Außerdem haben verschiedenen Leute handgemachte Dinge so wie Kerzen, Schnitzereien, gestrickten Socken und ähnliches verkauft. Während dessen habe Leute live Musik gemacht. Im nächsten Programpunkt wurden verschiedene Dinge versteigert. Die Kinder konnten im Vorraum Briefe an die Weihnachtsmänner schreiben. In Island gibt es 13 Weihnachtsmänner, von denen ab dem 13.Dezember jede Nacht einer aus den Bergen zu den Kindern kommt. teilweise machen sie Chaos, klauen etwas oder bringen auch etwas mit. Die Katze geht rum und fängt die unartigen Kinder, die bringt sie dann der Mutter. Die Mutter kocht aus den Kindern dann wiederum Essen für ihren Ehemann. Zwei dieser Weihnachtsmänner kamen dann zu dem Weihnachtsmarkt, haben die Kinder aufgemischt, Mandarinen verteilt und die ganzen Briefe mitgenommen.

Der November find gut an. Es wurde immer kälter und schon bald gab es immer wieder Frost. Seit Mitte November ist es hier nicht mehr über 0 Grad gewesen. Die ersten Tage war auch die Straße richtig eisig, weil es vorher geregnet hatte. Ich habe mich weiterhin jeden Tag um den Kleinen gekümmert. Wir haben angefangen den Rhythmus so umzustellen, dass er nur noch ein Schläfchen am Tag hält anstatt zwei. An den ersten beiden Wochenenden habe ich auch nicht besonders viel gemacht. Ich habe viel mit Freund*innen in Deutschland telefoniert und mich einmal mit mit dem Aupair in meiner Nähe zum Spielenachmittag getroffen. Ich war auch ein paar mal reiten.

Außerdem hatte der Kleine Geburtstag. Er ist jetzt offiziell ein Jahr alt. Die Geburtstagsfeier fand am Wochenende drauf statt. Es wurde im leinen Rahmen, das hieß in diesem Fall mit ca. 30 Leuten gefeiert. Es gab Gulaschsuppe (für mich eine vegetarische) und ganz viel Kuchen. Das Essen war super und ich habe mich auch ein bisschen unters Volk gemischt. Für mich war es aber vor allem überfordernd und reizüberflutend.

Die Kinder haben bei einem Weihnachtskonzert mitgesungen. Bei dem Konzert sind verschiedene Chöre aufgetreten und haben isländische Weihnachtslieder gesungen. Es gibt viele Weihnachtslieder-Klassiker die einfach ins isländische übersetzt wurden. Ich finde es sehr schön, die bekannten Melodien zu hören auch wenn ich den Text dann nicht kenne/verstehe. Auf der Rückfahrt hat Island dann seinen ganzen Zauber gezeigt. Es war ganz dunkel vor uns war der Mond, sehr orange und riesig groß. Hinter uns sah man das rote lodern des Vulkanausbruchs. Und neben uns waren Polarlichter am Himmel. Sehr Magisch. Der Vulkanausbruch ist übrigens ca. 1,5h Autofahrt von mir entfernt es besteht also keine Gefahr für mich. Das ich im dunkeln trotzdem das rote lodern sehen kann, hat mich selber überrascht. Es spricht einfach dafür, wie viel Energie bei so einer Eruption freigesetzt wird.

An einem weitern Wochenende bin ich mit der Mutter und den beiden großen Kindern nach Reykjavík gefahren. Die Tochter hat an einem Leichtathletik Wettkampf teilgenommen. In der Sporthalle habe verschiedenen Wettbewerbe in verschiedenen Altersklassen stattgefunden. Bei den älteren gab es ganz klassische Disziplinen wie Sprit oder Hochsprung. Die Kinder haben sich an verschiedenen Stationen mit Aufgaben die an verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik angelehnt sind ausgepowert. es gab einen mini Hürdenlauf, eine Staffellauf, eine Station mit einer Art Speerwerfen, Springen aus dem Stand, Kugelstoßen und einen Hindernislauf. Am Ende haben alle Kinder eine Medaille bekommen. Diese wurde ihnen von einem ehemaligen, isländischen Olympiateilnehmer überreicht.

Im Anschluss sind wir noch auf den Weihnachtsmarkt in Hafnarfjördur gewesen. Der war wie ein kleiner, deutscher Weihnachtsmarkt aufgebaut. Es gab eine Bühne und es lief Weihnachtsmusik. In kleinen Buden verkaufen Leute verschiedenen vor allem selbstgemachte Dinge. Es gab aber auf dem ganzen Weihnachtsmarkt keinen Glühwein und nichts vergleichbares. Es gab auch noch eine Schlittschuhbahn mit Plastikoberfläche. Da sind die Kinder dann Schlittschuh gefahren. Währenddessen hat die deutsche Schule, die direkt daneben war. Ihren Martinsumzug veranstaltet. Es kamen Kinder mit Laternen, es gab ein paar Ansagen und dann sind sie losgezogen. Ich habe mich sehr gefreut, doch ein ganz bisschen Sakt Martin in diesem Jahr gehabt zu haben.

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Am Samstag habe ich erst ein bisschen in meinem Notizbuch gemalt. Dann kam die Tochter zu mir und wollte auch malen. Wir haben dann gemeinsam Flaggen verschiedener Länder gemalt. Abendessen gab es dann bei den Großeltern nebenan. Die anderen Großeltern aus Vík und irgendwelche weiteren Leute waren auch noch da.

Am Sonntag habe ich dann mit einer Au-pair-Kollegin einen Ausflug auf die Westmännerinsel Heimaey gemacht.

Wir haben uns an der Fähre getroffen. Die Überfahrt dauerte  ca. 40 min. Der Wellengang war deutlich stärker als erwartet, und obwohl ich draußen war, ist mir richtig schlecht geworden. Doch sobald wir da waren, ging es mir wieder super. Während es auf Island geregnet hatte, war auf der Insel bestes Wetter. Wir sind erst ein bisschen über die Insel geschlendert. Es wirkte alles sehr eingeschlafen, was daran liegen könnte, dass die Hauptsaison im Sommer ist – oder daran, dass es Sonntag war. Wir haben dann beschlossen, zum Elephant Rock zu gehen. Auf dem Weg dorthin und auch danach haben wir einfach die ganze Zeit wunderschöne Natur gesehen.

Naaa, wer sieht den Elefanten?

Am Montagabend habe ich nach meiner Arbeit noch Zeit mit der mittleren Tochter verbracht. Erst haben wir uns gemeinsam Bücher angeschaut und dann hat sie mir vorgelesen. Sie lernt gerade Klavier und hat mir etwas vorgespielt. Ich habe ihr anschließend auch etwas vorgespielt. Danach haben wir gemeinsam versucht, „Hedwigs Theme“ von Harry Potter und das Thema von Bluey zu spielen.

Dienstag hatten wir die Pferde mal wieder ganz nah.

Mittwoch habe ich nach der Arbeit einen kleinen Spaziergang gemacht. Als ich eigentlich gerade los wollte, habe ich aber noch schnell geholfen, die Pferde von der Weide ins Paddock zu bringen. Als ich von meinem Spaziergang wieder kam, habe ich geholfen, die Pferde vom Paddock auf eine andere Weide zu treiben. Dafür habe ich mich auf die Straße gestellt und dafür gesorgt, dass die Autos anhalten und die Pferde über die Straße können.

Donnerstag und Freitag ist nicht weiter Besonderes passiert. Am Freitag ist meine Gastmutter nach Deutschland geflogen, das heißt, Freitag bis Montag habe ich mit dem Vater gemeinsam gestemmt.